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Schweiz

Corona-Krise kostet Bund 100 Milliarden – und die Ärzte sind am Limit

Die Corona-Krise reisst tiefe Wunden in die Schweizer Wirtschaft. Und viele Ärzte gehen an ihre Grenzen. Das und mehr steht heute in den Sonntagszeitungen.

Die Schlagzeilen in nicht verifizierten Meldungen:

Corona-Krise kostet Schweiz 100 Milliarden Franken

Die staatlichen Massnahmen zur Bekämpfung der Corona-Krise dürfte die Schweiz rund 100 Milliarden Franken kosten. Das Massnahmenpaket des Bundesrates und des Parlaments, mit dem die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise abgefedert werden sollen, wird mit über 57 Milliarden Franken veranschlagt.

Hinzu kommen 35 Milliarden Franken für die Arbeitslosenversicherung sowie Zusatzleistungen der Kantone und Städte, wie die «SonntagsZeitung» schreibt. Die Arbeitslosenquote dürfte laut einer Schätzung des Basler Arbeitsmarktexperten George Sheldon im Herbst auf 4,8 Prozent steigen.

SNB-Präsident Jordan: Krise hinterlässt tiefe Wunden

Die Schweiz wird nach Ansicht von Thomas Jordan, Präsident der Schweizerischen Nationalbank, noch Jahre an den Kosten der Corona-Krise zu kauen haben. Das Aktivitätsniveau der Schweiz entspreche derzeit nur etwa 70 bis 80 Prozent des normalen Niveaus, sagte Jordan in einem Interview mit der «SonntagsZeitung». Das verursache pro Monat Kosten von 11 bis 17 Milliarden Franken. Viele könnten sich vielleicht noch gar nicht vorstellen, was diese Zahlen für den Wohlstand der Schweiz bedeuteten. Es sei mit dem grössten Wirtschaftseinbruch seit dem Zweiten Weltkrieg, respektive seit der grossen Depression der 30er-Jahre zu rechnen.

Ärzte arbeiten häufig am Limit

Ärzte in Schweizer Spitälern arbeiten häufig bis zum Limit. Der Verband Schweizerischer Assistenz- und Oberärzte hat laut «SonntagsBlick» zwischen Januar und März landesweit kapp 3’000 Mitgliedern den Puls gefühlt. Die Diagnose zeigt, dass 62 Prozent aller befragten Ärzte mehr arbeiten, als gesetzlich erlaubt wäre. Jeder Zweite gibt an, die im Arbeitsgesetz festgeschriebene Höchstarbeitszeit von 50 Stunden pro Woche nicht einzuhalten. Hochgerechnet auf ein Vollzeitpensum beträgt die wöchentliche Arbeitszeit im Schnitt 56 Stunden.

Bürgerliche Politiker nehmen Bundesrat in die Pflicht

Bei bürgerlichen Politikern mehren sich die Stimmen, die bei einer zweiten Corona-Welle einen erneuten Stillstand in der Wirtschaft unter allen Umständen vermeiden wollen. Anders als im März verfüge man nun über genügend Zeit, sich auf das Szenario einer zweiten Welle vorzubereiten, sagte FDP-Ständerat Martin Schmid (GR) gegenüber dem «SonntagsBlick».

Der Bundesrat müsse die nötigen Vorbereitungen treffen, um eine solche Situation in den Griff zu bekommen, ohne die Wirtschaft nochmals derart herunterzufahren, zitiert das Blatt SVP-Parteipräsident Albert Rösti (BE). Das linke Lager betont, der Schutz der Bevölkerung stehe im Mittelpunkt.

Sind Läden und Restaurants genug sicher?

Bei der Wiedereröffnung von Läden und Restaurants am kommenden Montag wird der Gesundheitsschutz von zentraler Bedeutung sein. Die Frage bleibt laut einem Bericht der «NZZ am Sonntag», ob der Schutz genügen wird. Bund und Kantone hätten die Konzepte kaum geprüft. Die Bevölkerung wiege sich in falscher Sicherheit, und das sei verheerend, zitiert das Blatt Luca Cirigliano, Zentralsekretär des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes.

Der Staat könnte haftbar gemacht werden, wenn es zu Infektionen komme. Die Arbeitgeber fühlen sich ebenfalls allein gelassen. Sie hätten sich gewünscht, dass der Bund für die Schutzkonzepte verbindliche Richtlinien erlässt.

ÖV-Verband ist gegen Maskenpflicht

Ueli Stückelberger, Direktor des Verbandes öffentlicher Verkehr, ist gegen die Einführung eines Masken-Obligatoriums. Der öffentliche Verkehr folge der Vorgabe des Bundesamtes für Gesundheit, sagte Stückelberger gegenüber der «NZZ am Sonntag». Diese laute: Falls man den Abstand von zwei Metern nicht einhalten kann, wird das Tragen einer Maske dringend empfohlen. Es wäre laut Stückelberger falsch, wenn Bahnen und Busse in öffentlicher Hand ein Obligatorium und somit eine eigene Regelung einführen würden.

Dringende Geschäftsreisen ab Montag wieder erlaubt

Justizministerin Karin Keller-Sutter kommt den Forderungen der Wirtschaft entgegen und lässt ab Montag Geschäftsreisen in die Schweiz wieder zu. Ihr Departement bestätigt gegenüber der «SonntagsZeitung»: «Ab Montag ist es wieder möglich, für nicht aufschiebbare geschäftliche Termine einzureisen». Unter der Bedingungen der «äussersten Notwendigkeit» sollen Grenzübertritte für Angebotspräsentationen, Vertragsverhandlungen oder Vertragsunterzeichnungen wieder erlaubt werden.

Fliegen wird nach Corona teurer und komplizierter

Die Corona-Krise wird künftig das Fliegen verteuern und verkomplizieren. Wie die Westschweizer Zeitung «Matin Dimanche» schreibt, muss die Zivilluftfahrt zunächst einmal das Vertrauen der Fluggäste zurückgewinnen und gleichzeitig die Konzepte zum Gesundheitsschutz erfüllen.

Das dürfte dazu führen, dass weniger Sitzplätze zur Verfügung stehen und die Airlines eine Maskenpflicht einführen müssen. Allein für das Jahr 2020 rechnet der Generaldirektor des Internationalen Luftverkehrsverbandes (IATA), Alexandre de Juniac, mit einer Erhöhung der Flugpreise um bis zu 50 Prozent im Vergleich zu den Durchschnittspreisen des letzten Jahres.

50 Prozent weniger Übernachtungen in SAC-Hütten

Der Schweizer Alpen-Club rechnet für den Sommer trotz steigender Nachfrage nach Bergwanderungen mit einem Rückgang der Übernachtungen von 50 Prozent. Das sind rund 130’000 Übernachtungen weniger als üblich. Wie eine Umfrage der «SonntagsZeitung» zeigt, stellt das geforderte Schutzkonzept alle Hüttenwarte vor grosse Herausforderungen. Ins Gewicht fallen werden für die Jahresbilanz von 2020 aber auch die entgangenen Einnahmen während des Stillstands im Frühling; eine Jahreszeit, die normalerweise rund ein Viertel aller Übernachtungen ausmacht.

FDP-Vertreter haben brisante AHV-Idee

Prominente Freisinnige mischen die Debatte um die AHV-Reform laut der «NZZ am Sonntag» mit einem brisanten Plan auf: Die Schweizer sollen bald bis Alter 67 arbeiten – und dafür zwei Wochen mehr Ferien pro Jahr erhalten. Diese Idee lanciert FDP-Ständerat Ruedi Noser, unterstützt von der ganzen Ständeratsdelegation des Freisinns. Der Zürcher sieht darin eine Win-Win-Lösung für alle: Die Angestellten erhielten mehr Zeit für Familie und Erholung und die Sozialwerke würden nachhaltig reformiert, ohne dass die Wirtschaft höhere Lohnabzüge und Mehrwertsteuern verkraften müsse.

Minderjährige sollen vor Pornografie besser geschützt werden

Die Anbieter von Pornografie im Internet haben die Weisung des Bundesrates, während der Corona-Krise zu Hause zu bleiben, dafür genutzt, ursprünglich kostenpflichtige Angebote gratis ins Netz zu stellen. Nun drängen Parlamentarier von links bis rechts auf einen besseren Schutz von Minderjährigen vor solchen Seiten. Im Gesetz sei die Verbreitung von Pornografie an unter 16-Jährige verboten, doch werde dies schlicht nicht umgesetzt, zitiert der «Sonntagsblick» den EVP-Nationalrat Nik Gugger.

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