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Schweiz

Mehrere Corona-Demos halten Polizei auf Trab

In Basel haben sich am Samstag auf dem Marktplatz rund hundert Personen versammelt, um auf die Grundrechte während der Corona-Krise aufmerksam zu machen.

Dabei teilten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dem Marktplatz in kleine Gruppen auf und hielten den Mindestabstand ein. Die Polizei schritt nicht ein. Um etwa 15:15 Uhr löste sich die Versammlung auf, wie eine Korrespondentin der Nachrichtenagentur Keystone-SDA berichtete.

Die Basler Polizei hatte Kenntnis von der Aktion auf dem Marktplatz, wie Martin Schütz, Mediensprecher des Basler Justiz- und Sicherheitsdepartements, auf Anfrage sagte. «Als wir vor Ort eintrafen, um das Gespräch mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu suchen und sie darauf aufmerksam zu machen, dass dies nicht gehe, löste sich die Versammlung wieder auf», sagte Schütz.

Demo in Bern neben Bundesplatz

Ansammlungen von mehr als fünf Personen sind gemäss der Covid-19-Verordnung des Bundesrats derzeit nicht erlaubt. Trotzdem fanden sich auf dem Bundesplatz und auf dem Bärenplatz in der Berner Innenstadt mehrere hundert Menschen ein, unter ihnen auch zahlreiche Personen aus den Risikogruppen, sowie Familien und Kinder.

Das Video zeigt die Menschenansammlung in Bern. (Video: Keystone-SDA/Stefan Lanz)

Wegen ihnen verzichtete die Polizei auf eine gewaltsame Auflösung und forderte die Demonstrierenden stattdessen über Lautsprecher auf, die Kundgebung zu beenden. Die Durchsagen wurden mit Pfeifkonzerten und Buhrufen quittiert. Beim Verlassen hielten sich einige Teilnehmende an den Schultern, Abstandregeln wurden kaum eingehalten.

Nause irritiert

Die Polizei beschränkte sich trotzdem darauf, Personen zu kontrollieren und Wegweisungen auszusprechen. «Es wird auch Verzeigungen geben», kündigte der Stadtberner Sicherheitsdirektor Reto Nause an.

Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA zeigte er sich «irritiert» über das Verhalten der Demonstrierenden: «Aus epidemiologischer Sicht blutet mir das Herz.» Leute hätten sich umarmt und um die Vorschriften foutiert. Er gehe davon aus, dass es zu Neuansteckungen gekommen sei.

Der Protest richtete sich vor allem gegen die Corona-Massnahmen, welche gegen die Grundrechte verstossen sollen. «Gegen schleichende Entmachtung» stand auf einem Transparent zu lesen, «Für Freiheit und Eigenverantwortung auf einem anderen». Ein Demonstrant verlangte »eine ehrliche und unvoreingenommene Aufklärung der «Corona-Lüge».

Auch Demos in Zürich und Basel

Auch auf dem Sechseläutenplatz in der Stadt Zürich versammelten sich am Samstagnachmittag schätzungsweise hundert bis zweihundert Personen. Sie forderten unter anderem die Aufhebung der Notstandsmassnahmen. Die Polizei rückte mit mehreren Streifenwagen zum Einsatz aus. Es seien keine Wegweisungen oder Bussen ausgesprochen worden, hiess es von Seiten der Polizei.

In der Stadt Basel trafen sich am Samstagnachmittag mit dem gleichen Ziel auf dem Marktplatz rund hundert Personen. In kleine Gruppen aufgeteilt, hielten sie den Mindestabstand ein. Die Polizei schritt nicht ein. Die Versammlung löste sich am frühen Nachmittag auf. Die Polizei habe das Gespräch mit den Teilnehmern gesucht und sie darauf aufmerksam gemacht, dass dies nicht gehe, hiess es auf Anfrage beim Basler Justiz- und Sicherheitsdepartement.

3 Kommentare

  1. Da werd ich gern dabei gewesen….Was Sie mit den Menschen im Altersheim gemacht haben, hat mit Ethik nichts mehr zu tun. Es sind nicht alle im Altersheim Dement. Wo bleibe die Selbstverantwortung und das Recht auf Freiheit in dieser Situation..Die Menschen über 65 Jahre, die nicht im Altersheim wohnen, durften selber entscheiden, ob Sie rausgehen oder nicht….Die Angehörigen müssen in solchen Situationen mehr Rechte bekommen und in die Pflege mit einbezogen werden.

    Nun, aus der Erfahrung wird man, hoffentlich Erkenntnisse für die nächste Pandemie einfließen lassen.Report

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