Bleiben die Menschen daheim, werden auch die neuen Fortbewegungsmittel nicht genutzt. (Bild: Keystone)
Schweiz

Velo- und E-Trottinett-Verleiher bereiten sich auf Lockerungen vor

Die Lockerungen im Alltag stellen auch für die Verleiher von Velos, E-Bikes und E-Trottinetten einen Schritt in Richtung Normalität dar.

Am Montag dürfen in der Schweiz Läden und Restaurants ihre Türen wieder öffnen und auch der Öffentliche Verkehr wird hochgefahren. Die Lockerungen im Alltag stellen auch für die Verleiher von Velos, E-Bikes und E-Trottinetten einen Schritt in Richtung Normalität dar.

Die Velos und E-Trottinette von Publibike, Lime oder Tier gehören in Zürich oder Basel mittlerweile zum Stadtbild. Doch die Coronakrise und die Einschränkungen im öffentlichen Leben setzen den Anbietern zu. Bleiben die Menschen daheim, werden auch die neuen Fortbewegungsmittel nicht genutzt.

E-Trottis sind zurück

Die US-Firma Lime etwa, die in Zürich rund 800 und in Basel an die 200 E-Trottinette vermietet, musste den Dienst während des Lockdowns mangels Nachfrage einstellen. Die Trottis von Lime können in Zürich erst seit dem 27. April wieder genutzt werden.

Bei Lime freut man sich auf die schrittweise Rückkehr zur Normalität. Mit Blick auf den 11. Mai werde man die E-Scooter-Flotte ausbauen, versprach der Leiter des Schweizer Geschäfts, Estuardo Escobar, im Gespräch mit AWP.

Ähnlich wie Lime erging es dem Berliner Unternehmen Tier, das vor gut einem Jahr in den Schweizer Markt eingetreten ist und in Zürich und Basel insgesamt 900 E-Scooter vermietet. Auch Tier legte eine Pause ein und nahm den Service erst Ende April wieder auf.

«Bislang liegen die Vermietungen klar unter den Erwartungen, doch wir sind zuversichtlich, dass die Nachfrage im Sommer deutlich ansteigen wird», blickt der Tier-Sprecher optimistisch nach vorn.

Konkurrenz wächst

Seit Donnerstag ist mit der schwedischen Voi ein weiterer E-Scooter-Sharing-Dienst in Zürich mit vorerst 200 E-Trottis am Start. Ausserdem wurden in Winterthur wieder 100 E-Trottis stationiert. Bereits im vergangenen Jahr hatte Voi in der Schweiz Pilotprojekte in den Städten Winterthur und St. Gallen durchgeführt.

Beim Start in Zürich kooperiert Voi mit der SBB. Die Voi-Scooter könnten über deren «SmartWay-App» gebucht werden und am Hauptbahnhof sei eine eigene Sharingzone vorgesehen. Auch die Schweden mussten zuletzt in mehreren europäischen Städten Corona-bedingt eine Pause einlegen.

Publibike ist bereit

Im Vergleich zu Lime, Tier oder Voi muss der Veloverleiher Publibike seine Aktivitäten nicht hochfahren, denn die Zweiräder der Postauto-Tochter standen auch während des Lockdowns zur Verfügung. «Daher müssen wir für kommende Woche keine besonderen Massnahmen ergreifen», sagte eine Publibike-Sprecherin.

Doch auch Publibike spürt die Folgen von Corona. Denn viele Schweizer arbeiten im Homeoffice und mieten daher für Fahrten ins Büro kaum mehr Publibikes. Immerhin lief das Geschäft an schönen Frühlingstagen gut: Am 18. April etwa wurden 7’500 Fahrten mit Publibikes registriert. Zum Vergleich: Vor dem Lockdown lag der Tagesdurchschnitt bei 10’000 Fahrten.

Vieles hänge für die Branche davon ab, wann die Menschen aus dem Homeoffice in die Büros zurückkehren werden, erklärte die Publibike-Sprecherin. Denn aus Angst vor einer Ansteckung dürften viele Pendler die Öffentlichen Verkehrsmittel vorerst meiden und, wo möglich, mit dem Auto zur Arbeit fahren.

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