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Hanspeter Latour hat während des Lockdowns ein neues Buch geschrieben. (Video: Keystone-SDA)
Schweiz

Kulttrainer und Naturbeobachter im Lockdown

Hanspeter Latour veröffentlichte während dem Lockdown sein drittes Buch. Die Vernissage und Vorlesungen mussten wegen der Pandemie abgesagt werden.

Eine spezielle Zeit für den 73-Jährigen, der sehr gerne über die Artenvielfallt in seinem Garten erzählt hätte. Davon handelt nämlich sein Buch «Natur mit Latour». Wegen der Corona-Krise habe er es im Homeoffice fertig geschrieben. «Aber wir haben es geschafft, das Buch pünktlich herauszugeben. Allerdings dürfen wir keine Vernissagen und Lesungen durchführen. Aber zum Glück gehen nächste Woche die Läden wieder auf», sagte Latour im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

In Zeiten von Klimawandel und Corona-Pandemie trifft die Thematik von Latours Buch den Nerv der Zeit. «Die Pandemie kam wie eine Lawine über uns. In der Natur ist es anders: Der Klimawandel kommt schleichend. Die Experten warnen schon lange davor, aber jetzt machen sich die Leute vielleicht Gedanken, was es braucht, dass es nicht auch von Seiten der Natur zum globalen Zusammenbruch kommt. Die Menschen schätzen die Natur wieder etwas mehr», so Latour.

«Es gibt zu viele Meinungen»

In den letzten Wochen hat Latour, der zwischen 2001 und 2009 auf höchstem Niveau den FC Thun, die Grasshoppers und den 1. FC Köln trainiert hatte, mit Interesse die Kommunikation des Bundesrates, das Interesse und das Verhalten der Menschen verfolgt – und dabei Parallelen zum Fussball entdeckt.

«Im Fussball glauben zwei Drittel der Leute, dass sie mehr wissen als die Spitzentrainer. Bei der Corona-Pandemie ist es das Gleiche: Es gibt zu viele Meinungen.» Deshalb brauche es eine klare Kommunikation des Bundesrates: «Eine Botschaft muss man vorbringen können. In der Einfachheit und Klarheit liegt die gemeinsame Stärke.»

Eine einfache und klare Sprache will Latour auch dem Leser seines Buches bieten. «Ich vertrete nicht die Interessen von Experten, und ich bin auch kein Wissenschaftler.» Latour möchte, dass die Menschen wieder die Freude an der Natur entdecken. Das hilft gerade in schwierigen Zeiten. «Wenn man sich an den kleinen Sachen erfreut, kann man das Grosse besser bewältigen.»

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