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Der Telebasel News-Beitrag vom 06. Mai 2020.
Basel

Zolli muss geschlossen bleiben – 4 Millionen Franken Verlust

Zoodirektor Olivier Pagan ist überzeugt: Der Zolli ist bereit, unter den Sicherheitsmassnahmen des BAG zu öffnen. Trotzdem muss er geschlossen bleiben.

Am 11. Mai 2020 machen die Museen wieder auf, aber die Zolli-Türen bleiben zu. Trotz elf Hektaren Platz darf der Basler Zolli voraussichtlich bis zum 8. Juni keine Besucher empfangen. Bis dahin wird der Zoo Basel circa 3,9 Millionen Franken verlieren.

«Wie beim Bauer, der seine Kuh melkt, aber seine Milch nicht liefern kann»

Der Zoo Basel ist das Zuhause von über 7’000 Tieren. Diese Tiere brauchen trotz der ausbleibenden Besucher Pflege und Nahrung. Die Unterhaltskosten des Zollis bleiben somit, ausser beim Souvenirladen und dem Zolli-Restaurant, konstant.

«Für den Zolli ist das im Moment nicht lustig», meint Zoo-Direktor Olivier Pagan am Mittwoch zu Telebasel. «Im Prinzip ist es ein wenig so, wie bei einem Bauer, der morgens und abends seine Kuh melken geht, aber seine Milch nicht liefern kann».

Die Zolli-Mitarbeiter sind zurzeit die einzigen Menschen, die den Zoo betreten dürfen. Den Tieren fällt das auf. «Wir Mitarbeiter bemerken das, weil die Tiere beim Vorbeigehen extrem aufmerksam sind», sagt Olivier Pagan. Die Tiere gewöhnten sich normalerweise schnell an das rege Geschehen, wenn viele Menschen im Zoo sind.

Fast 4 Millionen Franken werden dem Zolli fehlen

Nicht nur den Tieren, auch bei der Zolli-Kasse fallen die ausbleibenden Besucher auf. Zwei Tage vor der Schliessung, die am 16. März war, hatte der Zolli bereits alle Häuser und das Restaurant geschlossen. Seither kommen die einzigen Einnahmen nur noch durch Spenden rein.

«Für diese Periode werden es insgesamt um die 3,8 bis 3,9 Millionen Franken sein, die dem Zolli fehlen», Pagan rechnet bis zur möglichen Wiedereröffnung am 8. Juni mit fast 4 Millionen Franken an fehlenden Einnahmen.

Ob der Zolli – und mit ihm alle weiteren zoologischen Gärten in der Schweiz – am 8. Juni wirklich wieder öffnen dürfen, wird vom Bundesrat voraussichtlich am 26. Mai bestätigt.

«Jetzt sind Zoos plötzlich nicht mehr dabei»

Bei der Schliessung am 16. Mai sah man die zoologischen Gärten mit den Museen gleichgestellt. «Damals wurden wir mit den Museen zusammen geschlossen.» Laut Olivier Pagan wird jetzt, indem man den Museen die Möglichkeit zur Öffnung gibt, eine Linie gezogen. «Man hat im Prinzip einen Keil in der Kultur gemacht.»

Für den Zolli-Direktor ist das nicht ganz in Ordnung. «Jetzt sind Zoos plötzlich nicht mehr dabei, obwohl wir diese Schutzmassnahmen hätten einhalten können.» Dass der Zolli am Montag nicht öffnen darf, ist nicht nur für den Direktor fragwürdig, auch einige Telebasel-User haben sich bereits online auf Facebook und Instagram gegen die anhaltende Zolli-Schliessung geäussert.

«Wir sind eigentlich bereit, zu öffnen»

Alle zoologischen Gärten in der Schweiz mussten zuhanden des Bundes ein Schutzkonzept erstellen. «Das ist erledigt und wir wären durchaus in der Lage, zu öffnen», meint Zoo-Direktor Pagan.

«Platz hat es genügend», auf den elf Hektaren, die zum Zoo Basel zählen, gäbe es genügend Möglichkeiten für die Besucher, den geforderten Abstand einzuhalten.

Jetzt wartet der Zolli gespannt auf den 8. Juni 2020. «Wir haben natürlich diese Zeit genutzt, um Unterhaltsarbeiten zu vollführen», laut Olivier Pagan erwartet die Besucher ein Zoo in vollem Glanz: «Ich habe das Gefühl, dass die Leute merken werden, dass der Zolli glänzen wird».

3 Kommentare

  1. Ich verstehe nicht wo der Unterschied ist zwischen den Museen, den Gaststätten und vor allem den Schulen. Vielleicht, dass Tiere keine Lobby haben in Bern.

    Der Zolli birgt nicht mehr Gefahr wie die Strasse. Es ist der Mensch der die Regeln einhält, oder nicht und es hat überall aller Gattung Mensch.Report

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