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Der Telebasel Report vom 6. Mai 2020.
Basel

Report: «Lockerung wird mehr Restaurants kosten als der Lockdown selbst»

Alle freuen sich auf die Restaurant-Öffnung nächste Woche. Alle, ausser einige Wirte. Viele befürchten den finanziellen Ruin.

Endlich ist er da, der zweite Lockerungsschritt. Und zur grossen Überraschung aller beinhaltet er schon früher als erwartet die Öffnung von Restaurants und Bars. Die Freude über die Ankündigung des Bundesrats war gross. Allerdings nicht bei den Wirten selbst.

Abstand auch in der Küche: Gemäss Flavio Fermi von der Osteria Tre in Bubendorf sollte das kein Problem sein. (Bild: Telebasel)

«Lockerung wird mehr Restaurants kosten als der Lockdown selbst»

Für viele kommt der Schritt nämlich genauso überraschend wie für die Bevölkerung selbst. Und er kommt zu früh: «Was, wenn dies zu einer zweiten Welle führt, die uns dann das Herbstgeschäft zerstört?», fragt ein Spitzengastronom aus dem Baselbiet, der nicht namentlich genannt werden möchte und gibt die Antwort gleich selbst: «Das wäre katastrophal».

Zudem mache es betriebswirtschaftlich keinen Sinn, ein Restaurant bei der Aussicht auf halbvolle Tische zu öffnen. Im Gegenteil: «Diese frühe Lockerung könnte am Ende mehr Restaurants kosten als der Lockdown selbst», sagt der Küchenchef gegenüber Telebasel.

Farnsburg-Wirt Erdal Koyuncuer muss wohl einige Tischreihen weglassen: Von einst 70 Plätzen bleiben gerade mal 40 übrig. (Bild: Telebasel)

Kalkulieren, planen, organisieren

Tatsächlich sehen das viele Gastronomen in der Region ähnlich. Aber längst nicht alle: Ein Grossteil hat sich diese Woche aufgemacht, ihre Restaurants corona-konform herzurichten und freut sich darauf, endlich wieder Gäste bedienen zu können.

Zumindest solange, wie sie die Kalkulation ausser Acht lassen, sagt Erdal Koyuncuer von der Farnsburg Liestal: «Ich arbeite gerne und habe die Schnauze voll vom Daheimsitzen». Er hat deshalb begonnen, seinen Speiseraum zu vermessen, seine Kosten zu kalkulieren und die Mitarbeiterschichten zu organisieren. Auch wenn das Resultat ernüchternd ausfällt, hält er an seiner Absicht, zu öffnen fest: «Wir werden unsere Kosten niemals decken können, aber das ist jetzt halt so».

1 Kommentar

  1. In Frankreich haben einige ihren Umsatz verdreifacht. Sie haben Teke Away angeboten. Die Leute haben es satt zuhause zu kochen. Wir haben uns jeden Sonntag Take Away geholt. Am Anfang waren wir sozusagen die einzigen. Einmal hat sogar die Polizei ihr Essen geholt. Und diesen Sonntag hatte es schon einige Leute die ihr Essen holten.Report

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