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Der Telebasel News-Beitrag vom 5. Mai 2020.
Basel

Präsident des Basler Wirteverbands kritisiert Datenerhebung in Restaurants

Bald können Restaurants wieder öffnen. Das ist mit einigen Auflagen verbunden. Diese stossen auch auf Kritik.

Wer ab dem 11. Mai in ein Restaurant geht, muss seine Kontaktdaten hinterlegen. Eine Maskenpflicht gibt es nicht. Die Kantone sollen die Einhaltung des Schutzkonzeptes streng kontrollieren, das GastroSuisse und HotellerieSuisse am Dienstag veröffentlicht haben.

Das Schutzkonzept umfasst sieben Seiten mit zehn Anwendungsbereichen. Wer die Vorgaben einzuhalten vermag, kann seinen Betrieb nächsten Montag gemäss Entscheid des Bundesrates wieder öffnen. Von einem «normalen» Restaurantbesuch ist man aber noch ziemlich entfernt.

Das Schutzkonzept wurde in Zusammenarbeit mit drei Bundesämtern (BLV, BAG, SECO) erarbeitet und verabschiedet, wie Gastro- und HotellerieSuisse am Dienstag mitteilten. Das Schutzkonzept gilt für alle gastronomischen Anbieter mit Ausnahme von Verpflegungsangeboten in obligatorischen Schulen.

Personendaten werden gesammelt

Kernpunkt ist die Erhebung und vierzehntägige Aufbewahrungspflicht von Personendaten. Nach zwei Wochen müssen die Betriebe die Daten vollständig vernichten. Der Betrieb muss während dieser Frist Auskunft darüber geben können, welche Tische ein Mitarbeitender bedient hat.

Ein Punkt, der für Kritik sorgt. Maurus Ebneter, Präsident Wirteverband Basel-Stadt, zeigt sich unzufrieden: «Davon halte ich gar nichts. Das ist total daneben. Wir sind kein Überwachungsstaat», sagt er gegenüber Telebasel. «Man könnte es nachvollziehen, dass bei Reservationen pro Tisch eine Handynummer vermerkt wird für die Rückverfolgbarkeit. Aber dass jeder, der ein Bier trinkt oder einen Kaffee, ein Formular ausfüllen soll, das geht nicht.» Er könne sich vorstellen, dass Leute den falschen Namen angeben würden. «Ich hätte grösstes Verständnis dafür.»

Es habe viele gute Punkte in den neuen Schutzmassnahmen – vieles sei aber realitäts- und praxisfremd, so Maurus Ebneter.

Maximal vier Personen pro Tisch

An den Eingängen der Lokale stehen Händehygienestationen für die Besucherinnen und Besucher. Die Gäste dürfen maximal zu viert an einem Tisch sitzen und sich nicht mit anderen Gästegruppen vermischen. Die Personen einer Gästegruppe müssen miteinander bekannt sein. Sofern zwischen den Tischen keine Trennwand steht, muss zwischen den Gästegruppen ein Schulter-zu-Schulter-Abstand von zwei Metern garantiert sein. Für Trennwände enthält das Konzept exakte Angaben zu Massen und Positionen.

Menükarten und Tabletts sowie Tischgewürze werden nach jedem Gast gereinigt oder desinfiziert. Zeitungen und Zeitschriften gibt es nicht, weil sie durch verschiedene Hände gehen. Unterhaltungsangebote wie Livemusik, Dart, Bowling oder Spielautomaten sind tabu. Auf den Herrentoiletten werden einzelne Pissoirs abgesperrt, um die Zwei-Meter-Distanz auch in den WC-Anlagen einzuhalten. Die Gäste sind gebeten, mit Karte oder kontaktlos zu bezahlen. In Wartebereichen gibt es Bodenmarkierungen.

Maskenempfehlung für Personal

Besondere Aufmerksamkeit gilt auch dem Schutz des Gastro-Personals. Angestellte, die länger nebeneinander arbeiten, müssen einen Abstand von ebenfalls zwei Metern einhalten, oder sich den Rücken zuwenden, versetzt oder mit Schutzmasken arbeiten.

Für das Servicepersonal sieht das Schutzkonzept zwar keine Tragpflicht, aber eine dringende Empfehlung für das Tragen von Hygienemasken vor, sobald der Mindestabstand auch nur kurz unterschritten wird. Der Betrieb muss es den Mitarbeitenden auf ihren Wunsch hin ermöglichen, mit Hygienemasken oder Gesichtsvisier zu arbeiten, ausser diese fallen ästhetisch komplett aus dem Rahmen. Masken müssen mindestens alle vier Stunden gewechselt werden, Einweghandschuhe nach einer Stunde.

Reinigungsarbeiten sollen wenn immer möglich mit Einwegtüchern erledigt werden. Sobald eine Fläche oder ein Gegenstand von mehreren Personen benützt wird, müssen diese mindestens einmal täglich desinfiziert werden. Arbeits- und Gasträume sind regelmässig gut zu lüften.

Schliesslich obliegt den Betrieben und ihrem Management eine umfangreiche Informations- und Schulungspflicht für die Schutzmassnahmen gegenüber ihren Mitarbeitenden.

6 Kommentare

  1. Das ist total daneben.Wer geht da noch in ein Restaurant? Da esse ich lieber ein Klöpfer am Rheinufer.
    Man kann nur hoffen, dass sich die Situation bald entspannt. Die Wirte tun mir jetzt schon leid. Wie sollen die mit diesen Auflagen noch einen Gewinn erzielen?
    Und zudem ist die Situation auch für die Gäste ungemütlich.Report

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