Werden Pandemie-Patienten aus beiden Basel künftig im Bruderholzspital gepflegt? (Bild: Keystone)
Basel

Haben beide Basel bald ein gemeinsames Pandemie-Spital?

In einer nächsten Pandemie könnten Patienten aus beiden Basel künftig an einem Standort behandelt werden. Die Behörden prüfen diese Möglichkeit derzeit.

Die Corona-Patienten der beiden Basel werden während der Pandemie an zwei Standorten gepflegt: Im Baselbiet im Bruderholzspital und im Kanton Basel-Stadt im Universitätsspital. Künftig soll sich das aber ändern, wie die «bz Basel» berichtet.

Künftig wollen die Kantone das aber anders handhaben. In Hinblick auf eine weitere Pandemie in der Zukunft wollen die Behörden Konzepte für regionale Lösungen vorbereiten, so Jürg Sommer, Leiter des Amts für Gesundheit des Kantons Baselland. Gemeinsam mit der Abteilung Gesundheitsversorgung des Kantons Basel-Stadt habe man sich bereits verständigt. «Die Diskussionen dazu sollen sehr bald nach der Akutphase der aktuellen Corona-Pandemie beginnen», sagt Sommer gegenüber der Zeitung.

Bruderholz als Standort?

Ob ein mögliches Pandemie-Spital auf dem krisengeplagten Bruderholz, das in der Corona-Pandemie als Referenzspital gilt, eingerichtet wird, ist noch unklar. Geplant ist dort mit der Umstrukturierung des Kantonsspitals Baselland ein Zentrum für Orthopädie, Rehabilitation und Altersmedizin mit weniger stationären Betten. Wie Sommer sagt, sei die Umsetzung dieser Strategie durch die Einrichtung des Referenzspitals zu eine Herausforderung geworden. Zudem sagte er zur bz, dass Konzepte für künftige Pandemien Kapazitätsfragen klären müssten.

Bereits in den vergangenen Wochen wurde das Bruderholzspital bei den Verantwortlichen als gemeinsames Corona-Spital von Stadt und Land diskutiert, wie die Zeitung weiss. Dies hätten die Baselbieter Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion sowie das Basler Gesundheitsdepartement bestätigt. Die Idee wurde aber zugunsten der bestehenden Lösung mit Isolierstandorten auf dem Bruderholz und im Universitätsspital Basel verworfen.

Änderung in der Krise nicht zielfürhend

Während der Notlage die parallelen Strukturen zu verändern, wäre nicht zielführend gewesen, so Sommer. Auch war es in beiden Kantonen zentral, jeweils die Bevölkerung des eigenen Kantons bestmöglich zu schützen. Das Verbundkonzept mit mehreren Spitälern im Kanton Basel-Stadt habe sich zudem bewährt, wie Anne Tschudin, Sprecherin des Gesundheitsdepartements von der bz zitiert wird. So hätten Corona-Patienten mit Krebserkrankungen etwas direkt im Universitäts- oder im Claraspital im Rahmen ihrer onkologischen Behandlung gepflegt werden. Auch altersmedizinische ausgerichtete Häuser wie das Felix Platter Spital oder das Adullam hätten optimal zur Bewältigung der Krise beigetragen.

Enger hat der Kanton Basel-Stadt mit dem Kanton Solothurn zusammen gearbeitet. So wurden Patienten aus den Bezirken Dorneck und Thierstein im Bruderholz-Spital gepflegt, während das Spital Dornach das Bruderholz logistisch unterstützte und auch Baselbieter Patienten in der Grundversorgung übernahm. Zudem waren die mobilen Corona-Testteams aus dem Baselbiet auch in Alters- und Pflegeheimen im Schwarzbubenland im Einsatz. Derzeit wird das Bruderholzspital wieder stufenweise in den Normalbetrieb zurückgefahren.

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