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Schweiz

SBB und Postauto empfehlen in Zügen und Bussen Schutzmasken

Einen Zwei-Meter-Abstand in Zügen oder Bussen einzuhalten, gestaltet sich naturgemäss schwierig. SBB und Postauto empfehlen daher Schutzmasken zu tragen.

Am Montag, 11. Mai setzen die Schweizer Transportunternehmen eine deutliche Erhöhung des Fahrplanangebots um. Das ÖV-Schutzkonzept wurde erarbeitet von SBB und Postauto als Systemführerinnen ÖV-Schiene und Strasse, Schifffahrt und Seilbahnen, in Absprache mit den Bundesämtern für Verkehr und für Gesundheit.

(Video: Keystone)

Es gälten drei Grundsätze, sagte SBB-Chef Vincent Ducrot am Donnerstag an einer Video-Medienkonferenz von SBB und Postauto: Reisen nur wenn nötig, Stosszeiten vermeiden, Abstandsregeln einhalten. Wenn die Abstandsregeln nicht eingehalten werden könnten, werde dringend das Tragen einer Schutzmaske empfohlen.

Postauto-Chef Christian Plüss kündigte an der Medienkonferenz an, ab dem 11. Mai würden im gesamten öffentlichen Verkehr der Schweiz wieder vermehrt Billettkontrollen durchgeführt. Vorläufig werde es in den Fahrzeugen aber noch keinen Billettverkauf geben. Man werde mehr Desinfektionspunkte an den Bahnhöfen einrichten und die Reinigung der Wagen sehr stark intensivieren, sagte Ducrot.

«Zurück zur Normalität»

«Wir sind froh, dass wir zurück zur Normalität können», betonte der SBB-Chef. «Wir begleiten diesen Schritt mit einem Schutzkonzept.» Dieses basiere auf den Regeln des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) und stütze sich auf die Eigenverantwortung und Solidarität der Kunden.

Billette seien möglichst online, in Apps oder am Automaten zu kaufen sowie an Schaltern kontaktlos zu bezahlen, heisst es in einer Medienmitteilung vom Donnerstag. Auf touristische Reisen sei gemäss Empfehlung des BAG weiterhin zu verzichten.

Wer pendeln müsse, solle die Stosszeiten wenn möglich vermeiden und auf schwächer frequentierte Verbindungen ausweichen. Die Transportunternehmen bitten Reisende, aufeinander Rücksicht zu nehmen und Distanz zu halten bei Haltestellen, vor Schaltern und an Billettautomaten, auf eine gute Verteilung in den Fahrzeugen zu achten sowie Platz für Aussteigende zu lassen und eine Gasse zu bilden.

Und eben: Falls die Abstandsregel von zwei Metern nicht eingehalten werden kann, wird gemäss den Vorgaben des BAG das Tragen einer Hygienemaske dringend empfohlen. Informationen zur korrekten Verwendung von Hygienemasken sind auf der Internetseite des BAG zu finden.

Die Transportunternehmen verstärken die Reinigung, insbesondere von Kontaktflächen. Haltestangen, Haltegriffe und Tasten werden mehrmals täglich gereinigt und wo möglich auch die Reinigung während der Reise intensiviert.

WC-Anlagen mancherorts gratis

Kunden haben die Möglichkeit, sich in den WC der Transportmittel, sofern vorhanden, und in den WC-Anlagen der Bahnhöfe die Hände entsprechend der Vorgaben zu waschen. Die kostenpflichtigen Hygienecenter respektive WC-Anlagen der SBB in den Bahnhöfen Basel SBB, Bellinzona, Bern, Genf, Lausanne, Locarno, Luzern und Zürich HB können von den Reisenden ab dem 11. Mai bis auf Weiteres kostenlos benützt werden.

An den Eingängen zu den grössten Bahnhöfen werden Desinfektionsmittelspender aufgestellt. Beim Eingang/Ausgang von Reisezentren sind Dispenser verfügbar. Um die Einhaltung der Hygienevorschriften des BAG sicherzustellen, werden in Grossbahnhöfen Anstehzonen bei Geschäften eingerichtet und die Benutzung von Liften auf eine Person beschränkt. Die Warteräume in den SBB Bahnhöfen bleiben bis auf Weiteres zu; diejenigen, die heute noch offen sind, werden bis zum 11. Mai geschlossen.

Sensibilisierungskampagne

Kundinnen und Kunden werden mit einer Sensibilisierungskampagne über die Verhaltensregeln im ÖV auf der ganzen Reisekette informiert. Vorgesehen sind Plakate, Piktogramme, Hinweise auf Bildschirmen und Durchsagen. Die ÖV-Mitarbeitenden tragen neu beim Kundenkontakt Hygienemasken, falls der Zwei-Meter-Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Im Verkauf an Schaltern kommen Plexiglasscheiben zum Einsatz.

Schwarzfahrende dürften es ab dem 11. Mai wieder schwerer haben, aber: Kundenbegleiterinnen und -begleiter werden bei der Billettkontrolle den SwissPass und Billette bis auf Weiteres nicht in die Hand nehmen.

Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV) fordert die Nutzer des öffentlichen Verkehrs dazu auf, Verantwortung zu übernehmen. «Wir appellieren an den gesunden Menschenverstand der Fahrgäste, um Konfliktsituationen zu vermeiden. Die Kundenbegleiter werden nicht die Rolle des Sicherheitspersonals übernehmen», liess sich SEV-Vizepräsidentin Barbara Spalinger am Donnerstag in einer Medienmitteilung zitieren.

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