Die Corona-Massnahmen gingen ins Geld: Dem Kantonsspital Winterthur beispielsweise fehlen 50 Prozent der Erträge. (Bild: Keystone)
Schweiz

Bund soll sich an Corona-Verlusten der Spitäler beteiligen

Der Bund soll sich an den Verlusten beteiligen, die die Spitäler wegen der Corona-Krise erlitten haben. Dies fordert die Zürcher Regierung.

Der Kanton Zürich will, dass der Bund mithilft, die Corona-Verluste wegen der Absage von aufschiebbaren Operationen zu kompensieren.

Denn diese Massnahme ging ins Geld: Dem Kantonsspital Winterthur beispielsweise fehlen 50 Prozent der Erträge. Der fünfwöchige Behandlungsstopp dürfte somit zu Ausfällen von rund 25 Millionen Franken führen.

Die Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh (FDP) platzierte ihre Forderung am Donnerstag bei einer gemeinsamen Medienkonferenz mit Gesundheitsminister Alain Berset (SP) und Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit sowie der Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli (SVP).

Kantone müssen Tests bezahlen

Walker Späh kritisierte auch die Kostenverteilung für die Tests: Zwar habe der Bund die Testkriterien gelockert. Die Kantone müssten nun aber für die Kosten der Tests von jenen Patienten aufkommen, die nur leichte Symptome hätten. Die Krankenkassen würden nur bezahlen, wenn die Test-Person schwere Symptome habe. Berset sagte, zu diesen Themen gebe es noch Gespräche zwischen Bund und den Kantonen.

Wie Walker Späh weiter ausführte, habe der Kanton die Massnahmen des Bundes stets mitgetragen und sich gegen jegliche Form von Kantönligeist ausgesprochen. Erst bei der Frage des richtigen Tempos für die Lockerung habe die Zürcher Regierung ihre Stimme erhoben. Eine rasche Öffnung der Wirtschaft soweit möglich sei dringend nötig.

Die Zürcher Regierung begrüsse deshalb den Fahrplan, den der Bundesrat vorgestellt habe. Berset will die Rückkehr zur Normalität «so rasch wie möglich und so langsam wie nötig» vorantreiben.

Besuch in der Besucherbox

Bei seinem Abstecher nach Zürich besuchte Berset auch ein Altersheim und traf dort – durch die Scheibe einer Besucherbox – eine 93-jährige Bewohnerin. «Ich habe sie gefragt, wie es ihr in den vergangenen Wochen ergangen sei», sagte Berset.

Das Besuchsverbot sei eine grosse Einschränkung für die Bewohner der Altersheime und ihre Angehörigen, so der Bundesrat weiter. Er begrüsste deshalb die Massnahmen, mit denen der Kanton Zürich das strikte Besuchsverbot nun gelockert hat. Unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln sind Besuche fortan wieder möglich.

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