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Die Galerie Stampa wurde 1969 von Diego und Gilli Stampa gegründet. Seit der Geburtsstunde der Art Basel 1970 ist die Galerie mit einem Stand an der berühmtesten Kunstmesse der Welt vertreten. Telebasel traf Diego Stampa zum Interview. (Video: Telebasel)
Basel

Diego Stampa: «Eine Art ohne internationale Vertreter macht keinen Sinn»

Telebasel traf Diego Stampa zum Interview. Der Basler Galerist äusserte sich über einen Potenziellen Ausfall der Art Basel und den darausfolgenden Konsequenzen.

Die Galerie Stampa gehört zu den renomiertesten Galerien überhaupt und war an jeder Austragung der Art Basel vertreten. Seit der ersten Durchführung der Kunstmesse 1970 besitzt Stampa einen Stand an der wichtigsten Kunstmesse der Welt.

Die Durchführung der Art Basel wurde vorerst von Juni auf September verschoben, aber eine komplette Absage wird immer eine wahrscheinlichere Option:«Es ist noch alles unsicher, aber ich hoffe die Art findet statt», meint Diego Stampa.

«Eine Art ohne ausländische Vertreter macht keinen Sinn»

Der Präsident der Art Basel, Marc Spiegler verlängerte die Anmeldungsfrist vom 1. Mai um einen Monat. Die Basler Galerie betrifft dieser Entscheid allerdings nicht. «Ja, wir haben uns schon lange angemeldet, weil es ein wichtiger Punkt in der Galerie ist, auch für die jungen Künstler, die wir zeigen, ist es ein wichtiger Termin».

Eine Austragung zum 50. Geburtstag der Art mit einer geringen Anzahl internationaler Vertreter hält Stampa für unwahrscheinlich. «Wenn die ausländischen Galerien nicht kommen, hätte das keinen Sinn, die Art nur mit zugelassenen, europäischen Vertretern durchzuführen», erklärt der Galerist.

«Es ist kein finanzielles Disaster für uns»

Auch wenn es zum ersten Mal seit 1970 keine Kunstmesse in Basel geben würde, denkt Stampa, dass die Art in den folgenden Jahren durchgeführt werden könne. «Ich glaube nicht, dass die Art, um ihre Existenz bangen muss. Die Art ist ein wichtiger Punkt in der Galerien-Szene, in der Kunst-Szene. Es gibt einen internationalen Kunst-Austausch, deshalb ist die Art unglaublich wichtig».

«Wir haben natürlich auch Kosten, wenn wir an der Art teilnehmen, die betragen etwa 100’000 Franken. Wir können einen potenziellen Art-Ausfall allerdings verkraften, weil wir weiterhin Ausstellungen machen in der Galerie. Es ist kein finanzielles Disaster für uns. Wir hoffen allerdings, dass wir im nächsten Jahr eine Art durchführen können und bald wieder den Galerie-Alltag aufnehmen können», meint Stampa.

Art informiert teilnehmende Galerien ständig

Die weltberühmte Kunstmesse ist in stetigem Kontakt mit den teilnehmenden Galerien und informiert über das Vorgehen der Situation. Nach der Meinung, wegen der Verschiebung auf September, habe sich die Art bei der Galerie Stampa allerdings nicht erkundigt.

«Wir haben immer Informationen bekommen, auch als die Art verschoben worden ist. Die Art hat uns allerdings nicht nach unserer Meinung, wegen der Verschiebung gefragt. Wir haben ja verhältnismässig geringe Kosten, da wir in Basel sesshaft sind, deshalb hat die Art eher ausländische Galeristen befragt».

Lieber keine Art, statt eine «kleine Art»

Der Bündner würde eine Durchführung der Kunstmesse in diesem Jahr zwar begrüssen, aber nicht in einer abgeänderten, kleineren Form «Ich finde es gut, wenn eine Art stattfindet, aber mit dem ähnlichen Potenzial wie im letzten Jahr. Es muss international sein und braucht auch neue Galerien. Der ganze Betrieb muss aufrechterhalten werden, wie bei den vorigen Austragungen, ansonsten macht das keinen Sinn».

«Eine kleinere Art, mit wenigen internationalen Galerien und Künstlern, würde keinen Sinn machen. Es ist wie im Sport bei der Tour de France zum Beispiel, wenn es heissen würde: «Wir machen nur zehn Etappen», würde niemand kommen, und so ist es auch in der Kunst».

Internet kann Kunstmesse nicht komplett ersetzen

Die Diskussion besteht, dass die virtuelle Austragung der Art, in sogenannten «online streaming rooms» eine grössere Rolle 2020 bekommen könnte. Die Basler Galerie hält dies allerdings nicht für einen komplett gelungenen Ersatz.

«Für uns ist das nur ein Teil und ich bin überzeugt, dass ist nur eine Möglichkeit, aber vor allem für unbekanntere Künstler ist eine Messe unersetzbar. Die Kunstwerke, die im Internet publiziert werden, waren schon meisten auf dem markt gewesen».

Die Hoffnung auf den 50. Geburtstag der Art Basel im September bleibt bestehen. Aber auch, wenn es in diesem Jahr leider keine Kunstmesse in Basel zu sehen geben würde, muss man sich um die Zukunft der Basler Kunstmesse, sowie die Galerie Stampa garantiert keine Sorgen machen.

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