Mittelfristig braucht es mehr Betreuungsplätze, fordert eine Koalition von rund 30 Organisationen. (Symbolbild: Keystone)
Schweiz

Kinderbetreuung soll gestärkt aus der Corona-Krise hervorgehen

Die Kinderbetreuung soll aus der Corona-Krise gestärkt hervorgehen. Eine Koalition aus 30 Organisationen fordert daher mehr Betreuungsplätze.

Um familienexterne Betreuungsplätze zu erhalten und auszubauen sowie das Kindswohl zu schützen, sei jetzt ein zielgerichtetes Vorgehen von Bund und Kantonen nötig, hiess es am Dienstag an einer Video-Medienkonferenz in Bern. Die Kinderbetreuung spiele eine zentrale Rolle in der Corona-Krise und müsse auch ein zentrales Element jeder Ausstiegsstrategie sein.

Lehrerschaft und Betreuungspersonal, Schülerinnen und Schüler, Eltern, Kantone und Gemeinden leisteten einen grossen Effort, um die Ausnahmesituation mit Homeoffice, Fernunterricht und Kleingruppenbetrieb zu meistern.

Wenn man verhindern wolle, dass auf die Corona-Krise eine Betreuungskrise folge, brauche es jetzt ein gesamtschweizerisches Vorgehen, schreiben die Organisationen aus Gewerkschaften, Frauen-, Kinderschutz- und Familienorganisationen und Interessenvertretern in einer gemeinsamen Medienmitteilung. Der Bundesrat habe zwar verordnet, dass die Kinderbetreuung aufrechterhalten werden müsse, aber darauf verzichtet, den Betrieb oder die Finanzierung in dieser aussergewöhnlichen Situation zu regeln.

Kritik an kantonalem Wildwuchs

Die Folge sei ein Wildwuchs an kantonalen Regelungen bezüglich Finanzierung und Zulassungskriterien, der für Verwirrung und Frust sorge. Eltern würden beispielsweise gebeten, die Kinder zu Hause zu betreuen, blieben aber teilweise trotzdem die Beiträge schuldig.

Arbeitnehmende versuchten im Homeoffice, ihrer Erwerbsarbeit und den Kindern gerecht zu werten. Mit der Öffnung zusätzlicher Dienstleistungsbetriebe seit Montag spitzt sich erwartungsgemäss die Situation weiter zu, da Eltern vermehrt wieder an ihrem Arbeitsplatz präsent sein müssen.

Zusätzliche Herausforderung um den sicheren Betrieb und den Gesundheitsschutz von Kindern, Personal und Eltern zu gewährleisten stünden bevor, wenn Schulen, Kindergärten und Spielgruppen im Mai den Betrieb wieder aufnehmen dürfen, heisst es in der Medienmitteilung. Ausserdem zeichne sich ab, dass die Betreuung durch Grosseltern wohl längerfristig ausfallen werde und entsprechend kompensiert werden müsse.

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