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Schweiz

Vom Baumarkt bis zum Tätowierer – jedem sein eigenes Schutzkonzept

Ab Montag dürfen unter anderem Bau- und Gartenmärkte, Coiffeursalons, Therapiepraxen wieder öffnen. Sie haben eigene Schutzkonzepte ausgearbeitet.

Die Bau- und Gartenmärkte setzen wie der Detailhandel auf ein Tropfenzählersystem beim Einlass, das Einhalten der Mindestabstände und das bargeldlose Zahlen. Zudem versehen sie die Kassen mit Plexiglasscheiben. Um dem erwarteten Ansturm zu begegnen, wurden spezielle Wartezonen eingerichtet.

Die Gartencenter erwirtschaften in den Monaten April und Mai mit dem Pflanzenverkauf 40 bis 60 Prozent ihre Umsatzes. Nach Angaben des Branchenverbands Jardin Suisse landeten während der Zeit der Schliessung Pflanzen im Wert von 40 Millionen Franken auf dem Kompost.

Verkaufen dürfen die Bau- und Gartenmärkte nur Pflanzen und Baumaterial, wie den Erläuterungen zur Verordnung zu entnehmen ist. Daniel Schärer, Geschäftsführer beim Branchenverband 2rad Schweiz, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, der Verkauf von Fahrzeugen, Spielzeug, Hobbygeräten und ähnlichem sei untersagt.

Strenge Hygiene beim Zahnarzt

In den Zahnarztpraxen werden ab Montag sämtliche Zahnbehandlungen wieder aufgenommen. Zusammen mit den Kantonszahnärztinnen und -ärzten hat die Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft ein Schutzkonzept erstellt. Die bereits unter normalen Bedingungen strengen Hygienestandards wurden mit zusätzlichen Massnahmen wie Triage von Risikopatienten oder Abstandhalten im Wartezimmer verstärkt. Schutzmasken sind bei den Zahnärzten ohnehin Routine.

Der Physiotherapeuten-Verband Physioswiss empfiehlt den Therapeutinnen und Therapeuten, bei der Arbeit Schutzmasken zu tragen. Klienten müssen keine Maske anziehen, ausser sie gehören einer Risikogruppe an. Weitere Auflagen gelten bei der Patientenzahl in der Praxis und im Wartezimmer. Behandlungen in Alters-, Pflegeheimen und ähnlichen Einrichtungen erfolgen nach deren Besuchsregeln.

Auch Tierarztpraxen und Tierkliniken sind ab Montag wieder voll für die vierbeinigen und geflügelten Patienten da. Neben den Distanz- und anderen Regeln ist neu, dass die Halter ihre Tiere draussen vor der Praxis oder Klinik den Veterinären übergeben und wieder abholen müssen.

Rasieren mit Visier

Coiffure Suisse, der Berufsverband der Coiffeure hat ein Zwei-Phasen-Konzept erstellt, das unter anderem auf Masken setzt. In der ersten Phase sollen die Coiffeure ihre Geschäfte teilweise öffnen können. Die Salons sollen zunächst – wegen des Sicherheitsabstandes – auf maximal der Hälfte ihrer Plätze bedienen, mit einem Teil der Belegschaft und höchstens einem Lernenden.

Coiffeure und Kunden müssen zudem Schutzmasken tragen. Weiter setzt das Konzept auf Einweghandschuhe für die Coiffeure, Einweg-Schutzumhänge für die Kundschaft und Desinfektion. Für Arbeiten im Gesicht – etwa Bartpflege, Rasur oder Kosmetik – sowie für Maniküre muss eine Plexiglasvisiermaske getragen werden.

Angehörige von Risikogruppen sind bei der teilweisen Eröffnung ausgeschlossen, und auch in Altersheimen dürften Coiffeure noch nicht arbeiten. In der zweiten Phase sollten die Salons wieder vollständig öffnen dürfen und sich dabei an die vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) vorgeschriebenen Massnahmen halten.

Mit Maske zum Tätowieren

Der Verband Schweizerischer Berufstätowierer verlangt von den Stichkünstlern in seinem Schutzkonzept, eine Schutzmaske des Typs FFP2 zu tragen. Kunden erhalten eine Chirurgenmaske. Für Beratung und Erstkontakt gilt der Mindestabstand. Zudem erliess der Verband weitere Massnahmen wie konsequentes Desinfizieren von Oberflächen und Trennwänden oder Vorhängen zwischen den Arbeitsplätzen.

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