Greta Thunberg ruft dazu auf, in der Corona-Krise auf Wissenschaftler und Experten zu hören. (Archivbild: Keystone)
International

Greta Thunberg: «Klima und Umwelt sind weiter in Not»

Greta Thunberg erinnert daran, die Klima-Krise trotz Corona weiterhin eine direkte Bedrohung sei. Man müsse mit beiden Krisen gleichzeitig hantieren können.

Die schwedische Umweltaktivistin Greta Thunberg hat dazu aufgerufen, in der Corona-Krise auf Wissenschaftler und Experten zu hören. In einem Online-Gespräch am Mittwoch, das vom schwedischen Nobelpreismuseum anlässlich des Earth Day organisiert wurde, diskutierte sie rund eine Stunde mit dem Potsdamer Klimaforscher Johan Rockström über die Herausforderungen durch das Coronavirus. «Der heutige Earth Day erinnert uns daran, dass das Klima und die Umwelt weiter in Not sind», sagte sie. «Wir müssen in der Lage sein, mit beiden Krisen gleichzeitig zu hantieren.»

Rockström sagte, dass die Klima-Krise und die Pandemie zusammenhingen und Teil der grossen globalen Krise seien. «Die Corona-Krise kam nicht wie ein schwarzer Schwan. Wir haben vorhergesehen, dass so etwas passieren kann. Globale Erwärmung und die Vernichtung von Ökosystemen erhöhen die Risiken für Pandemien.» Er hoffe, dass man nach der Krise nicht wieder in die alte Welt zurückspringen werde.

«Die Klima-Krise ist auch eine direkte Bedrohung»

Greta Thunberg stellte fest, dass es in der jetzigen Situation einen grossen Willen gebe, das persönliche Leben zu ändern. Leider werde die Klima-Krise, anders als die aktuelle Corona-Krise, nicht als eine unmittelbare Bedrohung aufgefasst, bedauerte die 17-Jährige. «Die Klima-Krise ist auch eine direkte Bedrohung, mit Folgen für uns und für Menschen in anderen Teilen der Welt.»

Rockström glaubt nicht, dass der Klimakampf durch den Virusausbruch einen Rückschlag erleidet, auch wenn Konferenzen und Demonstrationen abgesagt werden mussten. «Ich glaube, wenn wir diese Krise überwunden haben, sind wir gewappnet, die nächste Krise zu meistern.» Thunberg stimmte zu: «Wir werden aus dieser Krise gestärkt hervorgehen.»

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