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Schweiz

Coronavirus reisst tragischen Röstigraben durch die Schweiz

In der Romandie sind die Corona-Todeszahlen viel höher als in der Deutschschweiz. Das und mehr zur Corona-Pandemie steht heute in der Sonntagspresse.

Die Schlagzeilen in nicht verifizierten Meldungen:

Tragischer Röstigraben bei der Sterberate

In der Romandie starben laut dem «SonntagsBlick» bisher pro 100’000 Einwohner 24,7 Menschen an Covid-19. Im Tessin betrage die Quote 53,5. In der Deutschschweiz liege sie derweil nur bei 6,2.

Demnach starben in der Romandie vier Mal mehr Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion als in der Deutschschweiz.

Olivia Keiser, Epidemiologin der Universität Genf, sagte der Zeitung, dass bei dieser Entwicklung der Zeitfaktor eine tragende Rolle gespielt habe: «Im Tessin und in der Romandie hat die Epidemie früher begonnen. Die Deutschschweiz hatte somit einen zeitlichen Vorsprung». Mit den getroffenen Massnahmen habe man dort grössere Schäden verhindern können. Entscheidend sei zudem gewesen, wie sich die Leute bewegen und, ob sie Kontakt zueinander haben.

Streitpunkte Restaurants, Fachgeschäfte und Dienstleistungen

Der Streit um die richtige Vorgehensweise mit der Lockerung der Coronavirus-Massnahmen durch den Bundesrat beschäftigt die Sonntagspresse stark. So kritisiert etwa die Zürcher Regierungspräsidentin Carmen Walker Späh in der «NZZ am Sonntag», dass Coiffure-Salons am 27. April öffnen dürften, Buchhandlungen dagegen erst später.

Nicht nachvollziehbar sei auch, wenn Grossverteiler das ganze Sortiment anböten, Fachgeschäfte aber geschlossen bleiben müssten. Auch Restaurants sollten schneller wieder Gäste bedienen dürfen, mahnte die FDP-Politikerin. Es ginge um Milliarden, welche allein die Zürcher Wirtschaft verliere.

Laut der «NZZ am Sonntag» setzen sich auch Bergführer, Wanderleiter und Kletterlehrer mit Coiffeuren gleich. Dies seien ebenfalls personenbezogene Dienstleistungen und man würde sie zudem im Freien mit einem geringeren Coronavirus-Ansteckungsrisiko anbieten, hiess es vom Bergführerverband gegenüber der Zeitung.

CVP-Nationalrat Leo Müller (LU) sagte gegenüber der «SonntagsZeitung», dass es möglich sein müsse, dass die Gastrobetriebe am 11. Mail mindestens teilweise wieder öffneten. «Ich schliesse nicht aus, dass die Restaurants in den nächsten Wochen ebenfalls öffnen können», erklärte zudem Wirtschaftsminister Guy Parmelin in der «SonntagsZeitung» und in «Le Matin Dimanche».

Mehr zu den Aussagen Parmelins lesen Sie hier. «Wir brauchen keine vagen Versprechen, wir brauchen jetzt Klarheit», hiess es im «SonntagsBlick» zudem etwa von Gastro Stadt Bern und Umgebung. Während von den Coiffeuren 50 Mal die Rede ist, habe der Bundesrat die Gastronomie noch nicht einmal erwähnt, hiess es. Auch die Reisebüros sind laut der «SonntagsZeitung» sauer, weil sie beim Bundesrat mit ihren Rettungsvorschlägen aufgelaufen sind.

Senioren wollen bei Erkrankung im Pflegeheim bleiben

Ein Grossteil der Senioren in Schweizer Pflegeeinrichtungen will laut der «NZZ am Sonntag» und der «SonntagsZeitung» im Falle einer ernsten Coronavirus-Erkrankung im Heim bleiben. Die Senioren wollten bei einem schlechtem Verlauf sogar dort versterben.

Fast 400 Todesfälle ereigneten sich laut der «SonntagsZeitung» bereits in Institutionen für Betagte. Die Zeitung stützt sich auf eine eigene Umfrage in den Kantonen. Die «NZZ am Sonntag» beruft sich auf eine eigene Umfrage bei Pflegeeinrichtungen, Spitex-Diensten und kantonalen Krisenstäben.

Zurzeit fehlten schweizweite Zahlen, da der Bund keine Meldepflicht zum Ort des Todes vorschreibt, hiess es. Im Kanton Basel-Stadt seien aber bis Freitag 18 Pflegeheimbewohner am Coronavirus verstorben – nur vier von ihnen seien im Spital gewesen.

Im Kanton Waadt seien bis Donnerstag 187 Personen in Alterspflegeeinrichtungen verstorben. Nur vereinzelt seien Fälle ins Spital überstellt worden, teilte der Waadtländer Krisenstab der «NZZ am Sonntag» mit. Und im Kanton Zürich seien bisher 87 Senioren aus Alters- und Pflegeheimen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion verstorben – 47 von ihnen im gewohnten Umfeld.

Parlamentarier wollen Sitzungsgelder trotz Ausfall

Obwohl der Parlamentsbetrieb in der Coronavirus-Krise auf Sparflamme läuft, bestehen einige Parlamentarier laut  «SonntagsBlick» auf den üblichen Sitzungsgeldern. Bei der Verwaltungsdelegation des Parlaments seien mehrere Einzelanträge eingegangen, die Taggelder doch auszuzahlen.

Trotz der gestrichenen Kommissionssitzungen und der abgesagten letzten Sessionswoche, wollten Parlamentarier das Geld für gestrichene Sitzungstage. Je nach Zugehörigkeit zu den Kommissionen gehe es um mehrere tausend Franken.

In der sechsköpfigen Verwaltungsdelegation hätten die Anträge für Unmut gesorgt. FDP und SVP lehnten die Begehren kategorisch ab, während sich Linke grundsätzlich für Kompromisse bereit zeigten. Ein Entscheid sei aber noch nicht gefällt, hiess es weiter.

Bundesrat will Milliarden für Material ausgeben

Der Bundesrat will laut der «NZZ am Sonntag» und der «SonntagsZeitung» zahlreiche Anschaffungen für bis zu 2,24 Milliarden Franken im Zusammenhang mit der Coronavirus-Krise tätigen. Die Zeitungen berufen sich dabei unter anderem auf einen geheimen Antrag des Bundesrates an die Finanzdelegation des Parlaments.

Er will in den nächsten vier Monaten total 550 Millionen Schutzmasken aller Art beschaffen. Ebenso auf der detaillierten Beschaffungsliste stünden 1’000 neue Beatmungsgeräte, acht Millionen Kits für Coronavirus-Tests, 190 Millionen Einweghandschuhe und 48 Millionen Einheiten an Handdesinfektionsmittel, hiess es.

Die «SonntagsZeitung» schreibt zudem, dass die Preise, mit denen das Bundesamt für Gesundheit BAG für die Beschaffung kalkuliere, bereits für Kritik sorge. Die Preisangaben seien teils vier Mal so hoch als andere Unternehmen für die gleichen Waren bezahlen würden.

Ronaldinho hat auch Ärger in der Schweiz

Ronaldo «Ronaldinho» de Assis Moreira hat laut der «SonntagsZeitung» nicht nur Ärger mit den Behörden in Paraguay, sondern auch in der Schweiz. Grund dafür sei eine vom ehemaligen Spitzenfussballer gegründete Stiftung.

Die Ronaldinho Foundation habe ihren Sitz an der Zürcher Bahnhofstrasse. Die Stiftung wolle die Gesundheit und den Zugang zu Medizin für Bedürftige fördern, hiess es. Doch seit längerem sei es ruhig um das Projekt geworden.

Die Revisionsstelle der Ronaldinho Foundation habe ihr Amt niedergelegt, weil sie trotz mehrmaliger Nachfragen betreffend der Jahresrechnung und dem weiterem Vorgehen nie eine Rückmeldung erhalten hätten.

Ende Januar habe das Zürcher Handelsregister der Stiftung 30 Tage lang Zeit gegeben, um Organisationsmängel zu beseitigen, hiess es weiter. Die Frist sei aber abgelaufen.

4 Kommentare

  1. Verstehe das nicht, wie meist gut betuchte Parlamentarier auf diese Extra Einkommen pochen für nicht einmal geleistete Arbeit, während ein Grossteil der Bevölkerung froh ist überhaupt den geregelten Lohn zu bekommen und einem Teil der Bevölkerung Arbeitslosigkeit droht.
    Pretty nasty.Report

  2. Leute Sterben in Massen und Ihr wollt nur Geld? Thema Nr1 in der Schweiz GELD?? Wo sind die Toten Menschen leben die Familien die Leiden heeee???Soltet lirber Sie entschädigen! 😡😡😡Report

  3. Ist ja logisch: Von Frankreich und Italien strömen die Pendler in die Schweiz. Das sind die problematischen Länder, die den Virus in die Grenzkantone trugen. Deshalb wurde dort auch viel zu extrem reagiert.Report

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