Im Gegensatz zu den Vorjahren wurden im Corona-Jahr 2020 weniger Lehrverträge abgeschlossen. (Bild: Keystone)
Schweiz

Rückgang bei Lehrverträgen wegen Corona

Die Corona-Krise macht sich auf dem Lehrstellenmarkt bemerkbar. Die Zahl der abgeschlossenen Lehrverträge ist gegenüber anderen Jahren rückläufig.

Etwa zwei Drittel der jährlich rund 100’000 Schulabgängerinnen und -abgänger wählten eine berufliche Grundbildung, sagte Rémy Hübschi, Vizedirektor des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) am Freitag in Bern vor den Bundeshausmedien.

Dass die Zahl der abgeschlossenen Lehrverträge derzeit rückläufig sei, überrasche nicht, sagte Hübschi. Einige Betriebe seien geschlossen, andere hätten derzeit andere Prioritäten.

Massnahmen zum Auffangen der Jugendlichen

Das SBFI führe ein Monitoring durch, sagte Hübschi. Um allenfalls Schulabgängerinnen und -abgänger ohne Anschluss auffangen zu können, würden Massnahmen vorbereitet. Etwa könnte mehr Zeit eingeräumt werden für Vertragsabschlüsse oder es könnten zusätzliche Brückenangebote vor Lehrbeginn geschaffen werden.

Hübschi äusserte sich auch zur Verordnung für die bevorstehenden Lehrabschlussprüfungen, die der Bundesrat am Donnerstag verabschiedete. Während auf schulische Prüfungen durchwegs verzichtet wird, gibt es für die praktische Prüfung drei Varianten: Prüfung im Betrieb, Prüfung in einem Prüfungszentrum oder Verzicht auch auf die praktische Prüfung.

Für alle 230 Berufe müsse bis Ende Monat festlegt werden, welche Varianten angewandt werde, sagte Hübschi. Auf Grund bisheriger Reaktionen zeige sich, dass in industriellen und gewerblichen Berufen eher auf Prüfungen gesetzt werde. Dagegen werde für eher wissenslastige Berufe wie etwa Kaufmann/Kauffrau die Variante ohne praktische Prüfung bevorzugt.

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