Featured Video Play Icon
Der Telebasel News Beitrag vom 19. April 2020.
Region

Der Festival-Sommer liegt auf Eis

Was uns im Sommer für eine Situation erwartet, ist ungewiss. Festivals könnten aufgrund des Veranstaltungsverbots ins Wasser fallen, die Konsequenzen variieren.

Viele Festivals werden über das ganze Jahr geplant und haben 356 Tage im Jahr Ausgaben, die mit den Einnahmen der Veranstaltung gedeckt werden. Findet diesen Sommer kein Festival statt, würde einigen Veranstaltern das Geld fehlen.

«Bis jetzt haben wir ganz normal geplant»

Zwei grosse Veranstaltungen in der Region sind das Polyfon Festival (ehemaliges OpenAir Basel) und das Tension Festival, das zu den grössten elektronischem Festivals in der Nordwestschweiz zählt.

Bei beiden Veranstaltern sieht es ähnlich aus, Vorbereitungen sind bis anhin auf übliche Weise getroffen worden. «Bis jetzt haben wir ganz normal geplant», meint Sandro Bernasconi Programmplaner des Polyfon Festivals. Erst wenn ein Verbot vom Bund oder Kanton ausgesprochen wird, ziehen die beiden Festivalgiganten die Reissleine.

«Dabei sprechen wir von einer höheren Macht», erklärt Tension Festival-Mitgründer Sebastian Schmidt. Denn würde der Veranstalter aus eigener Initiative die Veranstaltung absagen, drohen stärkere Ausfälle. «Wir müssten die Künstler entschädigen», meint Schmidt.

Rückerstattung der Tickets

Was besonders den Festivalbesuchern unter den Fingern brennt, ist die Frage nach der Gültigkeit ihrer Tickets. Beim Tension Festival wurde hierfür bereits eine Lösung ausgearbeitet. «Wir würden die Tickets verlängern, dass sie auch im Jahr 2021 gültig wären, oder wir würden sie rückerstatten», versichert Sebastian Schmidt.

Auch beim Polyfon Festival sei das Ziel eine Rückerstattung. Von den Kosten her, wäre nämlich eine Absage von Seiten beider Veranstalter noch tragbar. Trotz jährlicher Fixausgaben, kann kurz vor der Durchführung am meisten gespart werden. «Es ist ein Festival, bei dem das Team grösser wird, je näher, das Festival kommt», erklärt Sandro Bernasconi.

Die hohen Ausgaben kommen somit erst kurz vor der Durchführung. Aus diesem Grund sind sich die beiden Veranstalter besonders bei einer Sache einig. «Wir sind drauf angewiesen, dass der Bund oder Kanton sobald als möglich bekannt gibt, wie lange das Veranstaltungsverbot andauert», bringt es Bernasconi auf den Punkt.

Bund schweigt vor sich hin

Tensionveranstalter Schmidt ist irritiert: «Nach der Pressekonferenz des Bundes, sind wir als Veranstalters eines der grössten Openair Events von Basel ziemlich verstört», es sei unverständlich, dass die Regelungen bezüglich Gastronomie, Events, Bars und Clubs bekannt gegeben wurden.

«Es bleibt uns nichts anderes übrig als mit der Planung weiterzufahren», diese Situation sei für die Veranstalter dramatisch, besonders die Detailplanung wird teuer und solange keine höhere Macht bestimmt, dass die Veranstaltungen nicht stattfinden können, wollen sie auch nicht anderes bekanntgeben. «Ohne Absage des Bundes können keine vorausbezahlten Künstlergagen zurückgefordert werden», erklärt Schmidt.

Künstler können nicht einreisen

Ein weiteres Problem liegt laut Sandro Bernasconi gar nicht bei den Ressourcen. «Wir machen uns Sorgen um die Künstler», Bernasconi weiss, dass es besonders für Artisten, die in den Schengenraum einreisen müssten, schwierig werden würde. «Momentan ist die Reise-Einschränkung ein weiteres grosses Problem.»

Somit kämen die beiden Festivals in einen Engpass, was ihre Acts betrifft. Beide haben Auftritte von Künstlern ausserhalb des Schengenraums in ihrem Line-Up. «Dazu kommt, dass immer mehr europäische Festivals abgesagt werden», meint der Polyfon-Veranstalter. «Wir sind ein Teil dieser Kette», jedes weitere Glied der Kette, das wegfalle, sorge dafür, dass irgendwann auch ihr Teilchen wegbreche.

Einige Veranstaltungen bereits abgesagt

Kleinere und vor allem, regionale Veranstaltungen ohne Eintrittspreise, wurden bereits abgesagt. Dazu gehört beispielsweise das Pärkli Jam im St. Johanns-Park oder auch das Imagine Festival, das jeweils über die ganze Stadt verteilt stattfindet.

Die Veranstakter von Summer Stage, das jährlich im Park im Grünen stattfindet, möchten sich zurzeit nicht äussern. Tino Krattiger, Gründer von IM FLUSS möchte aufgrund der unsicheren Lage ebenfalls keine Stellung beziehen.

Em Bebbi sy Jazz, das im August stattfinden würde und auch das Leimentaler OpenAir planen nach wie vor weiter, auch hier wird die Reissleine erst dann gezogen, wenn der Bund oder Kanton anders bestimmt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Mehr aus dem Channel