Featured Video Play Icon
Der Telebasel Sonntags Talk vom 19. April 2020.
Basel

Corona-Exit, Baselworld-Aus und Medien-Krise

Im Sonntags-Talk diskutieren: SP-Grossrätin Sarah Wyss, CVP-Regierungsrat Lukas Engelberger und der Unternehmer Pascal Brenneisen.

Exit-Strategie des Bundesrates: zu vorsichtig?

Die Ansteckungszahlen sind in den letzten Tagen massiv gefallen. In drei Schritten soll nun der sogenannte Lockdown gelockert werden.

Erster Schritt: Im medizinischen Bereich soll wieder alles erlaubt sein, Operationen etwa, Zahnbehandlungen, aber auch Physiotherapie. Dienstleiter mit Körperkontakt (Coiffeure, Kosmetikstudios usw.), aber auch Spezialgeschäfte (Baumärkte etc.) sollen wieder öffnen können. Aber alle weiteren Läden müssen sich bis zum zweiten Schritt, dem 11. Mai gedulden.

Dann sollen auch die Schulen wieder öffnen. Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe wie Museen, Bibliotheken, botanische Gärten und Zoos müssen bis am 8. Juni warten. Erst dann wird das Versammlungsverbot gelockert werden.

SVP und FDP hatten Druck auf eine Beendigung des Lockdowns und der Wiederöffnung der Läden gemacht. Erheblich leiden werden unter der Krise die Gastronomen.

Telebasel fragt: Ist der Bundesrat zu vorsichtig?

Das jedenfalls findet die SVP Schweiz: «Die SVP Schweiz ist entsetzt über die mutlose Strategie des Bundesrates zum Ausstieg aus dem Corona-Lockdown. Statt die Testmöglichkeiten auszubauen, ausreichend Schutzmasken zu besorgen und die Rückverfolgung von Infektionen via App voranzutreiben, um den Menschen in der Schweiz so eine möglichst rasche Wiederaufnahme der Arbeit zu ermöglichen, vergrössert er den Schaden für die Wirtschaft und die Volkswirtschaft insgesamt». weiter

Baselworld steht vor dem Aus

Für einmal durchbrach eine Meldung die Corona-News-Mauer: Fünf Edelmarken kehren der Baselworld den Rücken und produzieren selbst eine Ausstellung in Genf. Laut SRF hat die Basler «Weltmesse» damit die letzten Weltmarken verloren.

Rolex, Chanel, Patek Philippe, Chopard und Tudor machen geltend, dass die MCH immer wieder Entscheide ohne sie getroffen hätte. Die MCH-Group zeigt sich erstaunt, habe man doch die Zukunft gemeinsam geplant.

Wie auch immer: In den nächsten Wochen will die MCH-Group über das Schicksal der Messe entscheiden. VR-Präsident Ueli Vischer hat in einem BZ-Interview bereits teilweise den Entscheid vorweggenommen: Die Baselworld, wie wir sie gekannt hätten, werde es nicht mehr geben. SVP und GLP haben gefordert, die Regierungsrats-Mitglieder Tanja Soland und Christoph Brutschin müssten aus dem MCH-Verwaltungsrat zurücktreten.

Telebasel fragt: Wie muss Basel sich nun verhalten? Welche Folgen müssen wir erwarten?

Die Medien boomen und stehen trotzdem am Abgrund

Die Corona-Krise sorgt für Rekorde bei den Zugriffszahlen, aber auch für brutale Einbrüche bei den Werbezahlen. Bundesrätin  Simonetta Sommaruga wollte die Medien per Notverordnung stützen.

Die Wochenzeitung «WOZ» zitierte aus einer bereits formulierten Medienmitteilung: «Die Corona-Pandemie trifft auch die Medien hart. Aufgrund ihrer besonderen Bedeutung für die demokratische Debatte hat der Bundesrat an seiner Sitzung vom 1. April 2020 entschieden, die Medien mit 78 Millionen Franken zu unterstützen».

Aber daraus wurde nichts. Der Gesamt-Bundesrat sagte ab. Zweifelsohne leisten die Medien gerade in Zeiten der Krise einen enormen Service: Die Bevölkerung sucht Informationen. Aber bei staatlicher Unterstützung stellt sich die Frage der Unabhängigkeit. Zudem wollen die TX Group und die «NZZ» an Dividenden-Auszahlungen festhalten.

Telebasel fragt: Bricht nun die Schweizer Medienlandschaft zusammen?

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*