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Der Telebasel News Beitrag vom 15. April 2020.
Basel

Die Baselworld steht am Abgrund

Die angeschlagene Baselworld rutscht weiter in die Krise – und mit ihr auch die MCH Group. Wie es nun weitergehen soll, sorgt für Diskussionen.

Nicht nur fallen wichtige grosse Aussteller weg, sondern die Fernbleibenden lancieren in Genf gleich noch eine Konkurrenzmesse zur Baselworld. Stimmen aus der Basler Politik glauben, dass damit das letzte Stündchen der Baselworld geschlagen hat.

Besonders die GLP und die SVP, denen die Führung der MCH Group schon länger ein Dorn im Auge ist, schiessen scharf: «Ich nehme an, dass das das Ende ist für die Baselworld», sagt SVP-Grossrat Joël Thüring.

Ganz unbegründet ist diese Aussage nicht. Auch Regierungsrat Christoph Brutschin, der im Verwaltungsrat der MCH Group einsitzt, gibt zu, dass es die Baselworld wie wir sie kennen, als weltgrösste Uhren- und Schmuckmesse wohl in Zukunft nicht mehr geben werde.

Ob die Baselworld komplett eingestampft werde, könne er zum jetztigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Das müsse zuerst im Verwaltungsrat diskutiert werden, so Christoph Brutschin.

Seit Jahren ein Dorn im Auge

Immer wieder sind die Verwaltungsratsmandate der beiden SP-Regierugnsräte Christoph Brutschin und Eva Herzog (künftig Tanja Soland) kritisiert worden. Sie würden ihre Aufsichtspflicht nicht erfüllen. Zudem bestehe ein Interessenkonflikt, schreibt David Wüst-Ruedin von der GLP bereits vor zwei Jahren in einer Interpellation.

Die Basler SVP und GLP fordern in einer Medienmitteilung deshalb den Rücktritt der beiden SP-Politiker Christoph Brutschin und Eva Herzog aus dem Verwaltungsrat der MCH Group.

Die GLP geht sogar noch einen Schritt weiter und fordert eine komplette Auswechslung inklusive den Abgang von Verwaltungsratspräsident Ueli Vischer. Die SVP belassen es bei der Forderung, die SP-Verwaltungsräte abzusetzen.

Kein Verständnis für solch «populistische Forderungen» hat LDP Nationalrat und Parteikollege von Ueli Vischer, Christoph Eymann. Jetzt müsse die Lage zuerst analysiert werden, bevor man vorschnelle Schlüsse ziehe.

Auch einen Verkauf der Kantonsaktien, wie in die GLP zumindest teilweise für richtig hält, sieht Eymann als ungünstig an: «Man muss das jetzt in Ruhe anschauen. Abgesehen davon, wäre es jetzt ein denkbar schlechter Zeitpunkt. Der Aktienmarkt ist am Boden. Und wenn man jetzt verkaufen würde, wäre das nicht so klug».

Telebasel zeigt am Mittwoch, 15. April 2020, zwei Talks zur Baselworld-Krise: Um 18:45 Uhr das Gespräch mit Baselworld-CEO Michel Loris-Melikoff und um 19:15 Uhr ist der VR-Präsident des Hotels les Trois Rois, Rudolf Schiesser, zu Gast.

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