Im März 2019 war Pell, der frühere Erzbischof von Melbourne, wegen des Missbrauchs zweier Chorknaben in den 90er Jahren zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. (Bild: Keystone)
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Kardinal Pell warnt: Nicht jedem Kläger glauben

Der vor einer Woche überraschend vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs freigesprochene Kardinal George Pell hat davor gewarnt, jedem Kläger zu glauben.

Der 78-Jährige australische Kardinal habe dem Sender Sky News in seinem ersten Interview nach dem Freispruch zudem gesagt, er wäre nicht überrascht, wenn er mit weiteren Vorwürfen sexuellen Kindesmissbrauchs konfrontiert würde, berichteten lokale Medien am Dienstag unter Berufung auf einen Ausschnitt. Das vollständige Interview soll am Dienstag (19.00 Uhr Ortszeit, 11.00 Uhr MESZ) ausgestrahlt werden.

Wegen des Missbrauch zu sechs Jahren Haft verurteilt

Im März 2019 war Pell, der frühere Erzbischof von Melbourne, wegen des Missbrauchs zweier Chorknaben in den 90er Jahren zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Das höchste australische Gericht hatte am 7. April dem Berufungsantrag des 78-jährigen Australiers wegen mangelnder Beweislast stattgegeben. Der ehemalige Berater des Papstes und Finanzchef des Vatikans wurde daraufhin nach rund 13 Monaten in Haft aus einem Gefängnis in der Nähe von Melbourne entlassen.

Opfer eines Trends?

Pell sagte in dem Interview den Berichten zufolge, er «wäre nicht vollständig überrascht» davon, wenn er neuen Anklagepunkten gegenüberstehen würde. Das wäre ein Hinweis darauf, dass er Opfer eines Trends sei, Anklägern zu glauben. «Vor 30 bis 40 Jahren ist das Pendel massiv gegen jeden, der sagt, er sei angegriffen worden. Heutzutage wollen wir nicht, dass es zurück schwingt, so dass jede Anklage als reine Wahrheit angesehen wird, das wäre ziemlich ungerecht und unangebracht», wurde Pell zitiert. Pell war der ranghöchste Geistliche in der Geschichte der katholischen Kirche, der wegen Kindesmissbrauchs verurteilt worden war.

1 Kommentar

  1. Die Kirche und ihre Missbrauchsskandale, die sich Ja in vielen Fällen als wahr erwiesen. Und nun kommt einer der sich irgendwie rauswinden konnte. Das es in der Vergangenheit viele Missbräuche an Buben gegeben hat, ist für mich erwiesen und da kann die Kirche noch so beschwichtigen. Vieles wurde vertuscht oder unter den Tisch in gewischt. Außerdem ist es eine Frechheit, dass der Vadikan Staat meint, er könne seine eigenen Regeln und Gesetze aufstellen. Deshalb bin ich nicht sicher, ob dieser Kardinal aber tatsächlich so ehrlich ist, wie es ihm sein Glaube eigentlich quasi vorschreibt. Aber da gibt es ja die sogenannte Unschuldsvermutung, die leider auch in diesem Fall zum Tragen kommt. Aber da die Kirche in ihrer Geschichte insgesamt nicht so gut davon kommt, kommen mir da gewisse Zweifel, was diesen Kardinal angeht….🤔😎Report

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