An den touristischen Hotspots des Kantons sei es zu keinen nennenswerten Menschenansammlungen gekommen. (Bild: Keystone)
Schweiz

Tessin verzeichnet ruhiges Osterwochenende

Keine Menschenansammlungen und keine Unfälle von Risikosportlern: Die Tessiner Kantonspolizei zieht nach dem Osterwochenende eine positive Bilanz.

Die Mehrheit der Personen habe sich in den vergangenen Tagen verantwortungsbewusst verhalten.

Die Tessiner seien diszipliniert – das hätten sie am vergangenen Wochenende gezeigt, sagte Stabschef Matteo Cocchi zu Beginn der Pressekonferenz.

Auch die Mitbürger aus dem Norden hätten die Botschaft verstanden und seien zu Hause geblieben. An den touristischen Hotspots des Kantons sei es zu keinen nennenswerten Menschenansammlungen gekommen, sagte Cocchi.

Bilanz gibt Hoffnung

Die Polizei habe insgesamt 70 Mal intervenieren müssen und dabei 30 Disziplinarbussen verteilt. Es sei in den vergangenen Tagen zu einem schwereren Autounfall sowie zu zwei Velounfällen gekommen. Auch im Haushalt seien Personen verunfallt.

Dem Aufruf, keine Risikosportarten auszuüben, habe die Bevölkerung Folge geleistet, resümierte Cocchi. Diese positive Bilanz gebe Hoffnung für die kommenden Wochen, in denen es weiterhin viel Disziplin und Verantwortungsbewusstsein brauche.

Mehr Unternehmen mit Anspruch auf Entschädigung

Sergio Montorfani und Claudia Sassi vom Tessiner Arbeitsamt informierten anschliessend über den Stand der Gesuche um Kurzarbeit und Ausfallsentschädigung.

Laut Montorfani, Direktor des Tessiner Arbeitsamtes, sind bei der kantonalen Ausgleichskasse bisher 11’000 Gesuche um Erwerbsersatzentschädigung eingetroffen. Die meisten davon stammten von Selbständigen. Ab Dienstag sollen die ersten Entschädigungen ausgezahlt werden. Pro Monat rechne man mit Ausgaben von 40 bis 50 Millionen Franken.

Die Frage nach einer Ausfallentschädigung für Selbständige, welche ihre Arbeit lediglich reduzieren, aber nicht ganz einstellen mussten, sei noch offen, hielt Montorfani fest. Darüber müsse der Bundesrat befinden.

Tessiner Krisenfenster

Montorfani wies darauf hin, dass auch jene Unternehmen Ausfallsentschädigungen beantragen könnten, die im Rahmen des sogenannten Tessiner Krisenfensters geschlossen wurden. Aufgrund der vorübergehenden Schliessung aller Betriebe gäbe es im Südkanton im Vergleich zur übrigen Schweiz mehr Unternehmen, die ihre Produktion hätten unterbrechen müssen.

Der Kanton Tessin verfügte Ende März die vorübergehende Schliessung aller Betriebe, obwohl dies gegen Bundesrecht verstiess. Kurz darauf legalisierte der Bundesrat die Sondermassnahmen rückwirkend.

Neu kann die Landesregierung einem Kanton erlauben, kurzzeitig die Tätigkeit ganzer Wirtschaftsbranchen einzuschränken oder einzustellen. Voraussetzung ist eine besondere Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung aufgrund der epidemiologischen Situation.

13’000 Gesuche um Kurzarbeit

Claudia Sassi, Chefin des kantonalen Arbeitsamts, informierte über den Stand der Kurzarbeitsgesuche. Bis heute habe ihre Abteilung rund 13’000 Gesuche erhalten. Diese würden insgesamt 100’000 Arbeitnehmende betreffen. Sassi rechnet mit einem monatlichen Aufwand von etwas mehr als 300 Millionen Franken.

Aufgrund der zahlreichen Gesuche um Kurzarbeit hat der Kanton Tessin eine Hotline sowie ein Online-Formular eingerichtet.

Alle Arbeitslosen hätten zudem seit dem 1. März und bis zum Ende der Covid-19-Verordnung Anspruch auf zusätzliche 120 Taggelder.

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