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Schweiz

Martullo-Blocher: «Bundesrat ist auf dem Holzweg, wenn er meint, er könne alles zentral öffnen»

Magdalena Martullo-Blocher (SVP) hat sich mit provokativen Forderungen zur Corona-Krise bemerkbar gemacht. Sie selbst bezeichnet sich als «Corona-Spezialistin».

Anfang März erschien Magdalena Martullo-Blocher (SVP) mit einer Schutzmaske im Nationalratssaal und sorgte für einen Eklat. Sie wurde deswegen aus dem Nationalratssaal verwiesen. «Das sorgte weltweit für Aufregung», so Martullo-Blocher. «Ein Youtube-Film mit dieser Szene wurde über 180 Millionen Mal angeklickt.»

In der Zwischenzeit hat die Corona-Krise voll eingeschlagen – davon betroffen ist auch die EMS-Chemie, welche im ersten Quartal rund einen Fünftel weniger umsetzte. EMS-Chefin Magdalena Martullo-Blocher hat in der Zwischenzeit angekündigt, die Coiffeur-Branche mit 600’000 Schutzmasken zu beliefern. Weil Masken in der Schweiz noch immer knapp sind, organisiere sie diese zu Selbstkosten. Mit der Aktion gehe es ihr vor allem um die Existenzsicherung der Branche.

Kritik am Bundesrat

Nicht nur deswegen bezeichnet sie sich im Interview mit der Sonntags-Zeitung als «Corona-Spezialistin». Sie übt aber auch scharfe Kritik an der Schweizer Regierung. Sie ist der Meinung, dass sie Geschäfte – darunter auch die Coiffeure –  und Restaurants viel früher öffnen wolle als der Bundesrat.  Martullo-Blocher (50) wiegelt ab und sagt, dass jeder Todesfall tragisch sei, aber «nicht hundertprozentig vermieden» werden könne. Doch der grosse wirtschaftliche Schaden «darf nicht noch grösser werden».

Sie sehe kein Risiko darin, die Wirtschaft schnell wieder hochzufahren. Eine Rückkehr zu steigenden Infektionszahlen «wäre dann wie jetzt. Wenn es aber funktioniert, vermeiden wir Lohneinbussen, Arbeitslosigkeit und Konkurse.»

Martullo-Blocher sieht in der gegenwärtigen Corona-Politik gar Anzeichen eines Bevormundungsstaates: «Der Bundesrat muss aufhören, jedem genau sagen zu wollen, was er wie zu tun hat. Das führt zu unsinnigen Regelungen und zu einer starken Verzögerung.»

Abstandsregeln einhalten

Insbesondere Blumengeschäfte, Baumärkte, Buchläden und eben auch Coiffeursalons würde die SVP-Politikerin sofort wieder öffnen. Wie Lebensmittelgeschäfte sollen diese Tröpfchensysteme einrichten zum Einhalten von Abstandsregeln. Der Bundesrat sei  auf dem Holzweg, wenn er meine, er könne alles zentral öffnen. 

«Wir müssen wieder in die Normalität zurückkehren. Pro Monat verlieren wir 15 Milliarden an Bruttosozialprodukt. Der Staat kann die Wirtschaft nicht ersetzen. Lohneinbussen, Arbeitslosigkeit, Konkurse und soziale Konflikte sind die Folgen.»

30 Kommentare

  1. „C’est le ton qui fait la musique„
    In gewissen Familien wurde dies leider nie vermittelt.
    In diesem Sinne erkennt man die selbsternannten „Spezialisten“ sehr einfach.Report

  2. Ich bin selten gleicher Meinung wie irgendein SVP Vertreter. Dieses Mal bin ich aber auch der Meinung, dass derzeit eine in der Regel sehr alte Person (grösser 80) mehr Wert ist, als die Junge Person, welche den entstandenen wirtschaftlichen Schaden dann begleichen darf. Nicht vergessen sollte man auch, dass eine grosse Arbeitslosigkeit meistens auch mit einer hohen Suizidrate einhergeht.Report

  3. Die Geschäfte sollten sofort (16 April ) geöffnet werden. Wichtig ist, dass die Abstände und die nötigen Vorsichtsmassnahmen eingehalten werden.
    Die Schulen nach den Osterferien..Report

  4. Frau Martullo-Blocher Lesen Sie den offenen Brief AZ von Pati Basler an Sie ! Sie nehmen den Mund zu voll! Von Ihnen erwarte ich weit mehr als 600000 Schutzmasken ( gratis, Sie haben Geld!)Report

  5. Es geht darum die Krankheit zu verlangsamen damit dass Gesundheits system nicht zusammen bricht, so dass viele noch die Moegluchkeit haben ein Bett I’m Spital zu bekommen.. Wen man jetzt alles oeffnet.. Dan haben alle diese a Massnahmen nichts gebracht.. Das haben wohl viele nicht begriffen zumindest die DummenReport

  6. Aha, Madame Blocher ist also der Meinung, dass viele tragische Tode zugunsten der Wirtschaft in Kauf genommen werden müssen? Und sie bezeichnet sich selbst als «Corona-Spezialistin»?? Wie schräg ist das denn??
    Unverständlich, entsetzlich und unglaublich angesichts der aktuellen Lage! Würde gerne wissen, wie sie darüber urteilt, wenn ein Familienmitglied von ihr auf Grund des Coronavirus verstirbt…
    Vielleicht sollte sie sich besser darüber informieren, dass es im Fall von zu schnellen Lockerungen der Rregeln auch schnell wieder zu einer 2. Welle kommen kann, aber offenbar interessiert es sie nicht, dass die Opfer Menschen mit Familie sind.Report

  7. Da haben Sie absolut recht Frau Martullo Blocher.
    In Portugal kann man doch wenigstens Werkzeug und Gartenartikel laufen. Aber auch hier sind nur die Grossen geöffnet und das ist schlimm für die kleinen. Schliesslich haben Bäckereien, Metzgereien und kleine Gemüseläden aus Tröpfchenweise offen. Wir brauchen Denker, aber nicht Avenir Suisse.
    Also ich hoffe im Mai wieder durch Sp und Fr in die Schweiz zu reisen. Aber jetzt bin ich wohler hier.Report

  8. Die Natur hat noch immer alles eigenständig geregelt ohne die Dummheit des Menschen.
    Natürliche Auslese, auch wenn es niemand wahrhaben will, das ist Naturgesetz und richtig.Report

  9. Ich habe von Anfang an Maske getragen! Die ganze Welt schützt sich zusätzlich mit Masken. NUR Herr Koch weiss es besser (oder lügt? ) Übrigens, hat jemand schon gezelt, wie viel mal hat er gesagt: «Das ist gute Frage, aber ich weiss es nicht» und «.. wir müssen abwarten, es ist im Moment sehr schwierig…», «jeder Tag endet sich die Lage» usw. usw. ?!Report

  10. Dummheit ist eine Gabe Gottes, aber Du sollst sie nicht missbrauchen. Bei MMB gilt nur eines: Geld scheffeln Bis zum es geht nicht mehr. Ob die andern verr….. ist egal.Report

  11. Aber sonst gehts noch. Vermutlich ticken sie wie Frau Martullo-Blocher, alles Experten und Arrogant .
    Ich habe das Gefühl dass das Virus ein paar Leuten das Hirn schon kaputt gemacht hat.Report

  12. Eine derzeitige Öffnung des Gewerbes hätte finanzielle Vorteile für Betriebe, aber bestimmt auch für die Altersversicherungen. 🤔Report

  13. Ich bin der Meinung in der Zentralschweiz sollte die Öffnung sofort beginnen, die meisten Fälle sind ja im Tessin und in der west Schweiz und nicht bei unsReport

  14. Wie Donald Trump ist auch Frau Martullo-Blocher für Alles und Jedes eine Spezialistin, Hauptsache Frau kriegt Medienpräsenz. Dazu gehört auch die «selbstlose» Maskenaktion für Coiffeure. Ich gehe davon aus, dass jede Maskenübergabe, wenn es dann wirklich statt- finden sollte, medial ausgeschlachtet wird.
    Im Übrigen bin ich auch für eine schrittweise Öffnung für Gärtnereien, Blumengschäften und Baumärkten. Bei Coiffeuren und Kleidergeschäften ist das Risiko doch ungleich höher auch mit Masken. Der Kontakt ist doch sehr eng.Report

  15. situation ist schlimm aber traurig auch dass tausende künster + freischaffende wie coiffeure/ese + beizer + Handwerker etc. um ihre existenz kämpfen.
    bundesrat bis h e u t e noch keine lösung für selbständigerwerbende gefunden…armutszeugnis…traurig traurig.Report

  16. Ich bin nicht dafür, sofort und um allen Preis alles öffnen zu wollen – wie wäre es einmal mit «Abwarten und Tee trinken», bevor man unnötig Menschenleben aufs Spiel setzt !
    Einmal mehr bin ich entsetzt – unendliches Wirtschaftswachstum ist nicht alles…Report

  17. Sicherlich ist ein schrittweises Öffnen von Publikumsgeschäften förderlich. Dies aber nur wo das Distanzhalten und kontaktlose Bezahlen, Übergabe der Ware, Dienstleistung möglich ist. Leider geht das beim Friseur, Masseur etc. nicht. Darum erachte ich Martulas Forderung als reine Propaganda. Mit ihrem Votum zeigt sie, dass ihr Business näher liegt als Menschenleben.Report

  18. Ich bin auch der Meinung Schrittweise zu öffnen
    Was bringt das wenn alle zu Hause bleiben und den Virus bei sich tragen ohne Test
    Und dann bei der Öffnung wieder eingebracht wird.Report

  19. Schuster bleib bei deinen Leisten….
    Übernehmen sie sich nicht geehrte Frau Martullo Blocher….
    Bevor Coiffeurgeschäfte öffnen sollten, gibt es andere Branchen wo sich Menschen nicht so nahe kommen wie beim Coiffeur…….Report

  20. Ich bin mit Abstand halten Hände waschen einverstanden aber nicht wenn man die ganze Wirtschaft kaput macht und Zähne erstellt das macht zu viel kaput und ist in keinem Verhältniss.Report

  21. Ich finde sie hat Recht. Senioren/Kranke sollen sich noch zurückhalten und möglichst zu Hause bleiben, Regeln festlegen, Masken, wo es geht und sinnvoll ist Home Office etc. Wir können nicht alle ein halbes Jahr aufm Hintern hocken und zusehen wie die Wirtschaft kollabiert.Report

  22. Oh je, die Überfrau schlägt zu. Lassen Sie den BR ihren Job machen und machen Sie den Ihrigen. Die Bevölkerung ist zufrieden mit den Massnahmen des offiziellen Bern, Ihren Kommentar braucht es nicht dazu. Seien Sie eine erfolgreiche Unternehmerin und bleiben Sie das.
    Im Weiteren hätte ich erwartet, dass Sie die Schutzmasken für die Coiffure spenden, das wäre eine supe Aktion der Solidarität gewesen.Report

  23. Dringend und sofort lockern, mit der Bedingung in allen Lokalen, Geschäften und Menschenansammlungen mit mehr als 5 Personenen Schutzmaskenpflicht.
    Herr Kurz hat gezeigt wos lang geht.😷Report

  24. Die Frau ist so blöd. Schlägt ganz nach ihrem Vater. Bekommen den Hals nie voll genug und spielen sich auf als wären sie allwissend. Der Bundesrat hat absolut richtig gehandelt. Da braucht es keine Kritik von einer geldgierigen Besserwisserin.Report

  25. Coiffure können den Mindestabstand nicht einhalten. Mal ganz abgesehen von den Uneinsichtigen Kunden die schon während der Coronazeit dachten man schneide ihnen die Haare jetzt zuhause! Diese würden keine Masken anziehen. Und wenn, sich dauernd ins Gesicht fassen Um selbige zurecht zu rücken. Da hätte man länger am diskutieren und zurückweisen als am Haare schneiden selber. Und da erwähne ich nur nebenbei jene die auch schon vor Corona krank zum Coiffure kommen und nicht daran denken das Coiffure auch krank werden könnten. Viele Kunden würden garnicht kommen weil sie angst hätten sich anzustecken, weniger bis kein Umsatz mit Risiko sich anzustecken. Es gibt keine perfekte Lösung bevor ein Impfstoff da ist.Report

  26. Das ist wieder typisch. Menschen denken nicht real, wenn der Vorschlag von der SVP kommt. Bei Links/Grün hätten alle dafür gestimmt. Das sieht man schon daran, wie es im Basel istReport

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