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CEO Roland Heri im Interview mit Telebasel. (Video: Telebasel)
Basel

FCB-CEO Roland Heri erklärt die Ablehnung der Lohnkürzung der 1. Mannschaft

Die Presse überschlägt sich mit Kommentaren und Analysen der abgelehnten Lohnkürzungen der FCB-Spieler. CEO Roland Heri erklärt Telebasel die Situation.

Die Meldungen in der Schweizer Medienlandschaft überschlagen sich. In den Kommentarspalten hagelt es Meinungen. In den Sportspalten hagelt es Kommentare. Die Fans und Nicht-Fans des FCB und die Journalisten lassen ihrer Entrüstung freien Lauf.

Aufklärung statt Druckmittel?

Der Grund: Die Profis des FC Basel haben den Vorschlag der Geschäftsleitung von Rotblau über eine dreimonatige Lohnkürzung um 70 Prozent abgelehnt. Kurz darauf – auch um Falschmeldungen entgegenzuwirken – veröffentlicht der FC Basel am Abend noch folgende Medienmitteilung:

In den letzten Stunden haben den FC Basel 1893 Medienanfragen zu den laufenden Gesprächen zwischen der Geschäftsleitung und der 1. Mannschaft erreicht, die zum Teil falsche Informationen enthielten. Der FCB möchte daher das Folgende klarstellen:

Als Folge der Einstellung des Spielbetriebs und den damit verbundenen Einnahmeausfällen hat die Geschäftsleitung der FC Basel 1893 AG in den letzten Tagen diverse Massnahmen zur Reduktion der Kosten geprüft und umgesetzt. In diesem Zusammenhang wurde der 1. Mannschaft vorgeschlagen, vorläufig auf 17,5 % des Jahreslohnes zu verzichten. Dies entspricht in den Monaten April, Mai und Juni 2020, in denen der Spielbetrieb voraussichtlich nicht oder nicht in gewohntem Masse durchgeführt werden kann, einem Lohnverzicht von 70%.

Der Vorschlag der Geschäftsleitung wurde in einer ersten Stellungnahme abgelehnt. Der Mannschaftsrat wurde gebeten, diesen nun nochmals zu prüfen. Der FCB wird nach Abschluss der Verhandlungen über das Ergebnis informieren. Die Medienvertreter/innen werden um Verständnis gebeten, dass individuelle Anfragen zum Thema nicht beantwortet werden.

Transparenz statt Falschinformation

Will der FCB mit dem Gang an die Öffentlichkeit die Spieler unter Druck setzen? Man könnte es im ersten Moment so interpretieren. Telebasel hat bei FCB-CEO Roland Heri nachgefragt: «Bereits die zahlreichen Anfragen zum Thema haben grossen Spielraum zur Interpretation und Missverständnissen gelassen. Um eine Verbreitung von Fehlinformationen zu unterbinden, haben wir uns zur Transparenz entschieden. Wir greifen damit weder die einzelne Spieler noch die Mannschaft an. Dafür haben wir überhaupt keinen Grund. Das Team ist sich der Krisensituation bewusst. Und wir glauben positiv an den Fortgang unserer Gespräche».

1 Kommentar

  1. Seit Wochen kein Statement vom Präsident zur Lage des FC Basel 1893 – Wie sehr ist der FCB finanziell von der aktuellen und vergangenen Situation betroffen

    2018 musste der Geschäftsabschluss aus den Reserven (60 Millionen?) mit 20 Millionen bedient werden.
    Im Geschäftsjahr 2019 gibt es keine Rekordzahlungen aus der Champions League und aus Transfers (2018 über 50 Millionen). Die Saison- und VIP-Kartenverkäufe sind Rückläufig, das Stadioncatering ist seit Jahren auf dem absteigenden Ast und die Kosten in der Verwaltung wurden Hochgefahren.
    Gemäß der BaZ wurden 15 Millionen aus der FCB Holding an die FC Basel 1893 AG überführt und somit ist die Holding quasi ohne Reserve.
    Der FCB wird wahrscheinlich auch im 2019 mit einem Millionenverlust abschließen und da Burgener selbst mit den eigenen Firmen finanziell in Schwierigkeiten ist, zeichnet sich immer mehr ein Verkauf des FCB ab.
    10% der FCB Holding hat Burgener schon an einen gewissen David Degen verkauft und der scheint nach gewissen Gerüchten an dem Kauf des FCB interessiert zu sein.

    Gottlob haben bei einem eventuellen Verkauf die Vereinsmitglieder auch noch ein gewichtiges Wörtchen mitzureden.

    * Annahme der Geschäftsrechnung FC Basel AG 2019
    ‭Rechnet man 2019 mit denselben Erträgen wie im 2018, obwohl diese wahrscheinlich noch schlechter sind, und zieht dann die Transfereinnahmen aus dem 2018 von CHF 51’703’792.10 ab ergibt das einen Ertrag von CHF 46‘017‘374.16 (Es kommen noch die Erträge der Europäischen Spiele dazu, die aber überschaubar sind). Dazu kommen noch die Transfereinnahmen von Ajeti im 2018 von ca. CHF 10 Millionen, ergibt das nur noch einen Ertrag von CHF 56‘017‘374.16. 2018 waren es noch CHF 97’721’166.26 und somit hat die FCB AG einen Ertragsverlust von ca. CHF -41‘703‘792.10 gegenüber dem Geschäftsjahr 2018.
    Die Matcheinnahmen werden wahrscheinlich im selben Masse wie im 2018 zurückgehen, Matcheinnahmen 2017 CHF 19’823’182.33‬‬ und im 2018 CHF 15’506’583.80, ergibt das im 2019 nochmals CHF 4‘316‘598.53 weniger Einnahmen.
    Somit wird die FCB AG, ohne die Geschäftszahlen 2019 im Einzelnen zu kennen, nur noch einen Ertrag von CHF 51‘700‘775.63 ausweisen und somit einen Ertragsverlust gegenüber dem 2018 von minus CHF 44.659.170,09 haben.
    Der Aufwand von CHF 96’359’945.72 aus dem 2018 wird sich in der Geschäftsrechnung 2019 nicht gross verändern und bei einem Ertrag von CHF 51‘700‘775.63 gegenüber den Ausgaben von CHF 96’359’945.72 resultiert einen Verlust in der Geschäftsrechnung von ca. 44.659.170,09‬.
    Theoretisch hat die FC Basel AG noch Reserven von CHF 40 Millionen und die FC Basel Holding AG von ca. 15 Millionen und die ca. 2 Millionen von David Degen.

    Sieht das Geschäftsjahr 2019 schon nicht gut aus, kommt jetzt noch die Corona-Krise im 2020 dazu und es werden dem FC Basel weiter liquide Mittel fehlen. Doch woher nehmen? Die Reserven sind wahrscheinlich schon im Geschäftsjahr 2019 verbrannt worden.
    Burgener wird möglicherweise kein neues Geld in die FCB AG einschiessen können, da die kurzfristigen Verbindlichkeiten der HLEE von Burgener Anfang Jahr 174 Millionen betrugen und eine der Firmen von Bernhard Burgener hat im Boxgeschäft über 50 Millionen Franken Verlust gemacht – nun klagt auch noch ein Boxer.

    *Die Zahlen sind Annahmen, da es aktuell keinen Einblick in die Geschäftsrechnung 2019 gibt.Report

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