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Der Telebasel News Beitrag vom 9. April 2020.
Baselland

Pferdegestüt musste sich wegen Corona anpassen

Weil die Spitäler im Elsass dringend entlastet werden müssen, sind dort sämtliche Risiko-Sportarten verboten – auch das Reiten.

Deshalb bleiben die Pferde in Frankreich alle im Stall. Mit einem blauen Auge davongekommen ist der Stall Neu-Weisskirchhof nahe Biel-Benken. Die Anlagen des Pferdegestüts liegen zwar beidseits der Grenze, die wichtigen Ställe befinden sich aber auf der schweizerischen Seite.

Eine Reithalle sowie das Dressurviereck auf der französischen Seite wurden geschlossen. Laut Benni Würgler, der den Hof zusammen mit seiner Frau Michèle anfangs Jahr von seinen Eltern übernommen hat, patrouilliere die französische Gendarmerie regelmässig vorbei und kontrolliere die Lage vor Ort.

Betrieb der Pferdepension stark eingeschränkt

Zum grossen Glück der Inhaber, liegt der grösste Teil des Hofes aber in der Schweiz: die Stallungen und die Ökonomiegebäude. Deshalb dürfen die rund 80 Pensionspferde weiter ausgeritten werden. Allerdings unter stark eingeschränkten Bedingungen.

Pro Pferd darf nur noch eine Person, jeweils für eine begrenzte Zeit auf dem Hof vorbeikommen. In der Zwischenzeit kümmern sich die Angestellten um die Pferde. Normalerweise haben viele Pensionspferde sogenannte Reitbeteiligungen, also ausser deren Eigentümern weitere Personen, die mit den Pferden ausreiten.

Am stärksten trifft die Corona-Krise die Reitschule des Stalls Würgler Neu-Weisskirchhof. Diese musste komplett geschlossen werden. Mit rund 20 Pferden würden hier sonst pro Woche gegen 100 Reitschüler unterrichtet.

Nun sind die Reitlehrer damit beschäftigt, dafür zu sorgen, dass die Pferde trotzdem genügen Bewegung haben. Dank der Einnahmen aus dem Pensionsbetrieb sei der Hof zurzeit finanziell aber nicht gefährdet.

Benni Würgler ist froh, dass es bisher in der Schweiz zu keiner rigoroseren Ausgangssperre gekommen ist. Sollten die Massnahmen jedoch noch verschärft werden, so könnte er die Tierschutzstandards trotzdem einhalten. Sein Hof verfügt über viel Weidefläche. Er würde die Tiere dann einfach auf die Wiesen schicken, damit sie genug Auslauf hätten.

Betreiber selber an Coronavirus erkrankt

Nicht nur der Stall Würgler Neu-Weisskirchhof ist mit einem blauen Auge davongekommen. Glück gehabt hat auch Benni Würgler selbst. Er war einer der ersten in der Region, der sich anfangs März mit dem Coronavirus infiziert hat. Wo er sich angesteckt hat, wisse er nicht. Drei Tage lang litt er unter trockenem Husten und Fieber bis zu 38.5 Grad Celsius.

Dann sei der Spuk für ihn zum Glück vorbei gewesen. Danach musste er noch zehn Tage zu Hause bleiben. Nicht zuletzt wegen seiner eigenen Erfahrung, achte er nun darauf, dass auf seinem Betrieb die Abstands- und Hygiene-Richtlinien strikt eingehalten werden.

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