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Der Telebasel News Beitrag vom 9. April 2020.
Basel

Hotel für Obdachlose – Ein Blick hinter die Kulissen

Basel-Stadt hat ein Hotel gemietet, um in der Coronavirus-Krise das Angebot an Notschlafstellen und Unterkünften für Obdachlose erweitern zu können.

In den regulären Notschlafstellen konnten wegen der Abstandsregel nur noch halb so viele Betten vergeben werden. Telebasel berichtete.

Nun sind die ersten Bewohner ins Hotel du Commerce am Riehenring eingezogen. «Die Menschen sind extrem dankbar, dass sie die Möglichkeit bekommen, ein eigenes Zimmer zu haben, Privatsphäre haben und ein sauberes Bett, das ihnen gehört. Sie haben jetzt ein Zuhause,» so Ruedi Illes, Amtsleiter Sozialhilfe Basel.

(Video: Telebasel)

Dafür stellt das Hotel rund 66 Zimmer zur Verfügung. Im ersten und fünften Stock schlafen die Frauen, im zweiten, dritten und vierten die Männer. Dafür mussten laut Hoteliere Raffaella Pedrazzetti Bucher auch die Zimmer umgebaut werden. «Die Zimmer sind so vorbereitet worden, wie das vom Sozialamt gewünscht wurde. Eigentlich nur auf die Basics beschränkt, das heisst ein Bett, Tisch und Stuhl. Dann haben wir einen fixen Schrank drin und natürlich ein Badezimmer.»

Eigener Quarantäne-Bereich

Das Hotel schien ideal für eine Umstrukturierung, denn es verfügt über zwei separate Eingänge. So sei es auch möglich, an Covid-19 erkrankte Personen aufzunehmen. «Es gibt vorne einen separaten Eingang, also man geht nicht durch denselben Eingang, durch den man ins Hotel kommt. Wir können die Türen zum Hotel auch schliessen, damit niemand zufällig reinkommt. Das können wir mit den Badges steuern. Dadurch halten sich hier nur erkranke Menschen auf», so Ruedi Illes.

Die positiv getesteten Personen würden dann direkt von Mitarbeitern vom Gesundheitsdepartement betreut und gepflegt werden. Für Essen sei ebenfalls immer gesorgt. Dieses können die Gäste nicht direkt abholen, bekommen es aber luftdicht verpackt direkt geliefert.

Vereinfachte Kommunikation

Der Co-Geschäftsleiter vom Schwarzen Peter, Michel Steiner, versucht, der aussergewöhnlichen Lage auch etwas Positives abzugewinnen. «Die Wege sind momentan kürzer, wir kommunizieren sehr direkt. Der Kanton kann Sachen schneller umsetzen. Wir arbeiten seit Jahren nahe zusammen und das können wir jetzt nutzen», so Michel Steiner zu Telebasel.

(Video: Telebasel)

Er sei froh darüber, dass die Obdachlosen die Möglichkeit haben, im Hotel unterzukommen. «Es ist ein Luxus. Die Menschen hatten es lange Zeit sehr schwer. Sie verdienen diesen Luxus. Darum finde ich das Angebot wirklich toll.»

Christoph Merian Stiftung unterstützt

Die Christoph Merian Stiftung stellt 300’000 Franken zur Verfügung, damit das Basler Hotel du Commerce während der Corona-Pandemie obdach- und wohnungslosen Menschen als Notunterkunft zur Verfügung stehen kann. Dies teilte die Basler Stiftung in einer Medienmitteilung mit.

3 Kommentare

  1. Da geht mir das Herz auf! Ein sauberes eigenes Bett in diesen schwierigen Zeiten! Für Obdachlose. Für solche innovative Gesten mit Herz und Verstand dafür liebe ich mein Basel und sage allen die dies ermöglichten Danke danke danke❣️Report

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