Das Ozonloch über der Antarktis – hier eine Aufnahme von 2006. (Archivbild: AP Photo/NASA/Keystone)
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Weiterhin ungewöhnlich grosses Ozonloch über der Arktis

Ein ungewöhnlich grosses Ozonloch hält sich seit Wochen über der Arktis. In etwa 18 Kilometern Höhe ist die Ozonschicht zu einem grossen Teil abgebaut.

Das teilte der Copernicus-Erdbeobachtungsdienst der Europäischen Union mit. Bilder des Copernicus Atmosphere Monitoring Service zeigten auch am Montag noch eine teilweise stark ausgedünnte Ozonschicht. Schon Anfang März hatten Forscher auf einen aussergewöhnlich starken Ozonabbau über der Region hingewiesen.

Ozonloch tritt jährlich auf

Seit Jahrzehnten entsteht über der Antarktis nach dem dortigen Winter, wenn die Bedingungen für einen Abbau der Ozonschicht herrschen, für einige Monate ein Ozonloch. Grund für das im Vergleich dazu deutlich kleinere Ozonloch auf der Nordhalbkugel sind in diesem Jahr ungewöhnliche atmosphärische Bedingungen, darunter extrem eisige Temperaturen in der Stratosphäre.

Schon früher hatten Forscher gelegentlich kleine Ozonlöcher über dem Nordpol beobachtet, aber nie in diesem Ausmass. «Das Ozonloch, das wir in diesem Jahr über der Arktis beobachten, hat eine maximale Ausdehnung von weniger als 1 Million Quadratkilometer», wird Diego Loyola vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in einer Mitteilung der Europäischen Weltraumorganisation (Esa) zitiert. «Das ist klein im Vergleich zum Antarktischen Ozonloch, das eine Grösse von etwa 20 bis 25 Millionen Quadratkilometern bei einer normalen Dauer von etwa drei bis vier Monaten erreichen kann.»

Loch sollte sich bald schliessen

Forscher gehen davon aus, dass sich das Ozonloch bald wieder schliesst. «Unsere Vorhersage geht von nun steigenden Temperaturen im Polarwirbel aus, damit wird sich der Abbau des Ozons verlangsamen und schliesslich ganz aufhören», sagt Vincent-Henri Peuch, Direktor der Abteilung Atmosphären-Monitoring von Copernicus.

Die Ozonschicht ist eine natürliche Gasschicht, welche die Erde vor der ultravioletten Strahlung der Sonne schützt. Das Ozonloch über der Antarktis war 1985 entdeckt worden und hatte zum schrittweisen Verbot der FCKW (Fluorchlorkohlenwasserstoffe) geführt. Seitdem schliesst sich das Loch langsam. Das Ozonloch vom Herbst 2019 zählte zu den kleinsten in den vergangenen 35 Jahren.

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