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Der Telebasel News-Beitrag vom 8. April 2020.
Basel

Pessach in der Corona-Krise – Freiwillige helfen mit Essenslieferungen

Die Corona-Krise blockiert so manche jüdische Pessach-Familienfeier. Freiwillige sorgen dafür, dass trotzdem alle zu einer traditionellen Seder-Mahlzeit kommen.

«Das ist Seder im Jahr 2020». Elli Benaiah zeigt auf mehrere Essenspakete, die säuberlich in Plastiktüten verpackt sind. Alle traditionellen Elemente eines Seder-Mahls, so etwa die Mazzen, die ungesäuerten Brotfladen, liegen dort bereit  «Es ist diesmal ganz anders als in den letzten 3000 Jahren», resümiert der Hobbykoch und Anwalt.

Herausforderungen an Pessach

Das jüdische Fest, das an den Auszug aus Ägypten erinnert, steht diesmal vor organisatorischen Herausforderungen. Was den Christen zu Ostern und den Muslimen beim Ramadan noch bevorsteht, betrifft nun als erstes die jüdische Gemeinde.

Eigentlich wären zu Pessach so manche Familienfeiern angesagt. Ein gemütliches Zusammensein quer durch alle Generationen liegt diesmal aber nicht drin. Aufgrund der Corona-Pandemie müssen viele ältere Mitglieder der Israelitischen Gemeinde Basel (IGB) alleine bleiben. Oder sie können höchstens virtuell bei ihren Liebsten sein. «Ich vermute, dass viele etwa Zoom brauchen, um mit ihren Kindern und Enkeln zu feiern», sagt Elli Benaiah. 

200 Bestellungen vor dem Seder-Abend

Freiwillige belieferten am Mittwochnachmittag diese Menschen mit Mahlzeiten für den Seder-Abend wie auch für den Donnerstag. «Wir sind froh, dass den Leuten dadurch ein bisschen Freude in diesen schwierigen Zeiten bereitet werden kann», sagt Elli Benaiah. Auch im Schatten von Corona solle es schliesslich möglich sein, die Traditionen zu pflegen.

Ein Catering-Service stellte pünktlich vor dem Seder-Abend rund 160 Menüs bereit. Hinzu kommen noch Einzelbestellungen. Insgesamt werden 200 Personen beliefert, wie die Catering-Unternehmerin Nadja Hoffer erklärt.

Gekocht wurde nach traditionellen und koscheren Familienrezepten. Das musste im Schnellzugtempo geschehen. Schliesslich müssen die Mahlzeiten pünktlich zum Seder-Abend am Mittwoch, also noch vor Sonnenuntergang, in den Haushalten landen.

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