Die von Alliance Swisspass präsentierte Lösung für ÖV-Abo-Besitzer sei «wenig kulant» und «sehr kompliziert». (Symbolbild: Key)
Schweiz

Konsumentenschutz kritisiert «wenig kulante» ÖV-Entschädigung

Der Konsumentenschutz ist grundsätzlich erfreut über die Entschädigung für einen Teil der Abo-Besitzer im öffentlichen Verkehr (ÖV).

Leider sei die von Alliance Swisspass präsentierte Lösung aber «wenig kulant» und «sehr kompliziert». Pro Bahn fordert 30 statt 15 Kulanztage für Besitzer von Jahres-Abos.

Man habe Verständnis dafür,, dass es angesichts des Zeitdrucks und des komplexen Systems des ÖV eine anspruchsvolle Aufgabe gewesen sei, eine Entschädigungslösung für die verschiedenen Abos abzusprechen, schreibt die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) am Mittwoch in einer Mitteilung. Für eine Reihe von Abos lägen nun Lösungen vor, die den Konsumenten entgegenkämen.

«Lückenhafte Lösung»

«Wir bedauern jedoch, dass sich der öffentliche Verkehr auf eine relativ komplexe und auch lückenhafte Lösung geeinigt hat», lässt sich SKS-Geschäftsleiterin Sara Stalder in der Mitteilung zitieren. Die zugesagten Entschädigungen enthielten Einschränkungen und die komplexe Regelung werde bei den Kunden viele Fragen aufwerfen. Auch die Administration der verschiedenen ÖV-Anbieter werde so unnötig belastet.

Leider seien ein paar konsumentenfreundliche Punkte nicht berücksichtigt worden, auf die der SKS im Kontakt mit Alliance Swisspass hingewirkt habe. Eine Reihe von Kunden gingen nun vollständig leer aus, namentlich die Besitzer eines Halbtaxabos oder eines Ausflugsabos.

Pro Bahn will 30 statt 15 Kulanztage

Pro Bahn, die Interessenvertretung der ÖV-Kunden, befürchtet bei aller Anerkennung für die Massnahmen, dass diese trotz allem nicht genügen könnten. Eine Kündigungswelle bei den Jahres-Abos müsse auf jeden Fall verhindert werden, heisst es in einer Mitteilung. Wenn dies nicht gelinge, werde das gesamte ÖV-System der Schweiz stark und auf lange Sicht geschwächt.

Deshalb müssten die Kulanztage von 15 auf 30 Tage, die entsprechenden Mehrkosten vom Bund getragen werden, so die Forderung von Pro Bahn. Die Schweiz sei auf einen leistungsfähigen ÖV angewiesen, um den drohenden Kollaps auf der Strasse zu verhindern und die Klima-Ziele zu erreichen.

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