In drei Phasen will Irans Präsident Hassan Ruhani die Massnahmen gegen das Coronavirus lockern. (Bild: Keystone)
International

Iran will strenge Corona-Regeln lockern

Die Corona-Situation im Iran beruhigt sich langsam. Das Land will die Massnahmen gegen das Virus nun in drei Phasen lockern.

Iran will die strengen Corona-Massnahmen in drei Phasen wieder lockern. «Natürlich wollen wir keine weiteren Corona-Opfer, gleichzeitig wollen wir auch nicht die Menschen verhungern lassen», sagte Irans Präsident Hassan Ruhani am Mittwoch im Staatsfernsehen zur Begründung.

Daher plane die Regierung «unter besonders strengen hygienischen Auflagen» in drei Phasen die Corona-Vorschriften abzumildern. Ruhani sprach von einer «zweiten Welle» im Kampf gegen das Coronavirus.

49 Branchen von Schliessungen betroffen

Ab Samstag (11. April) soll zunächst in den Provinzen die Arbeit in Wirtschaftsbereichen mit geringem Gefährdungsrisiko wieder aufgenommen werden. In der zweiten Phase soll dies dann auch in der Hauptstadt Teheran passieren. Die laut Ruhani «risikoreichen» Gewerbe sollen weiter verboten bleiben.

Bislang sind 49 Branchen von den Schliessungen betroffen. Welche davon nun wieder geöffnet werden können und welche nicht, sagte Ruhani nicht. Die Verbote für Sportanlagen, Festhallen, Friseurläden sowie heilige religiösen Stätten blieben jedoch bestehen. Bis auf Weiteres würden landesweit auch keine Freitagsgebete veranstaltet. In der dritten Phase soll aber dann auch über diese Bereiche entschieden werden, sagte Ruhani.

4000 Tote

Der Iran wurde von dem Coronavirus hart getroffen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Mittwoch gab es bis jetzt mehr fast 4000 Tote und über 64 000 Infizierte, fast 4000 von ihnen seien in einem kritischen Zustand. Gleichzeitig hat die Corona-Krise 70 Prozent der iranischen Wirtschaft lahmgelegt.

Ruhani lehnte erneut eine Quarantäne in seinem Land ab. Kritiker monieren, der Präsident würde mit dieser Entscheidung die Gesundheit der Menschen der Wirtschaft wegen gefährden. Ruhani konterte am Mittwoch: «Aber wer deckt dann ihre Grundbedürfnisse wie Brot, Wasser, Elektrizität und Benzin?» Ruhani verwies auch darauf, dass viele Geschäftsleute und Arbeitern wegen der Krise seit fast zwei Monaten kein Einkommen hätten.

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