Wie unter anderem auch in Deutschland soll in Frankreich eine Corona-Warnapp eingeführt werden. (Bild: Keystone)
International

Frankreich will Warn-App für Corona lancieren

Auch Frankreich spricht sich für die Entwicklung und freiwillige Nutzung einer Warn-App im Kampf gegen das Coronavirus aus.

«Die Regierung hat beschlossen, das StopCovid-Projekt zu starten, um eine Anwendung zu entwickeln, die die Verbreitung des Virus durch die Identifizierung von Übertragungsketten begrenzen könnte», sagte der Staatssekretär für Digitales, Cédric O, im Interview mit der Tageszeitung «Le Monde» am Mittwoch.

Ziel der App sei es, möglichst viele Kontaktpersonen von Menschen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden, rasch und anonym über ihr Risiko zu informieren. Auch Deutschland arbeitet derzeit an einer solchen App.

Bewegungen werden verfolgt

Frankreich setzt wie Deutschland auf eine Bluetooth-basierte App. «Es handelt sich nicht um eine Anwendung, die Ihre Bewegungen verfolgt», betonte O. Die App warne Nutzer lediglich, falls sie in der Vergangenheit einem Coronavirus-Infizierten begegnet sind. «Die Daten wären anonym und würden nach einer bestimmten Zeitspanne gelöscht.

Niemand hätte Zugang zu der Liste der infizierten Personen, und es wäre unmöglich zu wissen, wer wen infiziert hat.» Eine Task Force arbeite seit mehreren Tagen an der Entwicklung eines Prototypen. «Aber ich kann Ihnen nicht sagen, ob wir drei oder sechs Wochen für die Entwicklung benötigen», so O. Politisch ist das Projekt in Frankreich umstritten.

Experten des in Strassburg ansässigen Europarats mahnten indes an, dass der Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) und von Überwachungstechnologien im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie immer mit Menschen- und Bürgerrechten sowie Rechtsstaatlichkeit vereinbar sein müsste.

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