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Der Telebasel News-Beitrag vom 7. April 2020.
Region

Behörden rechnen mit starker Zunahme von häuslicher Gewalt

Aktuell sollte man möglichst zuhause bleiben. Miko Iso, kantonale Fachleiterin für häusliche Gewalt, rechnet mit einem Anstieg von Übergriffen in der Region.

Im Verlauf der Pandemie ist bereits in anderen Ländern erkennbar, dass die Anzahl an Übergriffen von häuslicher Gewalt zugenommen hat. Auch in der Region wird aufgrund dieser Zahlen ein Anstieg häuslicher Gewalttaten erwartet.

«Diese Krisenplanung ist sehr herausfordernd»

Bettina Bühler, Leiterin des Frauenhauses beider Basel, geht davon aus, dass das Frauenhaus künftig mehr Anrufe bekommen wird. Auch rechnet sie damit, dass das Frauenhaus mehr Schutzplätze brauchen wird. «Diese Krisenplanung ist sehr herausfordernd», sagt sie, denn niemand wisse, wann und wie diese Nachfrage genau kommen wird.

Doch Bettina Bühler meint, dass das Frauenhaus beider Basel dieser Herausforderung gewachsen sei. «Das Personal und die Institution sind sich Krisensituationen gewohnt», so die Leiterin. Ihre Mitarbeiter seien gut geschult und sehr flexibel.

«Man spürt eine grosse Anspannung»

Auch Miko Iso, die Leiterin der kantonalen Fachstelle für häusliche Gewalt, rechnet mit vermehrten Fällen. «Man spürt eine grosse Anspannung, man spürt, dass es eine starke Verunsicherung in der Gesellschaft gibt», so Miko Iso. Ihr sei besonders wichtig, dass die über 25 Hilfsinstitutionen in der Region weiterhin funktionieren.

«Mir ist es wichtig, dass das Netzwerk weiterhin tragfähig ist», sagt die Fachleiterin. Der Schutz der Bevölkerung habe oberste Priorität. Zudem sollen Opfer von Gewalt einen möglichst kurzen und unkomplizierten Weg zur Unterstützung und Hilfe haben. «Wir wollen weiterhin niederschwellig arbeiten.»

Keine offiziellen Gründe

Ob eine Zunahme von häuslicher Gewalt auf die aktuelle Situation zurückzuführen wäre, möchte zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch niemand bestätigen. «Ich weiss nicht, ob man das direkt als Ursache oder als Auslöser anschauen kann», meint Miko Iso. «Ich glaube, es führt in Familien, in denen Gewaltmuster sowieso schon vorhanden sind, zu zusätzlichem Stress und Überforderung.»

In den letzten zwei, drei Wochen hatte das Frauenhaus bereits viele Anfragen. «Es kann auch einfach sein, dass das Zufall ist», meint Brigitte Bühler zu dieser Entwicklung. «Es ist aber auch möglich, dass das der Beginn einer noch intensiveren Zeit ist».

1 Kommentar

  1. Ka die Krise ist für alle Herausforderung , nur denke ich das Paare die vor der Krise nichts anfangen konnten ist es noch schwieriger. Jetzt sieht man dass man auch in dieser Zeit einander respektiert und achtet und Egoismus hat keinen Platz.Report

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