Der Erziehungsrat habe entschieden, dass die Lehrpersonen künftig auch für den Unterricht in den beiden Fremdsprachen aus mehreren Lehrmitteln auswählen könnten. (Bild: Keystone)
Basel

Lehrmittelfreiheit auch für Französisch und Englisch

In Basel-Stadt haben Lehrer bald mehr Spielraum bei der Wahl der Lehrmittel. Ab dem Schuljahr 2020/21 kommt die Lehrmittelfreiheit für Französisch und Englisch.

Im Kanton Basel-Stadt haben die Lehrpersonen bald mehr Spielraum bei der Wahl der Lehrmittel. Ab dem Schuljahr 2020/21 wird die Lehrmittelfreiheit nicht nur für Mathematik, sondern ebenso für Französisch und Englisch eingeführt.

Der Erziehungsrat habe entschieden, dass die Lehrpersonen künftig auch für den Unterricht in den beiden Fremdsprachen aus mehreren Lehrmitteln auswählen könnten, teilte das Erziehungsdepartement des Kantons Basel-Stadt am Montag mit. Die Lehrmittelfreiheit für das Fach Mathematik war bereits im Februar beschlossen worden.

Antrag von Volksschulleitung

Mit seinem Entscheid erfüllt der Erziehungsrat einen Antrag, den die baselstädtische Volksschulleitung im Oktober 2019 eingereicht hatte. Verlangt wurde damals, dass die Lehrpersonen für die genannten drei Fächer aus einer Liste von bewilligten Lehrmitteln auswählen können. Die Lehrmittel müssen zuvor von Fachexperten geprüft werden.

Damit ist nach Angaben des Erziehungsdepartements sichergestellt, dass künftig jede Lehrperson das Lehrmittel einsetzen kann, das ihr am besten liegt. Wer will, kann am bestehenden Angebot festhalten oder auf neue Lehrmittel zurückgreifen.

Entspannung in Sachen «Passepartout»

Vom neuen Regime, das auf das Schuljahr 2020/21 hin umgesetzt wird, erhofft sich das Erziehungsdepartement eine Entspannung, wie es in der Mitteilung heisst. In den letzten Jahren hatten namentlich die Lehrmittel für den Französischunterricht zu Kritik geführt. Zur umstrittenen «Passepartout»-Ideologie gibt es nun auch in Basel-Stadt Alternativen.

Mit seinem Entscheid kommt das Basler Erziehungsdepartement auch dem Komitee «Starke Schulen beider Basel» entgegen. Dieses hatte im Stadtkanton erst im Februar eine Volksinitiative lanciert, in der Lehrmittelfreiheit für die Fächer Mathematik, Französisch und Englisch verlangt wird. Mit dem Volksbegehren wolle es «sanften Druck» auf das Erziehungsdepartement ausüben, hielt das Komitee bei der Lancierung fest.

In Baselland erfolgreich

Eine gleiche Initiative hatte das Komitee «Starke Schule beider Basel» bereits im Kanton Basel-Landschaft lanciert. Am 24. November 2019 hiessen die Baselbieter Stimmbürgerinnen und Stimmbürger eine entsprechende Änderung des Bildungsgesetzes gut.

Der Ja-Stimmenanteil war mit 85 Prozent überdeutlich und geprägt durch die anhaltenden Diskussionen um das interkantonale Fremdsprachenkonzept «Passepartout». Die neue Lehrmittelfreiheit für alle Fächer gilt im Baselbiet ab dem Schuljahr 2020/2021.

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