Strafgefangene fordern die frühzeitige Entlassung aufgrund der Coronavirus-Pandemie. (Symbolbild: Keystone)
Schweiz

Strafgefangene fordern frühzeitige Entlassung wegen Coronavirus

Die Selbsthilfeorganisation für Strafgefangene fordert die frühzeitige Entlassung von Gefangenen. Sie könnten die Corona-Massnahmen nicht eingehalten.

«Im Gefängnis ist es eng und die Abstandsvorschriften sind schwierig umzusetzen», schrieb die Selbsthilfeorganisation für Strafgefangene, Reform 91, am Mittwoch in einem Brief an Bundesrätin Karin Keller-Sutter. Die Population der Gefängnisse sei überwiegend risikoexponiert. Jüngere Mensch seien sehr oft drogengeschwächt und deshalb in prekärer gesundheitlicher Verfassung, die älteren seien Risikopatienten.

«Die Situation ist für die Insassen von Justizvollzugsanstalten derzeit noch schwieriger als in normalen Zeiten.» Besuche seien nicht möglich, Telefonate kein emotional ausreichender Ersatz, Videokontakte rar und Wareneinfuhren noch eingeschränkter als im Normalbetrieb.

Alternativen zum Freiheitsentzug prüfen

Reform 91 stützt sich bei den Forderungen auf das Strafgesetzbuch, wonach Gefangene ausnahmsweise nach der Hälfte der Strafe bedingt entlassen werden können, und verweist auf die Empfehlungen des Europarats.

Dieser hatte am 20. März dazu aufgerufen, dass die zuständigen Behörden Anstrengungen für Alternativen zum Freiheitsentzug angehen, da ein enger Kontakt die Ausbreitungen des Virus fördere. Dies sei insbesondere in Situationen von Überbelegung geboten.

Die Behörden sollten laut Europarat Alternativen zur Untersuchungshaft, eine Umwandlung von Haftstrafen, vorzeitige Entlassung und Bewährungsstrafen nutzen. Zudem sollten sie die Notwendigkeit einer unfreiwilligen Unterbringung psychiatrischer Patienten neu prüfen und soweit wie möglich vermeiden, Migranten zu inhaftieren.

0 Kommentare

  1. Wie kann das überhapt diskutiert werden? Entlassung wegen Corona. Man hat Frau vergewaltigt, fühlt sich beengt in seiner Zelle und bitte um freilassung, da er die Abstandsregeln nicht einhalten kann. Hätte der Mann die Abstandsregeln vor Corona eingehalten wäre er heute nicht dort.

    Sicher gibt es die Leute, welche Bussen absitzen (Tagessätze können nicht bezahlt werden). Diese Leute sollte man sofort entlassen und wenn Corona vorbei ist wieder einladen. Sie können ja ihre Strafe auch bezahlen. (Tagessätze absitzen).Report

  2. Sie haben ja gar keine Ahnung wie eng und wenig Platz im Gefängnis ist. Es gibt auch Menschen wo eine Busse absitzen müssen. Und solche Leute gehören nicht rein es gibt ja diese Fussbänder wo Alarm machen wenn man die Wohnung verlässt. Im übrigen ist es auch eine Gefahr für das Personal. Man muss verhältnismässig sein. Nur weil Jemand die Busse nicht bezahlen Kann finde ich gibt es bessere Möglichkeiten. Jemand wo Jemand verletzt geraubt usw. dort verstehe ich das man die nicht mit Fussband RAUS lassen kann.Report

  3. Hallo wo sind wir dann? Es hat ja Gründe warum diese Leute dort sind.also hier in der schweiz sind die gefängnisse nicht so eng. War mal anschauen, zum teil wie hotelzimmer also was soll das gejammer? In Altersheime und spitäler wären die leute auch froh um besuch, haben aber auch nur das telefon!!!Report

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