Featured Video Play Icon
Der Telebasel News-Beitrag vom 1. April 2020.
Basel

Mieter und Vermieter sind sich dank Corona-Krise erstaunlich einig

Die Corona-Krise führt zusammen – zumindest den Basler Mieter- und den Hauseigentümerverband. Beide haben erstaunlich ähnliche Standpunkte zur Mietzins-Frage.

«Wir erhalten deutlich mehr und deutlich emotionalere Anrufe», sagt Beat Leuthardt. Er ist Mitglied der Geschäftsleitung des Basler Mieterinnen- und Mieterverbands. Viele Mieter würden mit den Tränen kämpfen, so ernst sei die Lage im Zuge der Corona-Krise.

In der Krise wählt der sonst so kämpferische Beat Leuthardt erstaunlich sanfte Worte: «Wir müssen den Leuten eine pragmatische Lösung anbieten, und deshalb raten wir zum Dialog mit den Vermietern». Zudem solle man sich mit dem Kanton und Bund in Verbindung setzen für Untersützung.

«Hier in Basel müssen wir pragmatisch vorgehen»

Die kämpferische Rolle übernimmt der gesamt-schweizerische Mieterverband. Dieser will, dass Geschäfte in der Krise von der Miete befreit werden. Durch das Nutzungsverbot von Geschäften werde der Vertrag nicht erfüllt. Deshalb entstehe ein Mangel, der laut Mieterverband zu einer vorübergehenden Streichung des Mietzins führen müsste.

«Hier in Basel müssen wir pragmatisch vorgehen», sagt Beat Leuthardt. Viele Vermieter kämen auf ihre Mieter zu. Doch es gäbe auch die, die keinen Schritt auf ihre Mieter zugehen würden und den vollen Mietzins einfordern würden. Dennoch pocht Leuthardt auf den Dialog.

Auf den Dialog pocht auch Andreas Zappalà. Er ist Geschäftsführer des Hauseigentümerverbands. «Wir erhalten aktuell ausserordentlich viele Anrufe», so Zappalà. Wegen Mietern, die ihren Mietzins aufgrund der Corona-Krise nicht begleichen können.

Verzicht auf April-Miete

«Wir können keine Gesamtempfehlung abgeben», sagt Andreas Zappalà, und fügt dann an: «Grundsätzlich, und ich denke, dass viele Eigentümer das ähnlich sehen, sollte man in dieser Zeit den Mietern entgegenkommen». Etwa, indem man auf den April-Mietzins verzichtet und für Mai und Juni eine Lösung erarbeitet.

Jedoch dürfe man nicht vergessen, dass viele Eigentümer mit dem Vermieten die Altersrente aufbessern – und allgemein auf das Einkommen angewiesen seien. Zudem würden Mieter vom Bund kein Geld erhalten. Zappalà meint dazu: «Die Vermieter kommen aktuell schon ein bisschen zu kurz.»

So zeigt sich, dass die Corona-Krise durchaus das Potential hat, die Gesellschaft zusammenzubringen. Zumindest in Basel, wo die Positionen von Mieter- und Hauseigentümerverband erstaunlich nahe beieinander liegen.

0 Kommentare

  1. Wenn uns die Corona-Krise eines lehrt, dann meines Erachtens Folgendes: Wir sollen nicht einfach weitermachen wie bisher. Würde man Kühe, die weniger Gras bekommen, unbeirrt weiter melken? Hier merkt man, dass ein solches Verhalten einen weiteren Krankheitszustand schaffen wird.Report

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Mehr aus dem Channel