Armeeangehörige können während der Corona-Krise nun doch wieder Urlaub beziehen. (Symbolbild: Keystone)
Schweiz

Armee hebt Urlaubsstopp wieder auf

Die Armee hat den Urlaubsstopp für Armeeangehörige im Assistenzdienst zur Bekämpfung des Coronavirus wieder aufgehoben. Individuelle Urlaube sind wieder möglich

Das bestätigte Armeesprecher Daniel Reist einen Vorabbericht der «Rundschau» des Fernsehens SRF vom Mittwoch bestätigte.

Eine Liste möglicher Urlaubsgründe sei erstellt worden. Sie diene den verantwortlichen Kommandanten als Hilfe für die Entscheidung. Der Armeeeinsatz sei aber dringend nötig, um das Gesundheitswesen zu entlasten und Menschenleben zu retten.

Um auch den Anliegen der Wirtschaft Rechnung zu tragen, fänden nur noch diejenigen Wiederholungskurse statt, die zur Unterstützung des Gesundheitswesens und der zivilen Behörden an der Grenze, zum Botschaftsschutz, der Polizei oder der Zollverwaltung eingesetzt würden. Dispensationsgesuche würden in jedem Fall geprüft.

Armee reagiert auf Kritik

Die Armee reagierte damit auf Kritik des Schweizerischen Gewerbeverbandes (SGV), der sich über ungenügende Kommunikation beklagt hatte. Aufgrund des dringlichen Entscheids sei es der Armee nicht möglich gewesen, Arbeitgeber frühzeitig über die Verlängerung der Dienstzeiten zu informieren.

Die Arbeitgeber würden nun noch diese Woche mit einem Schreiben über die Konsequenzen der Verlängerung der Dienstzeiten informiert, kündigte der Sprecher des Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS), Renato Kalbermatten, auf Anfrage der «Rundschau» weiter an.

Weitere Aufgebote dürften folgen

Der Bundesratsbeschluss sieht ein Aufgebot von maximal 8000 Soldaten vor. Das aktuelle Aufgebot betrage rund 4500 Armeeangehörige. Derzeit sei rund die Hälfte vollbeschäftigt, was sich aber innert kurzer Zeit ändern könne. Der Rest stelle einerseits die Ablösung und anderseits die Reserve sicher, um im Fall einer ungünstigen Lageentwicklung genügend Personal zur Unterstützung des zivilen Gesundheitspersonal zur Verfügung stellen zu können.

Für die sanitätsdienstliche Unterstützung stünden zur Zeit rund 3000 Armeeangehörige zur Verfügung, 1500 seien bereits im Einsatz. Die Armee gehe aber schon heute davon aus, dass weitere Aufgebote nötig sein würden, um die geforderte Leistung der Kantone zu erbringen. Es lägen bereits über 300 Unterstützungsbegehren aller Kantone vor.

Neben sanitätsdienstlichen Leistungen übernehme die Armee auch logistische Aufgaben wie Transporte und helfe beim Aufbau von improvisierter Infrastruktur mit. Zudem entlaste sie im Sicherheitsbereich die kantonalen Polizeikorps und das Grenzwachtkorps.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Mehr aus dem Channel