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Der Telebasel News-Beitrag vom 31. März 2020.
Baselland

Baselbieter Kitas bangen um ihre Existenz

Im Notbetrieb fehlen den Baselbieter Kitas die Elternbeiträge. Im Gegensatz zu Basel-Stadt springt der Kanton hier nicht in die Bresche.

«Mittelfristig oder längerfristig werden wir den Betrieb schliessen müssen». Kita-Leiterin Nicole Gaugler sieht schwarz, sofern keine Lösung naht.

Noch gebe es Eltern, die aus Goodwill weiterhin Beiträge an die Kindervilla in Bottmingen zahlen. Doch irgendwann sei wohl auch damit Schluss. Da die Kitas nur im Notbetrieb arbeiten, kann schliesslich die Dienstleistung nicht mehr vollumfänglich erbracht werden.

Nicht nur Nicole Gaugler bangt um die Existenz ihrer Kita. Auch das Chinderhuus Märlizauber in Arlesheim muss zittern. Wie die Geschäftsleiterin Sandra Locher gegenüber Telebasel erklärt, befänden sich die Kitas momentan in einer Zwickmühle.

Auf der einen Seite müssten sie im Notbetrieb für Familien weiterfunktionieren. Auf der anderen Seite blieben eben die Elternbeiträge aus. «Daher sind wir jetzt zwischen Stuhl und Bank», sagt Sandra Locher. Wie die beiden betonen, könnten sie vom Massnahmenpaket des Bundes nur bedingt Gebrauch machen. So sei etwa die Marge einer Kita zu tief, um einen Kreditantrag zu stellen.

Zuständigkeit bei den Gemeinden

Die beiden Kita-Leiterinnen nehmen den Nachbarkantons Basel-Stadt zum Vorbild. Dessen Regierung hat nämlich letzte Woche beschlossen, für die ausbleibenden Elternbeiträge in die Bresche zu springen.

Hier gibt es aber einen Haken: Die Zuständigkeit für die Kitas liegt im Baselbiet nicht beim Kanton, sondern bei den Gemeinden. Im Falle der Kindervilla wäre Bottmingen zuständig.

Wie eine Sprecherin der Bottminger Verwaltung auf Anfrage von Telebasel schreibt, sei bis jetzt keine Kita aufgrund der Ausnahmesituation an die Gemeinde gelangt. Die Gemeindeverwaltung könne aber Hand bieten, im amtlichen Anzeiger Aufrufe zugunsten der betroffenen Kitas zu machen. So könnten etwa Eltern angesprochen werden, die in der derzeitigen Situation eine Betreuung für ihr Kind suchen.

Aus der Sicht der Kita-Betreiberinnen sind solche Angebote ein Tropfen auf den heissen Stein. Bildungsdirektorin Monica Gschwind deutet gegenüber Telebasel jedoch an, dass das Thema auch beim Kanton aufs Tapet gekommen ist. «Wir sind mit Hochdruck daran, in Absprache mit dem Verband Basellandschaftlicher Gemeinden – wir werden so schnell wie möglich eine Lösung vorlegen», sagt Gschwind.

Wie diese aussehen wird, bleibt zum jetzigen Zeitpunkt noch vage. Die Kita-Leiterinnen können aber nicht so lange warten. «Ich stehe nicht nur für meinen Betrieb, sondern für alle Arbeitnehmenden und Eltern, die auch nach der Krise einen Betreuungsplatz brauchen», sagt Sandra Locher.

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