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Der Telebasel News-Beitrag vom 30. März 2020.
Basel

Social Distancing beim Drogenkonsum

Mehr Schutz für Drogenabhängige vor dem Coronavirus: Die Suchthilfe baut die Kontakt- und Anlaufstelle beim Wiesenkreisel mit einem Zelt-Provisorium aus.

Rechts zum «Rauchen», links zum «Sniffen» und «Spritzen». Die Pfeile gleich am Eingang zeigen, was bei der Kontakt- und Anlaufstelle seit Samstag Pflicht ist. Um den Abstand zwischen den Drogenkonsumenten zu gewährleisten, wurde nämlich das Gassenzimmer vergrössert. Dafür wurde eigens der Parkplatz davor eingezäunt und abgeschirmt.

«Den Raucherraum drinnen mussten wir herausnehmen», erklärt Horst Bühlmann, Leiter Kontakt- und Anlaufstelle bei der Basler Suchthilfe. Wer zum Beispiel Crack raucht, tut dies nun in provisorisch aufgestellten Zelten im Aussenbereich. «Damit kann der Abstand zwischen den Konsumenten wie auch zu den Mitarbeitern gewährleistet werden».

Dreispitz zu, Wiesenkreisel erweitert

Das Basler Gesundheitsdepartement hat letzte Woche beschlossen, die Anlaufstelle beim Dreispitz zu schliessen. Stattdessen wurde diejenige am Riehenring ausgebaut. Wie Horst Bühlmann erklärt, stehe dort mehr Raum zur Verfügung.

Da der Raucherbereich in die Zelte verschoben wurde, bleibt nun mehr Platz drinnen. Wer sich etwa eine Spritze setzt, kann nun mehr Abstand zu den anderen halten. Die Suchthilfe wandelte nämlich den Raucherraum in ein Injektionszimmer um.

Wer seine Drogen snifft, tut dies in der nun leer stehenden Cafeteria. Mit diesen Massnahmen will die Suchthilfe dafür sorgen, dass sich die Drogenkonsumenten mehr auf die verschiedenen Zimmer verteilen. Zudem gibt es eine Einlasskontrolle.

Maximal 15 Personen drinnen und ebenso viele draussen sind jetzt die Regel. Laut Horst Bühlmann sei es aber bis jetzt noch nicht zu langen Schlangen vor dem Gassenzimmer gekommen.

Drogenabhängige als Risikogruppe

Nicht nur Abstand ist angesagt. Eine Aufsichtsperson kontrolliert nun besonders gut, dass die Besucher ihre Hände stets waschen und desinfizieren. Gerade hier sei es besonders wichtig, dass die Empfehlungen des Bundesamts für Gesundheit strikt eingehalten werden.

Schliesslich sieht die Suchthilfe die Mehrheit aller Klienten als Risikogruppe. «Diese Menschen haben zum Teil Lungen-, Kreislauf- oder Nierenkrankheiten, daher zählen wir die ganze Gruppe dazu», sagt Horst Bühlmann.

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