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Die Medienkonferenz vom 30. März 2020 aus Bern. (Video: Youtube, Der Schweizerische Bundesrat)
Schweiz

Rund 31’850 Kredite an Unternehmen gesprochen

Das Bundesamt für Gesundheit informierte am Montag zu den neusten Corona-Entwicklungen. Sehen Sie die ganze Medienkonferenz im Video.

Die wichtigsten Punkte der Medienkonferenz des BAG vom Montag in der Übersicht:

Zahl der Coronavirus-Infektionen steigt auf über 15’000

Die Zahl der Covid-19-Erkrankungen in der Schweiz und in Liechtenstein steigt weiter. Laut Angaben des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) vom Montagmittag gibt es 15’475 laborbestätigte Fälle, 1201 mehr als am Vortag.

Bisher traten in der Schweiz gemäss den Zahlen des BAG 295 Todesfälle auf. Laut einer Zählung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, die sich auf die Angaben der Kantone stützt, waren es am Montagnachmittag bereits 326 Todesfälle. Die meisten davon verzeichnete das Tessin, das mit 105 Todesfällen erstmals die 100-er-Schwelle überschritten hat, gefolgt von der Waadt mit 66 Toten.

Daniel Koch vom BAG sagte an einer Medienkonferenz in Bern, die Situation scheine über das Wochenende stabil geblieben zu sein. Der Anstieg sei einigermassen gleich wie in den letzten Tagen.

«Das ist sicher ein erstes kleines Zeichen, dass die Massnahmen greifen», sagte Koch. Es sei aber zu früh für eine Schlussfolgerung. Auch die Frage, wann der Höhepunkt der Epidemie erreicht sein könnte, lasse sich noch nicht beantworten.

Die Bevölkerung habe aber begriffen, worum es sich handle. Das habe eine Umfrage ergeben. Sie scheine sich an die Massnahmen zu halten. Jetzt gelte es, über die Ostertage standhaft zu bleiben.

Daniel Koch, Leiter Abteilung übertragbare Krankheiten BAG, fasst den Stand der Dinge zusammen. (Bild: Keystone)

Rund 31’850 Kredite an Unternehmen gesprochen

Zur Bewältigung der Coronakrise haben Banken in der Schweiz bereits rund 31’850 Kredite gesprochen. Damit ist etwa ein Drittel der 20 Milliarden Franken vergeben worden, die KMU in Form von Bürgschaften zur Bewältigung der Corona-Krise zur Verfügung gestellt werden.

Die Frage, ob der Betrag aufgestockt wird, werde jetzt vielleicht schneller ein Thema als geplant, sagte Erik Jakob, Leiter der Direktion für Standortförderung bei Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Montag vor den Medien in Bern. Die Federführung hat das Finanzdepartement. Finanzminister Ueli Maurer hatte bereits an einer früheren Medienkonferenz gesagt, dass eine Aufstockung nicht ausgeschlossen sei.

Insgesamt sind 6,6 Milliarden Franken in Kreditvereinbarungen zugesprochen worden, durchschnittlich wurden Kredite im Wert von 207’000 Franken vergeben. Vollständige Anträge für Kreditanträge von mehr als einer halben Million Franken sind gemäss Erik Jakob noch keine eingegangen. Es habe einzelne Anträge gegeben, welche aber nicht vollständig gewesen seien oder bei welchen Anhängen gefehlt hätten.

Immer noch keine Lösung gibt es für Selbständigerwerbende, die nur „sekundär“ betroffen sind durch Massnahmen, sagte Jakob. Diese Fragen würden derzeit geklärt. Zunächst hätten die anderen Systeme anlaufen müssen. Zudem sei es anspruchsvoll, eine saubere Lösung für alle Selbständigerwerbenden zu finden. Die Aufgabe liege bei der Direktion für Arbeit.

Durch das Auffangnetz des Bundes fallen insbesondere Selbständigerwerbende ohne eigene Firma, Freischaffende oder solche, die mit einer unregelmässigen Arbeit einen Beitrag zum Familieneinkommen leisteten.

Erik Jakob führte an der Medienkonferenz weiter aus, dass die Anträge für Kurzarbeitsentschädigung massiv stärker ansteigen würden als die Zahl der Arbeitslosen. Das sei auch das Ziel dieser Massnahme bei der Kurzarbeitsentschädigung gewesen. Spitzenreiter bei den Anmeldungen für Kurzarbeit ist das Tessin. Für bereits fast 40 Prozent der Beschäftigen sei Kurzarbeit angemeldet worden, sagte Jakob. Der schweizweite Durchschnitt liegt bei 15,6 Prozent.

Derzeit sind gemäss Jakob 132’660 Arbeitslose gemeldet, das entspreche einer Arbeitslosenquote von 2,9 Prozent. Stellensuchende gebe es derzeit 208’527.

Erik Jakob, Leiter der Direktion für Standortförderung SECO fasst die Zahlen zusammen.

5600 Armeeangehörige sind einsatzbereit

Am Montag waren 5600 Armeeangehörige zur Unterstützung der zivilen Behörden einsatzbereit. Tatsächlich im Einsatz sind nach Angaben von Brigadier Raynald Droz vor den Bundeshausmedien derzeit nur gut 1500.

1000 davon waren im Sanitätsbereich aktiv, 550 beim Botschaftsschutz und zur Unterstützung des Grenzwachtkorps. Laut Droz sind bei der Armee inzwischen rund 300 Anfragen um Unterstützung von den Kantonen eingegangen.

Auch die Armee ist vom Coronavirus betroffen. Nach Angaben von Droz gibt es 128 Infektionen. Davon sind 73 in der Sanitäts-Rekrutenschule in Airolo TI aufgetreten. Laut Droz befinden sich dort insgesamt 400 Armeeangehörige in Quarantäne. 30 weitere Fälle gibt es in der Infanterie-RS in Chamblon VD, in Quarantäne sind dort 78 Personen.

Es gelte nun, das Problem an den beiden Standorten zu lösen, sagte Droz. «Wir müssen sicherstellen, dass keine weitere Leute angesteckt werden.» Das geschieht mit Information, Kontrollen, einer angepassten Ausbildung und Unterkunft sowie einer Masken-Tragpflicht, wenn der Abstand von 2 Metern nicht eingehalten werden kann.

Maskentragpflicht nicht vorgesehen

Obwohl die Massnahmen gut eingehalten werden, gibt es immer neue Infektionen. Wo sich die Betroffenen genau anstecken, ist laut Koch unklar. Auch wenn sich die Leute richtig verhielten, könne es dazu kommen. Selbst bei ganz drastischen Massnahmen würde das nicht auf Null gehen, sagte Koch. «In einer freien Gesellschaft gebe es immer Kontakte, wo Viren übertragen werden.»

Eine Maskentragpflicht wie in Österreich ist im Moment nicht vorgesehen. Das bedeute aber nicht, dass eine solche niemals angeordnet werde, sagte Koch.

Koch äusserte sich auch zur Aufnahme von Patientinnen und Patienten aus dem Ausland. Das sei möglich, ohne dass das Schweizer System Gefahr liefe, überlastet zu werden. Die Schweiz habe sehr viel Pflegepersonal und medizinisches Personal aus dem Ausland, das die Schweizer Spitäler am Laufen halte.

Aufnahme ausländischer Patienten

Koch äusserte sich auch zur Aufnahme von Patientinnen und Patienten aus dem Ausland. Das sei möglich, ohne dass das Schweizer System Gefahr liefe, überlastet zu werden. Die Schweiz habe sehr viel Pflegepersonal und medizinisches Personal aus dem Ausland, das die Schweizer Spitäler am Laufen halte.

Telebasel überträgt die Medienkonferenz aus Bern live im TV und online.

0 Kommentare

  1. Wann wird der Bundesrat endlich dem Volk Schutzmasken verteilen und Schutzmasken tragen Pflicht einführen????
    Das hätte schon lange passieren müssen!Report

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