Australien wehrte sich lange gegen einen Unterbruch der Meisterschaft, aber nun rollt auch dort kein Ball mehr. (Archivbild: Telebasel)
International

Coronakrise trifft Sport in Australien massiv

Lange hielt das sportverrückte Australien an Fussball, Rugby und Australian Football fest. Nun ist auch in «Down Under» vorerst Schluss mit Sport.

Nicht umsonst wird Australien das «unglückliche Paradies» genannt. Die Lebensqualität ist hoch, die Natur wunderschön und das Volk sportverrückt. Aber unglücklich ist eben, dass Australien so isoliert von jedem anderen Land ist. Diese Isolation könnte bei einer weltweiten Pandemie von Vorteil sein.

Australien konnte sich auch lange vor der Corona-Pandemie schützen. Aber nach den USA beheimatet wohl kaum ein anderer Staat so viele verschiedene Nationalitäten wie Australien. Somit blieb auch der Kontinent im Südpazifik von Covid-19 nicht für immer verschont.

Sportbegeisterung ohne Ende

Die Sportbegeisterung der Australier kennt keine Grenzen. In keinem anderen Land findet man mehr Menschen, die das Trikot ihrer Lieblingsmannschaft tragen, auch wenn sie nicht auf dem Weg ins Stadion sind.

Die nationale Cricket-Saison der Big Bash League konnte noch ohne Probleme im Februar zu Ende gespielt werden. Im Finale kam es zwischen Sydney und Melbourne zu einer der grössten Städte-Rivalitäten der Welt. Da war die Sportwelt in Australien noch in Ordnung.

Sport-Ausfall ist «katastrophal»

Lange sah es auch danach aus, dass «Down Under» zahlreiche Sportveranstaltungen durchführen kann, aber nun rollt auch in der australischen Fussballliga (A-League) kein Ball mehr. Der Nummer 1-Sport der Australier, Rugby, sowie das fast gleich beliebte Australian Rules Football, stellten den Spielbetrieb bereits etwas früher ein.

Die National Rugby League begann ihre Saison erst am 12. März. «Im Moment sind alle Optionen über den Verlauf der Saison offen. Die Gesundheit unserer Spieler ist vorrangig. Es ist von einem finanziellen Standpunkt gesehen jedoch katastrophal und die grösste Krise, die wir je hatten», erklärte NRL-CEO Peter V’landys.

Kam der Fussball-Unterbruch zu spät?

Bis zum 15. März 2020 wurde in der australischen A-League noch vor Publikum Fussball gespielt. Am 20. März folgten dann die ersten Geisterspiele, bevor drei Tage später der letzte Ball in Ozeanien rollen sollte. Eine der letzten Partien war das Sydney-Derby zwischen den Western Sydney Wanderers und dem FC Sydney (1:1).

Bei den Wanderers sind auch zwei Schweizer von der Corona-Krise betroffen. Zum einen ist das der langjährige St. Gallen-Torwart Daniel Lopar und zum anderen der ehemalige Bundesliga-Legionär Pirmin Schwegler.

Covid-19 trifft A-League verheerend

Dass in Australien bis Mitte März gespielt wurde, hat dennoch grosse Probleme für den Verband verursacht. Perth Glory kann seinen Spielern bereits den Lohn nicht mehr zahlen, und ein Spieler der Newcastle Jets wurde positiv auf Covid-19 getestet.

Nun ist also Weissrussland der letzte verbliebene Staat, in dem noch Fussball gespielt wird, da Präsident Aljaksandr Lukaschenka nicht an so etwas wie das Coronavirus glaubt. Ob die australische Fussballliga die Saison zu Ende spielen kann, ist noch nicht klar. Am 22. April soll über das Weitergehen abgestimmt werden.

Als wäre der Sport-Entzug für die Ozeanier nicht schon schlimm genug, muss der australische Sport nun mit verheerenden Konsequenzen leben. Etliche Vereine sind in ihrer Existenz bedroht, da Australien zu lange den Spielbetrieb aufrecht erhalten hat.

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