Featured Video Play Icon
Basel

Neues Spital-Team leistet psychologische Corona-Nothilfe

Angst vor Ansteckungen, erschwertes Trauern um Angehörige. Mit einem neuen Team will das Unispital in solchen Fällen psychosoziale Unterstützung bieten.

Covid-19 stellt das Basler Unispital nicht nur vor medizinische und organisatorische Herausforderungen. So schlägt das Coronavirus auch auf die Psyche des Personals wie auch der Patienten und Angehörigen. Vor wenigen Tagen stellte das Unispital daher das neue «psychosoziale Corona Care Team» auf die Beine. Dabei handelt es sich um ein ausschliesslich spitalinternes Angebot, wie dessen Koordinator Thomas Reinhardt betont.

Dabei gehe es um psychosoziale Erstinterventionen. Das heisst, dass die Verantwortliche in einem ersten Schritt alle Ängste und Sorgen der Menschen aufnehmen und besprechen. Manche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter plage etwa die Furcht, sich oder andere anzustecken. «Das sind Ängste, die wichtig sind und ernst genommen werden müssen», sagt Reinhardt gegenüber Telebasel.

Trauern unter erschwerten Bedingungen

Dabei handelt es sich um eine interdisziplinäre Sache. Vertreter aus der Psychosomatik, Palliativmedizin und Pflege wie auch Psychologen, Sozialarbeiter und Spitalseelsorger machen mit. Das Care-Team soll auch eine Anlaufstelle für Patienten und Angehörige sein. Da nun Ärzte und Pflegeteams alle Hände voll zu tun haben, sei es besonders wichtig, stets ein offenes Ohr für die Erkrankten und ihre Nächsten zu haben.

Besonders bei Sterbeprozessen in Zeiten von Corona seien viele auf Unterstützung angewiesen. Nicht einfach für die Angehörigen ist etwa das Besuchsverbot, das seit dem 13. März gilt. Nur noch in Ausnahmefällen, etwa bei Geburten oder sterbenskranken Patienten, sind Ausnahmen erlaubt. Bei Letzteren sind aber maximal zwei Angehörige pro Tag zugelassen.

Zudem sind offene Aufbahrungen der Verstorbenen nicht mehr möglich. Dies wird für manche Angehörige zu einer Belastung. So kann unter Umständen nicht die ganze Familie am Sterbebett stehen. «Daher soll eine Möglichkeit geben für die Angehörigen, an das Care Team zu gelangen, um den Trauerprozess zu unterstützen», sagt Thomas Reinhardt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*