Der Mangel an Schutzkleidung ist laut der WHO eines der grössten Probleme im Kampf gegen die Corona-Pandemie. (Symbolbild: Keystone)
International

Mangel an Schutzkleidung ist laut WHO enorme Bedrohung

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie wird der Mangel an Schutzkleidung für das medizinische Personal immer mehr zu einem drängenden Problem. Die WHO warnt.

«Wenn das medizinische Personal in Gefahr ist, sind wir alle in Gefahr», warnte am Freitag in Genf der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus. Dies sei eine enorme Bedrohung.

«Der chronische globale Mangel an Schutzkleidung ist inzwischen eine der grössten Herausforderungen in unserer kollektiven Anstrengung, Leben zu retten» sagte Tedros. «Dieses Problem kann nur in internationaler Kooperation und Solidarität gelöst werden.» Tedros zufolge schickte die WHO bereits knapp zwei Millionen Stück Schutzkleidung in 74 Länder. Etwa ebenso viel solle demnächst an weitere 60 Staaten gehen.

Warnung auch vor Medikamenten-Konsum

Mit dem neuen Coronavirus sind inzwischen nachweislich mehr als eine halbe Million Menschen in aller Welt infiziert. Tedros warnte jedoch davor, Medikamente gegen das neuartige Coronavirus einzusetzen, deren Wirksamkeit bislang nicht nachgewiesen ist.

«Die Geschichte der Medizin ist voller Beispiele von Mitteln, die auf dem Papier und im Reagenzglas funktionierten, aber nicht im Menschen, oder die sogar schädlich waren», sagte er. Zudem könnten unkontrollierte Versuche Engpässe bei Medikamenten kreieren, die Patienten mit anderen Diagnosen dringend bräuchten.

Weltweite Medikamenten-Tests gestartet

Unter anderem hatte US-Präsident Donald Trump das Malariamittel Chloroquin ins Gespräch gebracht, und getwittert, es könne vielleicht bahnbrechende Ergebnisse bringen. Prompt versuchten Tausende in den USA, sich das Medikament zu besorgen.

Weltweit starteten am Freitag in mehr als 45 Ländern Tests mit vier Medikamenten oder Kombinationen von Medikamenten, sagte Tedros. Die ersten Patienten wurden in Norwegen und Spanien in die Studie aufgenommen. Es handelt sich um die «Solidaritätsstudie», die durch grosse Beteiligung schneller Ergebnisse bringen soll als herkömmliche klinische Studien.

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