Die USA verzeichnet weltweit die meisten Coronavirus-Infizierten. (Symbolbild: Keystone)
International

Eine halbe Million Corona-Infizierte auf der ganzen Welt

Eine halbe Million Menschen haben sich bereits mit dem Coronavirus infiziert. Die Meisten davon sind aus der USA.

Die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus schnellt weltweit in die Höhe: Über eine halbe Million Menschen sind erkrankt. Die USA stehen nun an erster Stelle der düsteren Rangliste, die Lage spitzt sich täglich in vielen Ländern zu. Papst Franziskus rief zu mehr Zusammenhalt in der Krise auf.

Trauriger Rekord für die USA: Die Vereinigten Staaten haben nach Angaben von US-Experten inzwischen mehr bekannte Coronavirus-Infektionen als jedes andere Land der Welt. Bis Freitagmittag (Ortszeit) gab es USA-weit mehr als 94’000 bekannte Infektionen, in China rund 82’000 und in Italien mehr als 80’000, wie aus einer Übersicht der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität hervorgeht.

In den USA starben laut der US-Universität bislang mehr als 1400 Menschen an dem Virus, in China rund 3300 und in Italien mehr als 9100.

Die USA sind bereits schwer gezeichnet von der Corona-Kise. Das Virus hat das öffentliche Leben in weiten Teilen zum Erliegen gebracht. Etwa die Hälfte der rund 330 Millionen Amerikaner unterliegt inzwischen von Bundesstaaten verhängten Ausgangsbeschränkungen. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe verzehnfachte sich innerhalb von nur wenigen Tagen auf schwindelerregende 3,3 Millionen.

Hotspot New York

Einer der Hotspots der Epidemie in den USA ist die Ostküstenmetropole New York. Dort steigen die Infektionen besonders rasant an: Mehr als 44’000 nachgewiesene Fälle gibt es in der Stadt bereits. Lokalen Medien zufolge könnten die Kliniken in New York in den kommenden Tagen punktuell erstmals an ihre Kapazitätsgrenze gelangen. Angesichts ansteigender Totenzahlen in der Corona-Krise hat die Millionenmetropole auch eine provisorische Leichenhalle errichtet.

Trump müht sich seit Tagen, Optimismus zu versprühen und den Amerikanern eine baldige Besserung in Aussicht zu stellen. Bis Ostern, also bis Mitte April, soll das Land nach seinem Willen wieder im Normalbetrieb laufen. Mit Blick auf die hohe Zahl bestätigter Infektionen in den USA sagte Trump am Donnerstagabend, dies liege daran, dass im Land so viele Tests durchgeführt würden.

In den USA wurden landesweit bis Donnerstag mehr als 500’000 Tests gemacht. Das klingt zunächst viel, ist umgerechnet auf die Einwohnerzahl von rund 330 Millionen aber ein eher bescheidener Wert. Erst in den vergangenen Tagen nahmen die Tests in den USA deutlich zu. Mitte des Monats war es noch eine verschwindend geringe Zahl von etwa 50’000 gewesen. Es ist bislang nicht einfach, in den USA an einen Test zu kommen. Die Dunkelziffer von Infizierten dürfte hoch sein.

Zum Vergleich: Im 60-Millionen-Einwohner-Land Italien wurden seit Ausbruch der Krise nach Angaben des Zivilschutzes bis Donnerstag rund 360’000 Tests gemacht. China wiederum macht keine offiziellen Angaben dazu, wie viele Menschen täglich getestet werden. Zudem scheint unklar, inwieweit die offizielle Statistik dort die wahre Lage widerspiegelt und wie hoch die Dunkelziffer ist.

Italien meldet fast 1000 Toten an einem Tag

In Italien starben binnen 24 Stunden fast tausend Menschen. Die Zahl der Todesopfer sei seit Donnerstagabend um 969 gestiegen, teilte der Zivilschutz am Freitagabend mit. Insgesamt seien bisher 9134 Menschen gestorben. In der Lombardei, der innerhalb des Landes am stärksten betroffenen Region, wurden 541 zusätzliche Todesopfer gegenüber Donnerstag verzeichnet. Nach der Lombardei sind nach wie vor die Regionen Emilia Romagna und Venetien die am stärksten betroffenen Regionen.

Das medizinische Personal zahlt einen hohen Preis für seinen Einsatz im Kampf gegen die Pandemie. 44 Ärzte sind seit Beginn der Epidemie gestorben. Über 6200 Ärzte und Krankenpfleger haben sich in Italien mit dem Coronavirus infiziert. Das sind neun Prozent aller Infizierten in Italien.

Gleichzeitig verlangsamte sich der Anstieg bei den Neuinfektionen weiter: Der Anstieg um 7,4 Prozent auf insgesamt knapp 86’500 Infektionsfälle war der schwächste seit dem Beginn der Pandemie in Italien vor mehr als einem Monat. In den Tagen zuvor lag die Infektionsrate bei rund acht Prozent.

Im besonders schwer betroffenen Spanien stieg die Zahl der infizierten Menschen und auch der Toten weiter kräftig an. In 24 Stunden seien knapp 8000 neue Infektionsfälle registriert worden, wodurch die Gesamtzahl auf gut 64’000 geklettert sei, teilte das Gesundheitsministerium mit. Die Zahl der Toten stieg unterdessen auf knapp 4900. Nach Italien ist Spanien weiterhin das Land in Europa, das vom neuen Virus Sars-CoV-2 am stärksten in Mitleidenschaft gezogen wird.

Boris Johnson erkrankt

Unterdessen wurde bekannt, dass sich der britische Premierminister Boris Johnson hat sich mit dem Coronavirus angesteckt hat. Das teilte er per Kurznachrichtendienst Twitter mit. Er habe milde Symptome, Husten und Fieber, entwickelt, sagte Johnson in einer Videobotschaft. Kurz nach ihm erklärte auch Gesundheitsminister Matt Hancock, er sei positiv auf das Virus getestet worden, doch auch er habe nur milde Symptome.

Wie das Gesundheitsministerium in London mitteilte, starben in Grossbritannien seit Donnerstag 181 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19. Es war höchste Anstieg innerhalb von 24 Stunden bislang. Die Zahl der Toten im dem Land stieg damit auf 758 an. Rund 14’600 Menschen waren dort nachweislich mit dem Virus infiziert.

Frankreich verlängert Ausgangssperre

Wegen der Coronavirus-Pandemie verlängert Frankreich die Ausgangssperre bis zum 15. April. Das kündigte Premierminister Edouard Philippe am Freitag in Paris an. Sie war bisher bis zum 31. März befristet. „Wir stehen noch am Anfang der epidemischen Welle“, sagte der Premier. Philippe sagte weiter, in den kommenden Tagen werde die Situation für die Spitäler und die Bürger besonders schwierig werden.

Im Grossraum Paris stehen in den Kliniken nach Angaben des französischen Krankenhausverbands kaum noch Betten für Intensivpatienten zur Verfügung. Mit bisher knapp 1700 Toten gehört Frankreich nach Italien und Spanien zu den am meisten betroffenen Ländern der EU. Innerhalb von 24 Stunden war die offizielle Zahl der Toten nach Angaben vom Donnerstagabend um 365 gestiegen. Für Entsetzen sorgte der Tod einer 16-Jährigen aus dem Pariser Süden, die nach Angaben ihrer Familie keine Vorerkrankungen hatte.

Papst spendet Sondersegen

Im Vatikan führte die Corona-Krise zu einem einzigartigen Moment: Papst Franziskus spendete den Segen „Urbi et Orbi“ (der Stadt und dem Erdkreis) vor einem verwaisten Petersplatz. Zugleich erteilte Franziskus den virtuellen Zuschauern die Generalabsolution.

Es war das erste Mal, dass ein Papst den Segen ausserhalb von Weihnachten oder Ostern erteilte. Der Segen wurde am Freitag im Internet live in acht Sprachen, darunter auch Chinesisch und Arabisch, übertragen. Zudem richtete der Vatikan einen Kanal in Gebärdensprache ein – eine weitere Premiere in Zeiten der Corona-Krise.

Eine halbe Million Menschen infiziert

Mit dem neuen Coronavirus sind inzwischen nachweislich mehr als eine halbe Million Menschen in aller Welt infiziert. Das sagte der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, in Genf. Europaweit stieg die Zahl der Infektionsfälle nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf mehr als 300’000. Mehr als die Hälfte davon wurden in Italien (86’500) und Spanien (rund 64’000) gezählt.

Die Zahl der Todesfälle durch das neuartige Coronavirus erhöhte weltweit auf mehr als 25’000. Mit über 18’000 Todesfällen ist Europa der am stärksten von der Pandemie betroffene Kontinent. Die Zählung von AFP basiert auf offiziellen Daten und gibt nur einen Ausschnitt der weltweiten Zahlen wider.

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