«Ich isoliere mich jetzt selbst, aber ich werde weiterhin die Reaktion der Regierung per Videokonferenz anführen», so Johnson. (Bild: Keystone)
International

Boris Johnson positiv auf Corona getestet

Der britische Premierminister Boris Johnson ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er habe «milde Symptome» so Johnson.

Der britische Premierminister Boris Johnson hat sich mit dem Coronavirus angesteckt. Das teilte er am Freitag per Kurznachrichtendienst Twitter mit. Er habe milde Symptome, Husten und Fieber, entwickelt, sagte Johnson in einer Videobotschaft. Ein Test sei positiv ausgefallen.

«Ich arbeite von zuhause, ich bin in Selbstisolation», sagte der 55 Jahre alte Politiker. Dank moderner Technik könne er weiterhin mit seinem Top-Team kommunizieren, um den Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie in seinem Land anzuführen.

Kurz nach ihm erklärte auch Gesundheitsminister Matt Hancock, er sei positiv auf das Virus getestet worden, doch auch er habe nur milde Symptome. Ob sich noch weitere Kabinettsmitglieder und Regierungsmitarbeiter angesteckt hatten, war zunächst unklar.

Sollte Johnson wegen der Erkrankung ausfallen, würde der BBC zufolge Aussenminister Dominic Raab an seine Stelle treten. Johnson zeigte sich trotz allem optimistisch. «Wir werden es (das Virus) besiegen, wir werden es gemeinsam besiegen», sagte der Premier.

Prinz Charles infiziert

Bereits am Mittwoch war bekannt geworden, dass sich auch Thronfolger Prinz Charles mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert hat. Doch auch bei ihm sollen die Symptome mild sein. Mit seinen 71 Jahren gehört Prinz Charles jedoch bereits zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko durch die Lungenkrankheit Covid-19.

Königin Elizabeth II., die im kommenden Monat 94 Jahre alt wird, und Prinz Philip haben sich bereits vorsichtshalber auf Schloss Windsor zurückgezogen. Die Queen sei weiterhin bei guter Gesundheit, teilte der Palast am Freitag mit. Sie habe Johnson zuletzt am 11. März gesehen und folge den entsprechenden Ratschlägen hinsichtlich ihres Wohlergehens.

Von anfänglicher Strategie abgerückt

Grossbritannien hatte am Donnerstag erstmals mehr als 100 Todesfälle in einem Zeitraum von 24 Stunden durch das neuartige Coronavirus verzeichnet. Wie das Gesundheitsministerium in London mitteilte, starben seit Mittwoch 115 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19. Die Zahl der Toten im Vereinigten Königreich stieg damit auf 578 an.

Rund 11’700 Menschen waren in dem Land nachweislich mit dem Virus infiziert. Die tatsächliche Zahl der Infizierten dürfte allerdings sehr viel höher sein. Grossbritannien hat bislang nur wenige Tests durchgeführt und lange mit der Einführung drastischer Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie gezögert.

Ziel war es, auf diese Weise zu verhindern, dass der Ausbruch zu stark unterdrückt wird und im Herbst mit voller Wucht zurückkehrt. Von diesem Ansatz distanzierte sich die Regierung aber inzwischen und korrigierte ihren Kurs.

Aufgeschreckt wurde sie von einer Studie des Imperial College in London. Die Forscher hatten ausgerechnet, dass die ursprüngliche Strategie bis August 250’000 Menschen das Leben kosten könnte. Ziel der Regierung ist es nun, die Zahl der Toten auf etwa 20’000 zu begrenzen.

Unklar ist, ob sich auch die schwangere Verlobte Johnsons, Carrie Symonds, angesteckt hat. Das gemeinsame Baby soll im Frühsommer auf die Welt kommen. Johnson ist zweimal geschieden und wohnt seit der Regierungsübernahme im vergangenen Juli mit der über 20 Jahre jüngeren Ex-Medienberaterin der Konservativen Partei im Amtssitz in der Londoner Downing Street. Johnson trennte sich 2018 von Marina Wheeler. Mit ihr hat er vier Kinder.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Mehr aus dem Channel