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Der Telebasel News-Beitrag vom 26. März 2020.
Baselland

So wappnet sich das Bruderholzspital für die Corona-Krise

Im Bruderholzspital werden die Baselbieter Covid-19-Patienten versorgt. Dafür mussten einige Anpassungen vorgenommen werden.

Eine Ambulanz-Halle wurde im Bruderholzspital kurzerhand umgebaut. «Die Garage haben wir genutzt, weil sie unmittelbar neben der regulären Nofalls steht», sagt Sophie Aebersold. Sie ist die stellvertretende Leiterin der Notfallstation.

Mit der Erweiterung wird die Zahl der Betten in der Notfallstation ungefähr verdoppelt. Grund für die Erweiterung ist die Ernennung des Bruderholzspitals als Referenzspital für Corona-Fälle.

In nur vier Tagen wurden neue Stromleitungen verlegt, Heizungen angebracht, ein W-Lan für die medizinischen Geräte installiert und natürlich die Garage isoliert. Sind die zehn bestehenden Notfallzimmer besetzt, wird auf die 14 neuen Betten ausgewichen. Sophie Aebersold: «Verschiedene Gruppen waren involviert, und alle haben ihr Bestes gegeben». 12-Stunden-Tage gehörten während des Umbaus dazu.

Ausnahmezustand schweisst zusammen

Die Stimmung im Spital sei in Zeiten der Corona eine andere, meint Ruth Spalinger. Die Pflegeleiterin bezieht sich aber nicht nur auf den Fakt, dass keine Besucher mehr auf dem Bruderholz zugelassen und somit die Gänge leerer als üblich sind. Si sagt auch: «Es ist extrem viel los, aber die Stimmung ist extrem solidarisch». Alle zögen am selben Strick. Und das sei bitter nötig im Zuge des Umbaus des Spitals zum Corona-Zentrum.

So ist das Spital zuständig, um alle Ergebnisse der Abstrich-Zelte im Kanton Basel-Landschaft, also auch von Münchenstein und Lausen, zu kommunizieren. Das können gut und gerne 200 Resultate sein, die so schnell wie möglich mitgeteilt werden müssen. «Die negativen Ergebnisse werden per SMS mitgeteilt, die positiven per Telefon», sagt Ruth Spalinger.

Dadurch könnten die Personen über die Verhaltensregeln im Fall einer Virusinfektion informieren. Spalinger vergleicht die Situation mit einem Callcenter. Alle per Telefon zu informieren, sei schier unmöglich.

Platz für 350 Covid-19-Patienten

Doch man müsse schnell reagieren, um zu verhindern, dass sich das Virus nicht rasanter als nötig verbreite. «Aktuell sind gut 40 Patienten bei uns hospitalisiert», sagt Chefarzt Jörg Leuppi. Der Regierungsauftrag lautet: Platz für 350 Personen bereitstellen. Doch der Platz sei nicht das Problem, vielmehr das nötige Personal.

«Die Herausforderung ist, das richtige Pflegepersonal und die Ärzte zu finden», sagt Jörg Leuppi. Durch den Entscheid des Bundesrates, dass nur noch notfallmässige Eingriffe stattfinden dürfen, seien Ressourcen freigeworden. Darunter auch beim Personal aus den beiden Standorten Liestal und Laufen.

Jörg Leuppi: «Wir konnten diese Personen zusammenfassen und sie werden nun entsprechend eingesetzt». Dazu gehöre auch, eine kleine Zusatzausbildung durchzuführen, etwa zur Einhaltung der hohen Hygienestandards. Bis jetzt laufe alles nach Plan.

Doch es fühlt sich an, wie die Ruhe vor dem grossen Corona-Sturm. Beim Bruderholzspital scheint man gewappnet.

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