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Der Telebasel News Beitrag vom 26. März 2020
Basel

Milliarden-Spritze – auch Atici profitiert von Soforthilfe

Seit Donnerstag können die KMU federleicht Kredite anfordern. Unternehmer ziehen Bilanz zum ersten Tag des grossen Hilfspakets.

Die Banken haben nun alle Hände voll zu tun. Ein beispielloses Milliarden-Hilfspaket soll viele Unternehmen vor dem Kollaps bewahren. Seit Donnerstag können KMU vereinfacht Kredite aufnehmen, für die Rückzahlung besteht eine Zeitspanne von fünf bis sieben Jahren und der Kredit ist bis zu einer halben Million zinsfrei.

Einen solchen Kreditantrag hat auch der Unternehmer und SP-Nationalrat Mustafa Atici gestellt. Dies am Donnerstag morgen, dem Tag eins dieser Kreditanträge möglich ist. «Ich habe mich gefreut, dass alles mit so wenig administrativer Arbeit gemeistert werden kann», sagt Atici.

Mustafa Atici ist Eigentümer eines Cateringbetriebs. Ohne diese Kreditvergabe wäre sein Geschäft wahrscheinlich, wie auch viele weitere KMU pleite gegangen. «Auch die anderen Firmen, die mir beispielsweise Waren geliefert haben, sind auf diese Gelder angewiesen», so Atici.

Antrag in zehn Minuten

In den letzten Tagen habe sein Telefon oft geklingelt. Er arbeitet nämlich zusätzlich als Berater. Viele Fragen seien aufgekommen. Einige Leute wüssten nicht, wie man einen solchen Kredit aufnimmt. Doch das einfache Prozedere für so einen Antrag sei nun ein Lichtblick.

«Ich habe heute morgen bereits eine Mail von meiner Hausbank erhalten», erklärt Atici. Darin verlinkt ist ein Formular, welches direkt zur Antragsstellung dient. «Man muss einfach die Angaben der Firma eintragen, dazu den letztjährigen Umsatz», so Atici, das sei der ganze Aufwand.

«Jetzt habe ich meinen Antrag eingeschickt, ich bin gespannt wie die Bank antworten wird», die Antragsstellung dauert etwa zehn Minuten. Die Bearbeitungsdauer der Banken dauert hierbei sicher länger, denn Mustafa Atici ist heute bestimmt nicht der einzige, der einen Kredit beantragt hat.

Ein Fünftel falsch ausgefüllte Formulare

Nach der Verordnung des Bundesrats war Ansturm der Firmen bemerkbar. «Man kann in der Tat von einem historischen Tag sprechen», sagt Gewerbeverbandsdirektor Gabriel Barell gegenüber Telebasel. «Ich weiss von vielen, die schon am Morgen früh damit anfingen, das Formular auszufüllen».

Dementsprechend seien bei den Banken unzählige Leute damit beschäftigt, diese Gesuche zu prüfen. Der Gewerbeverbandsdirektor hofft, mit solchen Massnahmen die Abwärtsspirale bremsen zu können. Schliesslich gehe es um 132’000 KMU-Arbeitsplätze in Basel.

Gewerbeverbandsdirektor Gabriel Barell. (Video: Telebasel)

Ganz so einfach wie von Mustafa Atici beschrieben war das Prozedere dann doch nicht für alle. Gabriel Barell sind etwa kleinere Formalitäten-Stolpersteine zu Ohren gekommen. Ein Fünftel der Formulare sei heute wieder retour gekommen. Der Grund liege aber nicht etwa im fehlenden Anspruch auf die Darlehen. Manche Unternehmer hätten die Formulare nicht vollständig oder nicht adäquat ausgefüllt, damit die Banken das schnell bearbeiten können. Hier herrsche noch Handlungsbedarf, so Barell.

Erleichterung bei Gewerbeverband und Handelskammer

Froh über die Hilfeleistung zeigt sich auch Handelskammer-Direktor Martin Dätwyler. «Ich bin beindruckt und dankbar, wie der Bundesrat und Kantone und zeitnah ein unbürokratisches Paket schnüren konnten». Nun hofft er, dass damit die Durststrecken bald überwunden werden.

«Wenn es gelingt, dass das Geld rasch bei den Unternehmen ankommen, sind wir überzeugt, dass diese Pakete ihre Wirkung nicht verfehlen», sagt Dätwyler gegenüber Telebasel.

Handelskammer-Direktor Martin Dätwyler. (Video: Telebasel)

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