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Die Medienkonferenz aus dem Bundeshaus zum nachschauen. (Video, Youtube, der Schweizerische Bundesrat)
Schweiz

«Es ist ein Marathon ohne Kilometerangaben»

Die Bundesbehörden in Bern informierten zum Stand der Dinge bezüglich den neusten Corona-Massnahmen.

An der Medienkonferenz vom Donnerstag sprachen, Daniel Koch, Leiter Abteilung Übertragbare Krankheiten BAG, -Johannes Matyassy, Direktor der Konsularischen Direktion EDA sowie Christoph Flury, Vizedirektor Bundesamt für Bevölkerungsschutz VBS über die neusten Entwicklungen im Kampf gegen das Coronavirus.

Keine Überwachung mit Handydaten

Vergangene Woche hatte der Bund angekündigt, anonymisierte und allgemeine Handydaten auszuwerten, um die Bewegungen von Personen zu analysieren. Erste Ergebnisse zeigen nun, dass sich die Bevölkerung grundsätzlich an die vom Bundesrat verordneten Verbote hält.

Daniel Koch, Leiter Abteilung Übertragbare Krankheiten BAG, betonte am Donnerstag am Point de Presse in Bern noch einmal, dies sei «keine Überwachung.» Aktuelle Bewegungen liessen sich nicht verfolgen.

In den vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) täglich vermeldeten Zahlen gibt es grosse Schwankungen. Die Fälle würden von den Kantonen und Praxen nicht immer gleich schnell und in gleichem Rhythmus gemeldet, sagte dazu Daniel Koch, Leiter Abteilung Übertragbare Krankheiten beim BAG, am Donnerstag vor den Medien. Zudem appellierte er an die Bevölkerung Durchhaltewille zu zeigen und meinte: «Es ist ein Marathon ohne Kilometerangaben.»

Rückholaktion des EDA läuft auf vollen Touren

Das Aussendepartement EDA hat bis am Donnerstag 1400 Schweizerinnen und Schweizer repatriiert. Bis am 4. April sollen es 3500 sein, wie Johannes Matyassy, Direktor der Konsularischen Direktion, vor den Bundeshausmedien sagte.

Dafür werden in den nächsten Tagen mehrere vom Bund organisierte Flüge durchgeführt, die meisten davon nach Südamerika und Südostasien. Damit ist die grösste Rückholaktion aller Zeiten aber nicht abgeschlossen. Bangkok bleibe ein Hotspot, sagte Matyassy. Auch in Australien und Neuseeland seien noch viele Schweizerinnen und Schweizer.

Armee prüft den Einsatz von ehemaligen Durchdienern

Die Schweizer Armee stellt sich auf eine mögliche Verlängerung des Einsatzes wegen der Coronavirus-Pandemie über den Juni hinaus ein. Sie bildet in den Nicht-Sanitätsrekrutenschulen entsprechendes Personal aus und prüft den Einsatz ehemaliger Durchdiener, wie Armeechef Thomas Süssli in der SRF-Radiosendung «Tagesgespräch» vom Donnerstag sagte.

Zudem bietet die Armee im Kampf gegen das Coronavirus weitere Einheiten auf, wie Brigadier Raynald Droz, Stabschef Kommando Operationen beim VBS, am Donnerstag erklärte. Es handelt sich um vier Kompanien des Sanitätsdienstes. Auch alte Durchdiener dieser Truppengattung sollen mithelfen.

570’000 Anträge auf Kurzarbeitsentschädigung

Bis am Donnerstag sind 570’000 Anträge auf Kurzarbeitsentschädigung beim Bund eingegangen. Damit sind rund 11 Prozent der Erwerbstätigen betroffen. Das sagte Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit im Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), vor den Bundeshausmedien.

Besonders betroffene Branchen sind Gastgewerbe, Gastronomie, Hotellerie, Kunst oder Unterhaltung. Die Zahlen zeigten, dass weiter gearbeitet werde, wenn auch mit deutlich geringerer Intensität, sagte Zürcher. «Es soll auch weiter gearbeitet werden.» Gleichzeitig müsse alles zum Schutz der Arbeitnehmenden unternommen werden.

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