(Foto: Key)
Basel

20 Milliarden Soforthilfe – werden jetzt die Banken überrannt?

Seit Donnerstag können Unternehmen unkompliziert Kredite beantragen, um die Corona-Durststrecke zu überleben. Für diese Darlehen bürgt der Bund

Heute dürften bei manchen Banken die Drähte heiss laufen. Schliesslich geht es sich um ein Überbrückungsprogramm im Umfang von 20 Milliarden Franken. Finanzminister Ueli Maurer gab am Mittwoch bekannt, dass kleine und mittlere Unternehmen ab Donnerstag unkompliziert und vereinfacht an Kredite kommen sollen.

Hilfe naht also für Unternehmen, die wegen der Coronakrise in Liquiditätsengpässe kommen. Mit der Notverordnung des Bundesrats bekommen Firmen Kredite mit Solidarbürgschaften des Bundes gewährt, um diese Durststrecke zu überbrücken. So sollen die Darlehen ermöglichen, Fixkosten wie Löhne, Miete und Material- und Maschinenunterhalt weiterhin bezahlen zu können.

Wie kommen die Unternehmen zu diesem Geld?

Die Unternehmen beantragen diese über ihre Hausbank. Dabei sichert der Bund die Kredite ab. Der Kreditantrag ist via covid19.easygov.swiss abrufbar.

Wer hat Anspruch darauf?

Es gilt nur für Unternehmen, die erklären können, dass ihre Umsatzeinbussen der Pandemie geschuldet sind. Unternehmen, die mehr als 500 Millionen Franken Umsatz generieren, sind hierbei ausgeschlossen.

Wie hoch sind die Kredite und die Zinssätze?

Betroffene Unternehmen können Überbrückungskredite im Umfang von höchstens zehn Prozent ihres Jahresumsatzes und bis maximal 20 Millionen beantragen. Es gibt keine Zinskosten bei Krediten bis zu 500’000 Franken, der Bund bürgt für den kompletten Kredit. Bei Darlehen, die 500‘000 übersteigen, werden zu 85 Prozent vom Bund abgesichert. Die Bank beteiligt sich mit 15 Prozent daran. Der Zinssatz beträgt hier momentan 0,5 Prozent.

Wann müssen die Kredite zurückbezahlt werden?

Durch diese Vereinfachung, sollen sich KMU in dieser schwierigen finanziellen Lage über Wasser halten können. Die Kredite können voraussichtlich innert fünf Jahren an die Banken zurückgezahlt werden können. Es wäre gar eine Verzögerung bis zu sieben Jahren denkbar. Eine Rückzahlung wäre durchaus finanzierbar sobald die KMU wieder Cashflow generieren können.

Was, wenn jemand dieses Angebot missbraucht?

«Leute, die ihr ganzes Vermögen in die eigene Firma gesteckt haben, ziehen den Staat nicht über den Tisch», meinte Ueli Maurer hierzu. Der Finanzminister ist zuversichtlich, dass es keinen Missbrauch dieses Angebots geben wird. Dazu kommt, dass der Kreditnehmer unterschreibt, keine fälschliche Verwendung des Geldes zu vollziehen. Eine Busse bis zu 100’000 Franken wäre hierbei die Folge.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*