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Der Telebasel News Beitrag vom 25. März 2020
Basel

Am EuroAirport verkehren nur noch Cargo-Jets normal

Der Passagierflugverkehr ist beinahe eingestellt, daneben läuft der Cargoverkehr weiter. Heute zum Beispiel hob eine Boeing 747 mit rund 120 Tonnen Fracht ab.

Wegen der Coronakrise gibt es weltweit riesige Rückgänge im Flugverkehr. Christoph Meier, Sprecher des Cargounternehmens Swissport, spricht von einem globalen Flugrückgang von 75 Prozent. «Es wird damit gerechnet, dass der Flugverkehr auf 5 Prozent reduziert wird», ergänzt Meier.

«Das ist eine sehr stabile Industrie, die Medizin braucht es»

Eine Ausnahme sind die Frachtflüge ab dem EuroAirport. «Wir haben mehr Arbeit als sonst», sagt Andreas Behnke. Dem Station Manager am Swissport Basel und seinem Team wird es aktuell nicht langweilig.

Am Mittwoch startete eine Boeing 747-8F geladen mit 120 Tonnen pharmazeutischen Gütern ab Basel. Solch eine riesige Fracht sei eine Seltenheit, selbst wenn Lieferungen der Pharamaindustrie ab Basel öfter über die Bühne gehen. Bei der Fracht handle es sich grösstenteils um Blutplasmaprodukte –  Bestimmungsort China. Auftraggeber und der genaue Zielort aber wurden nicht bekannt gegeben.«Sicher hilft es, dass wir in der Life Science aktiv sind. Das ist eine sehr stabile Industrie, die Medizin braucht es», so Behnke.

Hinzu kommt, dass der Cargo Flughafen Basel via Frankreich, Deutschland und der Schweiz beliefert wird. «Zusammen mit den Expressdiensten, herrscht hier täglich noch Aktivität», sagt Behnke. Pro Tag starten zwischen zehn und dreizehn Cargoflugzeuge.

Ausnahmezustand in Luxemburg

Am Frachtflughafen in Luxemburg herrscht hingen der Ausnahmezustand. Dort gibt es positive Coronafälle, viele Frachtflüge können durch den Personalmangel nicht durchgeführt werden – darum übernimmt Basel.

«Wir haben diese Woche zusätzlich acht Flüge von Luxemburg übernommen», so Behnke. Hierfür käme Ware aus Paris und Amsterdam um in Basel verladen und durch die Welt geflogen zu werden.

Zwei statt 100 Flüge

Die Situation für Passagierflüge ist einschneidend. «Es ist ein komisches Gefühl», sagt Behnke. «Wir haben normalerweise 100 bis 120 Flüge am Tag. Heute sind es im Passagierbereich zwei.»

Diese Lage mache sich bei den Mitarbeitern bemerkbar. «Sie sehen, dass es im Cargo läuft, sie haben mehr Arbeit als sonst. Aber sie wissen auch, dass im Passagierterminal nichts läuft und  ihre Kollegen teils zu Hause sind», laut Behnke eine belastende Situation.

Durchaus sprechen hierbei auch die Zahlen für sich. Swissport hat seit der Coronakrise global bereits  13’000 von 65’000 Mitarbeitern entlassen. In der Schweiz sind 4600 Mitarbeiter  in Kurzarbeit, den verbleibenden 400 wird empfohlen, es jenen gleich zu tun.

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