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Der Telebasel Talk vom 24. März 2020.
Basel

«Blyybed gopferdammi nomol deheim!»

In einem Video rechnete die Ärztin Tatjana Ball vor, dass wir für schwere Corona-Fälle zu wenig Spitalbetten haben werden. Nun stellt sie sich im Talk.

Seit vergangenem Donnerstag ist Tatjana Ball öffentlich bekannt. Mit einem emotionalen Video hatte sich die Basler Hausärztin an die Öffentlichkeit gewandt. Botschaft: Die Intensivbetten in der Schweiz werden nicht ausreichen. Schlusssatz: «Blyybed gopferdammi nomol deheim!»

Andere Medien publizierten das Video, schrieben Frau Ball kurzerhand fälschlicherweise als Ärztin des Unispitals an. Was der Botschaft eine gewisse Abenteuernote verlieh.

Ein Worst Case-Szenario

Tatjana Ball rechnete vor, dass sich laut Epidemiologen in der Schweiz etwa vier Millionen Menschen mit dem Virus anstecken werden.

Breche man die Erfahrungen in China und Italien auf die Schweiz herunter, würden etwa 800’000 Menschen im Spital behandelt werden müssen. Rund ein Viertel davon benötigten ein Intensivbett: 200’000 – und rund 1’000 Betten stünden für sie mit den Aufrüstungen, die derzeit eingerichtet werden, real zur Verfügung. Zweifellos ein Worst Case-Szenario.

«Am nächsten Samstag sind wir am Limit»

In einem Punkt stimmt Tatjana Balls Rechnung. Am Donnerstag, als sie ihr Video publizierte, gaben die Behörden 3’000 Ansteckungs-Fälle bekannt. Ball rechnete, dass sich die Fallzahlen innert dreier Tage verdoppelten.

Und dies traf ein: Am Samstag vermeldete das Bundesamt für Gesundheit über 6’000 Ansteckungen, am Sonntag bereits 7’000. Schon neun Tage nach ihrem Posting, also am kommenden Samstag, seien es dann 24’000. «Und dann hätten wir schon die Kapazität der Intensivbetten erreicht. Zäck!»

Sie zieht aus ihrer familiären Wohnung

Am Montag arbeitete Tatjana Ball 15 Stunden lang: zuerst in ihrer Praxis, dann wegen der Corona-Fälle bis um 23 Uhr im Notfall-Dienst des Unispitals. Sie kennt die Krankheit auch aus der Nähe: Patientinnen und Patienten ihrer Praxis haben sich angesteckt.

Tatjana Ball zieht aus ihrer Wohnung aus, weil ihr Mann zur Risikogruppe gehöre und sie als Ärztin einem erhöhten Ansteckungsrisiko ausgesetzt sei.

Was wollte Tatjana Ball mit ihrem Video bewirken? Welche Reaktionen hat sie erhalten? Sieht sie sich als Schwarzmalerin?

17 Kommentare

  1. Ich finde die klaren Worte absolut ok. Ich nerve mich auch seit Wochen über die Menschen, die es nicht kapieren und da es hier um Menschenleben geht kann ich auch das Fluchen verstehen! Irgendwann haut es einem einfach mal “de Nuggi use”!Report

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