Japans Premierminister Shinzo Abe spricht von einer Verschiebung der Olympischen Spiele. (Bild: Keystone)
International

Japans Premierminister spricht von Verschiebung der Olympischen Spiele

Die Anzeichen für eine Verschiebung der Olympischen Spiele mehren sich. Nach dem Internationale Olympische Komitee sprach auch Japan eine Neuansetzung an.

Vor dem Parlament in Tokio sagte Shinzo Abe am Montag, dass mit einer Verschiebung gerechnet werden müsse. Von einer Absage könne aber keine Rede sein. „Es ist schwierig, Spiele unter diesen Umständen abzuhalten, wir müssen über eine Verschiebung entscheiden, wobei die Gesundheit der Athleten oberste Priorität hat“, sagte der Premierminister. Der endgültige Entscheid aber liege beim IOC.

Kanadas Olympisches Komitee erhöhte den Druck auf das IOC weiter und gab als erstes Land bekannt, dass man in diesem Sommer wegen des Coronavirus auf eine Entsendung von Athleten verzichten werde. Der schwierige Entscheid sei mit Zustimmung von Sportverbänden und der kanadischen Regierung getroffen worden, hiess es. Das ist kein Boykott, sagte Kommunikationsdirektor Photi Sotiropoulos der Deutschen Presse-Agentur. Das Paralympische Komitee Kanadas entschied gleichermassen für die Paralympics. Das nationale Olympische Komitee von Australien hat seine Sportler derweil aufgerufen, sich auf eine Verschiebung der Spiele von Tokio auf den Sommer 2021 einzustellen.

Derzeit sind die Spiele vom 24. Juli bis 9. August 2020 geplant. Eine Verschiebung wäre eine monumentale Entscheid und ein massiver Eingriff in den komplexen Kalender des Weltsports. Denkbar ist eine Verlegung in den Herbst, auf Sommer 2021 oder gar auf 2022. Am wahrscheinlichsten dürfte die Verlegung um ein Jahr sein. Im Sommer 2021 sind aber zum Beispiel die Weltmeisterschaften der Schwimmer in japanischen Fukuoka und die der Leichtathleten im amerikanischen Eugene vorgesehen. Gegen 2022 spricht, dass in dem Jahr im Februar die Olympischen Winterspiele in Peking und im November und Dezember die Fussball-Weltmeisterschaft in Katar stattfinden.

Am Sonntag hatte das IOC bekannt gegeben, dass innerhalb der nächsten vier Wochen entschieden werden soll, ob die Olympischen Spiele wie geplant stattfinden oder nicht. Eine komplette Absage schloss es aus. Neben vielen Athleten hatten sich in den letzten Tagen auch der Schwimm- und der Leichtathletikverband der USA für eine Verlegung ausgesprochen. Die USA haben grosses Gewicht, weil der dort übertragende Sender NBC so viel Geld für die Übertragungsrechte an das IOC bezahlt wie sonst keine Fernsehstation der Welt.

Eine Olympia-Verschiebung wäre ein historischer Entscheid. Eine Absage gab es in der Vergangenheit dagegen schon einige Male. Im Ersten Weltkrieg wurden die Sommerspiele 1916 (Berlin), im Zweiten Weltkrieg die Sommerspiele 1940 (Tokio) und 1944 (London) sowie die Winterspiele 1940 (Cortina d’Ampezzo) und 1944 (Sapporo) gestrichen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*